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Nachrichten 2018

Am Denkmal "Madonna der Seefahrt" wird alljährlich den auf See umgekommenen Seeleute gedacht. Am Totensonntag den 25. November um 13 Uhr findet ein Treffen zum gemeinsamen Gedenken statt. Jeder ist herzlich dazu eingeladen.

So viel Nutzen uns die Seefahrt immer gebracht hat, birgt sie doch seit jeher auch Gefahren und schon viele Seefahrer haben ihr Leben auf See verloren. Trotz vieler Verbesserungen und Vorkehrungen bei der Sicherheit, kommen jedes Jahr immer noch viele Seeleute ums Leben, auch wenn es bei weitem nicht mehr so viele sind wie früher.

Die Gedenkstätte "Madonna der Seefahrer" erinnert an diese Seeleute. Sie wurde errichtet als ein Denkmal, "das der Größe des Opfers gerecht wird, das die Seeleute erbrachten", so die Initiatoren der Errichtung der Madonna der Seefahrt, der Vereinigung der Cap Horniers.

Madonna der Seefahrt

Jedes Jahr am Totensonntag laden der Hamburger Hafenverein von 1872 e.V. und der Shantychor "Windrose" des Deutschen Marinebundes zu einer Gedenkfeier ein. Auch dieses Jahr am Sonntag den 25. November um 13 Uhr findet die Gedenkfeier am St. Pauli Fischmarkt 5 (östl. an der Elbe lang, oberhalb) unter der Schirmherrschaft des Vereins der Kapitäne und Nautischen Schiffsoffiziere zu Hamburg und mit der deutschen Seemannsmission statt.

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sind nach der neuesten DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Mit den Zertifikaten bescheinigt die Zertpunkt GmbH der Dienststelle Schiffssicherheit und die KPMG Cert GmbH dem BSH, dass sie jeweils eine hohe Qualität erfüllen und zur Zufriedenheit ihrer Kunden arbeiten.

Schon seit langem lassen die Dienststelle Schiffssicherheit und das BSH freiwillig ihr Qualitätsmanagement-System extern überprüfen. Die DIN EN ISO-Norm 9001 wurde reformiert und stellt mit der Version 2015 weitere Anforderungen an die Qualität der Arbeit in den Betrieben. Auch die Dienststelle Schiffssicherheit und das BSH haben sich weiterentwickelt und in Umstellungsaudits bewiesen, dass sie unter anderem hinsichtlich Qualität und Kundenzufriedenheit auf gutem Kurs ist.

Die erneute Zertifizierung ist für uns ein Ansporn, ständig an der Qualität unserer Dienstleistungen und Ihrer Zufriedenheit zu arbeiten. Das Zertifikat für die Dienststelle Schiffssicherheit ist von der Zertpunkt GmbH ausgestellt worden, das Zertifikat für das BSH von der KPMG Cert GmbH.

ISO-Zertifikat (klein)

DGUV Vorschrift 84 "Seeschifffahrt"

Die neue Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 84 "Seeschifffahrt" ist am 01. April 2018 in Kraft getreten und hat die bisherige UVV See abgelöst.

Gespräche mit Fachleuten aus den Reedereien haben ergeben, dass erheblicher Informationsbedarf zu der neuen Unfallverhütungsvorschrift und deren praxisgerechter Umsetzung besteht. Die BG Verkehr lädt deshalb zu einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema ein. Hier werden auch gerne Fragen zur DGUV Vorschrift beantwortet.

Wann: 3. September 2018, 13.00 bis ca. 17.00 Uhr
Wo: Hauptverwaltung der BG Verkehr, Hamburg
Anmeldeschluss: 24. August 2018

Mit etwa 200 Millionen Erkrankten pro Jahr ist Malaria die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Dank guter Prävention sind Malaria-Fälle in der Seeschifffahrt heute zum Glück selten. Damit das so bleibt, ist es wichtig, dass Verantwortliche immer auf dem neuesten Stand sind.

Malaria Infoveranstaltung 175x400 © Fotolia.com/nechaevkon

Neben Informationen zur Erkrankung Malaria und der Malariaprophylaxe geht es in den Vorträgen dieser Fachveranstaltung um die medizinische Ausrüstung von Seeschiffen, praktische Hilfestellungen im Fall von Erkrankungen, die spezielle Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf den Schiffsverkehr und Aspekte der Unfallversicherung.

Angesprochen sind Verantwortliche für den Arbeitsschutz und die Schiffsausrüstung in den Reedereien, Betriebs- und Reedereiärzte, Sicherheitsfachkräfte, schiffsausrüstende Apotheken und sonstige, maritim tätige Ärzte.

Wann: 28. November 2018, 14.00 bis 16.00 Uhr

Wo: Hauptverwaltung der BG Verkehr, Hamburg

In Kooperation zwischen dem Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr und der Deutschen Gesellschaft für Maritime Medizin unter fachlicher Unterstützung der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft.

Die "Infoveranstaltung Malaria" ist von der Ärztekammer Hamburg als ärztliche Fortbildungsmaßnahme anerkannt und wird mit 3 Punkten bewertet.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober 2018.

Malaria

Malaria ist eine in den warmen Klimazonen weltweit verbreitete, oft lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch den Stich einer bestimmten Mückenart (Anopheles) vor allem in der Dämmerung und nachts übertragen wird. Sie tritt in den für die deutsche Seeschifffahrt relevanten Gebieten wie dem tropischen Afrika, Südostasien, dem nördlichen Teil Südamerikas sowie in Mittelamerika auf.

Karte Malaria

Durch eine Vielzahl von Vorbeugungsmaßnahmen und deren regelmäßige Anwendung kann das Risiko der Infektion, das heißt der infektionsgefährdende Mückenstich, verhindert werden. Hierzu gehören einfach durchzuführende Maßnahmen wie z.B. das Tragen einer hautbedeckenden, möglichst hellen Kleidung am Abend und nachts, Auftragen von Repellents auf die Haut, Einschränken von Deckarbeiten am Abend während der Hafen- und Küstenliegezeiten, die konsequente Nutzung der Klimaanlage und das Schließen der Türen und Fenster.

Einen besonderen Stellenwert in Gebieten mit hohem Malariarisiko hat die medikamentöse Vorbeugung, die von allen Schiffen mit entsprechenden Fahrtgebieten in der Bordapotheke mitgeführt werden muss und die frühzeitige Behandlung an Bord, schon beim ersten Malariaverdacht.

Seeärztlicher Dienst

Logo Seeärztlicher DienstNeben der Qualitätssicherung von Seedienst-Tauglichkeitsuntersuchungen ist der Seeärztliche Dienst im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr für die gesundheitliche Versorgung von Personen an Bord verantwortlich. Hierzu gehören neben der medizinischen Ausbildung nautischer Offiziere auch die medizinische Ausstattung der Bordapotheke und die Herausgabe eines Medizinischen Handbuches See.

Deutsche Gesellschaft für Maritime Medizin

Logo Deutsche Gesellschaft für Maritime MedizinDer Vereinszweck besteht in der Förderung der wissenschaftlichen Schifffahrtsmedizin in der See-, Binnen- und Sportschifffahrt sowie im Offshore- und Hafenbereich durch Unterstützung angewandter Forschung und Verbreitung von Erkenntnissen, sowie durch Entwicklung und Unterstützung der für diese Zwecke geeigneten Strukturen, Organisationen und Institutionen.

Vorträge beim „Runden Tisch Reeder“

Der 26. Juni 2018 stand ganz im Zeichen der gegenseitigen Information: Das BSH hatte zum "Runden Tisch Reeder" geladen und viele Reederei-Vertreter folgten der Einladung. Die Fachleute des BSH und der BG Verkehr informierten über aktuelle Schifffahrtsthemen, u. a. zur Lohnnebenkosten-Förderung, Flaggenrecht und Maritime Cyber-Security:

Bei Rückfragen zu der Veranstaltung mailen Sie uns gerne: runder-tisch-reeder@bsh.de.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hat ihren jüngsten Fährschiffs-Neubau unter deutscher Flagge in Dienst gestellt. Die feierliche Taufe im Innenhafen von Wyk auf Föhr verfolgten viele Gäste und Einheimische. Der Neubau von der Rostocker Neptun-Werft ist bereits seit Anfang Mai auf der Föhr-Amrum-Linie unterwegs.

Mit dem neuesten Doppelendfährschiff stellt die Inselreederei W.D.R. ihren 30. Neubau in ihrer 128jährigen Geschichte in Dienst. Bei einer feierlichen Zeremonie taufte Heike Tholund, die Ehefrau des Inspektionsleiters der W.D.R., das Schiff auf dem Namen "Norderaue". Die Norderaue ist ein Wattstrom, der zwischen den Inseln Amrum und Föhr bis nach Dagebüll verläuft und auf dem das jüngste Schiff der Reederei nun verkehrt.

Die Fähre "Norderaue" ist ein Fortentwicklung der beiden Schwesterschiffe "Uthlande" (2010) und "Schleswig-Holstein" (2011). Wie der Vorbau auch entstand die "Norderaue" auf der Neptun-Werft, die zur Papenburger Meyer-Konzerngruppe gehört. Das Schiff ist 75,88m lang, misst 3.318 BRZ und hat eine Dienstgeschwindigkeit von 12 Knoten. Mit einem maximalen Tiefgang von nur 1,95m ist die Fähre ideal geeignet für die flachen Wattfahrwasser. Neu ist die 4. LKW-Spur, durch die die Kapazität gerade für den morgendlichen Frachtverkehr zu den Insel Föhr und Amrum erheblich ausgeweitet wird.

WDR-Taufe Wyker Dampfschiffs-Reederei / H. Bickel

Beim Bau des Schiffes setzten Werft und Reederei die Anforderungen des blauen Umweltengels für umweltfreundliches Schiffsdesign um. In diesem Jahr soll die Blauer-Engel-Auszeichnung für besonders umweltfreundlichen Schiffsbetrieb folgen. Die Reederei betont, dass die "Norderaue" im Vergleich zum Vorgängerschiff pro befördertem PKW rund ein Viertel weniger Treibstoff verbraucht.

Die W.D.R. hat in den letzten 8 Jahren insgesamt 55 Millionen Euro in drei moderne Doppelend-Fähren investiert. Die W.D.R.-Flotte wird 2019 um einen derzeit in Bau befindlichen Passagier-Katamaran ergänzt. Alle Schiffe der Reederei fahren unter deutscher Flagge.

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat ihren Leitfaden zum Seearbeitsgesetz grundlegend überarbeitet. Der Leitfaden enthält alles Wichtige zum Thema Arbeits- und Lebensbedingungen von Seeleuten.

Das nötige Wissen zu diesem wichtigen Thema erhalten Sie nun in einer neuen praktischen Darstellung in unserem Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. In nützlichen Hinweisboxen wird nicht nur auf passende Dokumente verwiesen, sondern es werden auch wichtige Informationen in Kurzübersichten zusammengefasst und brauchbare Tipps und Hinweise hervorgehoben. So kommt man auch beim kurzen Nachlesen schnell zum Ziel.

Im Vergleich zur Vorgängerversion haben die Fachleute der Dienststelle Schiffssicherheit die Themenbereiche Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung inhaltlich komplett überarbeitet. Neu sind die Informationen zu Trinkwasser auf Seeschiffen sowie Karten zu den Fahrtgebieten für die medizinische Ausstattung. Außerdem bietet der Leitfaden jetzt eine Anleitung zur Auswertung der Arbeits- und Ruhezeiten.

Für die Fischerei enthält der Leitfaden erstmals spezifische Informationen zu Heuerverträgen und Arbeits- und Ruhezeiten.

Mit diesem QR-Code haben Sie den Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge immer parat auf ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserer Rubrik "Arbeiten und Leben an Bord".

Einladung zum „Runden Tisch Reeder“ am 28.06.2018, 10:00 – 16:30 Uhr beim

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Str. 78
20359 Hamburg.

Zur Verbesserung des Informationsaustausches mit den Reedereien veranstaltet das BSH am 28.06.2018 erneut einen „Runden Tisch Reeder“, bei dem verschiedene aktuelle Themen aus der Schifffahrt, beispielsweise Schifffahrtsförderung, Flaggenrecht, elektronische Kommunikation, angesprochen werden. Ziel des Informations- und Meinungsaustausches ist es, die Bedarfe der Reedereien in der Zusammenarbeit mit dem BSH bzw. allgemein der Flaggenstaatverwaltung noch besser identifizieren und berücksichtigen zu können.

Wenn Sie teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Anmeldung bitte bis zum 08.06.2018 an runder-tisch-reeder@bsh.de. Aus Kapazitätsgründen ist derzeit ein/e Teilnehmer/in pro Reederei vorgesehen; bei Interesse können mehr Personen angemeldet werden. Nach Anmeldeschluss erhalten Sie eine verbindliche Zusage, ob und gegebenenfalls mit wie vielen Personen Sie teilnehmen können.

Tagesordnung

10:00  Begrüßung
10:15 – 11:00
Schifffahrtsförderung
Neue Förderkulisse LNK-Richtlinie – erste Erfahrungen, Verwendungsnachweisverfahren, EU Datenschutzgrundverordnung ....
11:00 – 11:45
Flaggenrecht
Erfahrungen aus der Praxis, Ablösebeträge / Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland ....
11:45 – 12:00
Kaffeepause
12:00 – 12:30
Befähigungszeugnisse
Der neue Polar-Code – Befähigungen und -nachweise ....
12:30 – 13:30
Mittagspause
13:30 – 14:15
Navigation und Kommunikation
Aktuelle Projekte, Mindestausrüstungsanforderungen ....
14:15 – 15:15
Dienststelle Schiffssicherheit  
Meeresumweltschutz, Cyber Security, Seearbeitsrecht, Gleichwertigkeitsbescheinigungen ....
15:15 – 16:00
Sonstiges / Verschiedenes
Entwicklungen MEPC (MEPC 72), Umsetzung Ballastwasserübereinkommen, Übergreifende Übungen, Cyber Risk Prevention, elektronische Zeugnisse ....
16:00 – 16:15
Schlusswort

Ab dem 25. Mai 2018 gilt die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung, die viele neue Datenschutzbestimmungen für die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union enthält.

Die Behörden des deutschen Flaggenstaats haben für Sie Datenschutzhinweise erstellt. Darin erfahren Sie, wie Ihre persönlichen Daten in den verschiedenen Bereichen der Behörden verwendet werden.

Datenschutzhinweise der BG Verkehr / Dienststelle Schiffssicherheit

Allgemeine Datenschutzerklärung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Erfahren Sie mehr über die Datenschutzbestimmungen unserer Website in unserer Datenschutzerklärung.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn hat die Reederei Drevin die "Thetis D" unter die deutsche Flagge gebracht. Die Einflaggung des 168m langen Containerschiffes erfolgte am 20. März in Hamburg.

Die "Thetis D" fuhr bisher wie die drei anderen eigenen Containerschiffe der Reederei unter der Liberia-Flagge. Durch die Übernahme des deutschflaggigen Feederschiffes "Concordia" von der Reederei Koppelmann im Herbst letzten Jahres machte die Reederei Drevin erste Erfahrungen mit der deutschen Flagge. "Wir waren positiv überrascht, wie schnell und unbürokratisch die deutsche Flaggenstaatverwaltung arbeitet", so Reedereichef Mark Drevin. Sollte sich dieser gute Eindruck fortsetzen, könne man sich schwarz-rot-gold auch für die anderen Schiffe der Reederei vorstellen.

Die Reederei Drevin entstand 1983 durch die Übernahme des Motorschiffes "Sabine D" von der Reederei Osterwisch. Sie bereedert eine Flotte von fünf modernen Containerschiffen, von denen die 2009 bei der Sietas-Werft gebaute "Thetis D" das modernste ist. Das in Cuxhaven ansässige Schifffahrtsunternehmen ist aktiv in der Ausbildung von seemännischen Nachwuchs.

Nachrichtenbild: Thetis eingeflaggt

Wer als Reederei kontinuierlich ausbildet, sichert seine eigene Zukunft und wird auch in wirtschaftlich besseren Zeiten keine Nachwuchsprobleme haben. Darauf hat die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) hingewiesen, die jetzt ihren Jahresbericht 2017 vorgelegt hat.

Der Jahresbericht 2017 der BBS enthält eine Fülle von statistischen Daten über die Ausbildung von jungen Seeleuten. So konnte die BBS im letzten Jahr 146 neue Ausbildungsverhältnisse zum Schiffsmechaniker verzeichnen. Gegenüber 2016 bedeutet dies einen leichten Anstieg (2016: 126 neue Ausbildungsverhältnisse). Dieses leichte Plus zeigt sich auch bei den Nautischen Offiziersassistenten: 2017 stellte die BBS 163 Ausbildungsbescheinigungen aus (2016: 148).

BBS Bild zum Jahresberichtartikel

Trotz dieser positiven Tendenz sind aber die Ausbildungszahlen im Vergleich zum Jahr 2015 und davor immer noch vergleichsweise gering. Vor der Schifffahrtskrise (2007 und davor) lagen die Ausbildungszahlen doppelt so hoch. Das Niveau der jetzigen Ausbildungsverträge liegt in etwa auf dem Stand Ende der 1990er Jahre.

Die BBS macht deutlich, dass die deutsche Handelsflotte und der Schifffahrts- und Reedereistandort Deutschland ihre Potenziale nur voll ausschöpfen können, wenn hochqualifiziertes und motiviertes Personal zur Verfügung steht. Daher sei die Ausbildung des seemännischen Nachwuchses als Einstieg in die maritime Arbeitswelt weiterhin von besonders hoher Bedeutung. Die BBS appelliert an die Schifffahrtsunternehmen, auch zukünftig junge Menschen für maritime Berufe zu begeistern.

Seit dem 14. März hat die jahrelange Diskussion um die Traditionsschifffahrt ein vorläufiges Ende gefunden. Mit einer Änderung der Schiffssicherheitsverordnung hat das Bundesverkehrsministerium die Vorschriften für Traditionsschiffe neu gefasst und damit viele umstrittene Punkte neu geregelt.

Mit der geänderten Schiffssicherheitsverordnung hat die Bundesregierung die Sicherheitsstandards für Traditionsschiffe deutlich erhöht. Erstmals enthält die Vorschrift jetzt Regelungen über Bauweise und Unterteilung, sowie Anforderungen an die Stabilität von Traditionsschiffen. Neu sind auch Bestimmungen zur Eignung und Befähigung der Besatzung. So müssen sich z.B. die Besatzungsmitglieder, die zur sicheren Mindestbesatzung gehören, nach einer Übergangszeit alle zwei Jahre auf ihre gesundheitliche Tauglichkeit hin überprüfen lassen. Die Erste-Hilfe-Ausbildung der Besatzung wird an die in der Seeschifffahrt geltenden Standards angenähert.

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt hatte die geänderte Verordnung am 7. März unterschrieben und zeigte sich zufrieden mit den Änderungen: "Unsere Traditionsschiffe sind großartige Wahrzeichen der Schifffahrtsnation Deutschland. Dieses kulturelle Erbe wollen wir langfristig erhalten und haben die Schiffe jetzt fit für die Zukunft gemacht. Dafür haben wir gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden eine Lösung gefunden, die die Sicherheit auf historischen Schiffen für Besatzung und Passagiere erhält und stärkt."

Auch die Vertreter der Traditionsschifffahrt begrüßen die neue Verordnung und heben vor allem die Zusicherung eines Bestandsschutzes für die über 100 Traditionsschiffe in Deutschland hervor. Deren Status als Traditionsschiff wird, solange keine größeren Veränderungen vorgenommen werden, nicht neu bewertet.

Ansonsten gilt eine neue Definition des Traditionsschiffes. Ein Traditionsschiff ist nach der Verordnung "ein historisches Wasserfahrzeug, an dessen Präsentation in Fahrt ein öffentliches Interesse besteht". Als historische Schiffe gelten Originale, deren Erscheinungsbild praktisch unverändert ist. Historischen Schiffen gleichgestellt sind sogenannte Rück- und Nachbauten sowie Segelschulungsschiffe.

Bild: Schiffssicherheitsverordnung für Traditionsschiffe

Zur Lösung von möglichen strittigen Fragen sollen die beiden Ombudsleute Prof. Dr. Peter Ehlers, ehemaliger Präsident des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, sowie die ehemalige Bundestagsabgeordnete Dr. Valerie Wilms, als Vermittler zwischen den Schiffsbetreibern und der BG Verkehr als Zulassungsstelle fungieren. Die Bundesregierung hat zudem angekündigt, notwendige Umbauten von Traditionsschiffen durch Fördermittel zu unterstützen.

Neben der Traditionsschifffahrt sind auch andere Bereiche vor allem der nationalen Schifffahrt neu geregelt worden. Die bisherigen Richtlinien für verschiedene Schiffsarten sind jetzt mit wenigen redaktionellen Änderungen in die geänderte Schiffssicherheitsverordnung übernommen worden. Die alte Schiffssicherheitsverordnung aus dem Jahr 1986, auf die noch in Teilen zurückgegriffen wurde, ist jetzt außer Kraft gesetzt worden.

Eine weitere Änderung der Verordnung betrifft kleinere Schiffe, die in den Bodden, Haffen und Förden der Ostsee unterwegs sind, also im Übergangsbereich zwischen dem Binnen- und dem Seebereich. Diese Schiffe - vor allem kleinere Fischereifahrzeuge - unterliegen nach einer Übergangsfrist von einem Jahr wieder den See-Vorschriften, wenn sie keine Zulassung nach der Binnenschiffsuntersuchungsordnung haben.

Aufgrund von zwei Schiffbränden beim Transport von Düngemitteln hat die IMO ein Rundschreiben zu den Transportbedingungen von ammoniumnitrathaltigem Düngemittel herausgegeben.

Ammoniumnitrathaltige Düngemittel sind im IMSBC-Code zwar in der Gruppe C (nicht gefährlich) eingestuft, zwei Unglücke auf Schiffen in den letzten Jahren haben aber gezeigt, dass sich einige Düngemittel unter ungünstigen Umständen beim Transport zersetzen und dadurch hochgiftige Dämpfe austreten können.

Das Rundschreiben des Unterausschusses "Carriage of Cargoes and Containers" (CCC) der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO enthält konkrete Hinweise, wie ammoniumnitrathaltige Düngemittel befördert werden sollen und was bei einer Selbstzersetzung oder einem Brand zu tun ist.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik "Schüttgüter - IMSBC-Code".

MS Purple Beach Havariekommando

Wer kennt nicht das bekannte Seemannslied "What shall we do with the drunken sailor?". Das Klischee von betrunkenen Seeleuten ist auch heute noch weit verbreitet. Dabei konsumieren Seeleute nicht mehr Alkohol als die durchschnittliche deutsche Bevölkerung. Das ist ein Ergebnis einer Fachkonferenz, die vor kurzem in Hamburg stattfand.

Gut hundert Fachleute waren am 14. Februar zu dem Wissenschaftlichen Symposium "Alkohol, Drogen, Verkehrseignung - Schifffahrt" nach Hamburg gekommen, um den sechs Fachvorträgen zu folgen. Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (B.A.D.S.) und das Institut für Rechtsmedizin am UKE hatten die Konferenz organisiert.

Die Vortragenden aus den Bereichen Schifffahrtsmedizin, Gerichtswesen, Wasserschutzpolizei und Medizinunternehmen machten deutlich, dass der Beruf des Seemanns zu den sogenannten risikoreichen Stressberufen gehört. Im Vergleich zu Landberufen seien Seeleute deutlich mehr Stressfaktoren ausgesetzt - wie zum Beispiel Wettereinflüssen, soziale Isolation, Schichtdienst und langen Arbeitszeiten und Piraterie.

Trotz dieser erhöhten Anforderungen gebe es aber keine Belege dafür, dass Seeleute mehr Alkohol konsumieren würden als die Durchschnittsbevölkerung. Die Wasserschutzpolizei stellte im Jahr 2016 im Hamburger Hafen nur fünf Fälle von übermäßigen Alkohol- und Drogengenuss in der Binnen- und Seeschifffahrt fest. Regelmäßige und verstärkte Alkohol- und Drogenkontrollen seien aber wichtig, da die möglichen Schäden durch Trunkenheitsfahrten in der Seeschifffahrt deutlich höher seien als im Straßenverkehr.

Keine Einigkeit gab es bei der Frage, ob für die Seeschifffahrt generell eine Null-Promille-Grenze eingeführt werden soll, wie sie für Fahrgastschiffe und Schiffe mit gefährlichen Gütern bereits jetzt gilt. Einige Reedereien verbieten den Alkohol- und Drogenkonsum an Bord ihrer Schiffe. Auf der anderen Seite, so einige Experten, müsse man berücksichtigen, dass für Seeleute ein Schiff nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern zugleich auch Wohnort über mehrere Monate ist.

Die erforderliche medizinische Ausrüstung hängt unter anderem vom Fahrtgebiet ab. Eine Übersicht über diese Fahrtgebiete bieten unsere beiden neuen Karten.

Der aktuelle "Stand der medizinischen Kenntnisse" informiert über die erforderliche medizinische Ausrüstung, die an Bord vorhanden sein muss. Welchen Umfang diese Ausrüstung haben muss, hängt von der Anzahl der Personen an Bord, dem Fahrtgebiet und davon ab, ob es sich um ein Fischereifahrzeug handelt.

Für einen besseren Überblick über die Fahrtgebiete hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Zusammenarbeit mit dem Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr zwei Karten entworfen. Die eine Karte bietet eine Übersicht über die Fahrtgebiete für Handelsschiffe (ohne Fischerei) und die andere über die Fahrtgebiete für Fischereifahrzeuge.

Bei den Fahrtgebieten für die medizinische Ausstattung für Handelsschiffe wird unterschieden zwischen:

  • Hafenbereich,
  • nationaler und küstennaher Fahrt,
  • europäischer Fahrt und
  • weltweiter Fahrt.

Bei Fischereifahrzeugen gibt es für die medizinische Ausstattung die Fahrtgebiete:

  • Küstenfischerei,
  • große Hochseefischerei und
  • kleine Hochseefischerei.

Weitere Informationen zur medizinischen Ausrüstung auf Schiffen finden Sie in unserer Rubrik "Maritime Medizin".

Für Handelsschiffe unter deutsche Flagge sind einige neue Vorgaben für die medizinische Ausstattung an Bord in Kraft getreten.

Der neue "Stand der medizinischen Erkenntnisse" enthält neben den Ausstattungsverzeichnissen auch praktische Hinweise zur Aufbewahrung von Medikamenten und Medizinprodukten an Bord. Die Reeder müssen die Änderungen erst bei der nächsten jährlichen Überprüfung der medizinischen Ausstattung umsetzen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Maritime Medizin". Die zusammengefassten Änderungen gegenüber dem vorherigen Stand der medizinischen Erkenntnisse haben wir Ihnen in einem Informationsblatt zusammengestellt.

Neue medizinische Ausstattung (groß)

Die BG Verkehr hat vor kurzem zwei Allgemeinverfügungen zu Arbeits- und Ruhezeiten erneuert. Die Regelung ermöglicht flexiblere Arbeitszeitregelungen für Seeleute auf Fischereifahrzeugen und Schiffen in der saisonalen Ausflugsschifffahrt.

Die Laufzeit der beiden Allgemeinverfügungen ist auf zwei Jahre begrenzt. Die BG Verkehr hatte zuvor gleichlautende Bescheide herausgegeben, so dass sich im Vergleich zur Vorgänger-Version inhaltlich nichts verändert hat.

Allgemeinverfügungen (klein)

Die Allgemeinverfügung für die saisonale Ausflugsschifffahrt gilt für Schiffe, die keinen Linienverkehr betreiben und für die keine gesetzliche Beförderungspflicht besteht. Die Regelung ermöglicht Jahresarbeitszeitkonten, das heißt Mehrarbeit in der Saison, die nach Abschluss der Saison durch Freizeit ausgeglichen wird.

Die Regelung für die Küstenfischerei und für die Kleine Hochseefischerei ermöglicht ebenfalls längere Arbeitszeiten. Die Fischer müssen auch keine Übersicht die Arbeitsorganisation führen, wenn sie keinem regelmäßigen Wachrhythmus unterliegen.

Am 14. Februar 2018 findet in Hamburg ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Alkohol, Drogen und Verkehrseignung - Schifffahrt“ statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Das Symposium wird am 14. Februar von 13 bis ca. 18 Uhr auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) stattfinden. Organisator der Veranstaltung ist der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (B.A.D.S.). Als Referent wird unter anderem der Leiter des Seeärztlichen Dienstes der BG Verkehr auftreten.

Weitere Informationen finden Sie in dem Ankündigungs-Flyer.

Beitragssätze in der Sozialversicherung für das Jahr 2018

Krankenversicherung

Allgemeiner Beitragssatz (exkl. jeweiliger Zusatzbeitrag)

14,60 %

Anteil Arbeitnehmer

7,30 %

Zzgl. Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer (variiert je nach Krankenkasse)

Link

Anteil Arbeitgeber

7,30 %

Pflegeversicherung

Beitragssatz grundsätzlich

2,55 %

Anteil Arbeitnehmer

1,275 %

Anteil Arbeitgeber

1,275 %

Kinderlose insgesamt

2,80 %

Anteil Arbeitnehmer

1,525 %

Anteil Arbeitgeber

1,275 %

Rentenversicherung

Allgemeine Rentenversicherung

18,60 %

Anteil Arbeitnehmer

9,3 %

Anteil Arbeitgeber

9,3 %

Seemannskasse

Beitragssatz

4,00 %

Anteil Arbeitnehmer

2,00 %

Anteil Arbeitgeber

2,00 %

Arbeitslosenversicherung

Beitragssatz

3,00 %

Anteil Arbeitnehmer

1,50 %

Anteil Arbeitgeber

1,50 %

See-Unfallversicherung

Beitragssatz Seeleute

4,9 %

Bruchteil Landbeschäftigte in Seefahrtbetrieben

1/8*

Umlagesätze

Umlage 1 = Krankheit, Kur (Erstattungssatz 80%)

0,90 %

Umlage 2 = Mutterschutz (Erstattungssatz 100%)

0,24 %

Insolvenzgeldumlage

0,06 %

*Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt x 1/8 (Bruchteil) x 4,9 % (Umlagesatz) = Beitrag

Stand 20.12.2017; alle Angaben ohne Gewähr

(nach oben)

Rechengrößen der Sozialversicherung für das Jahr 2018

  Bezugsgröße - § 18 SGB IV – in EUR Beitragsbemessungsgrenze in EUR
Kranken- und Pflegeversicherung

Gesamte Bundesrepublik

3.045,00 / Monat

36.540,00 / Jahr

4.425,00 / Monat

53.100,00 / Jahr

Renten- und Arbeitslosenversicherung

Alte Bundesländer (inkl. Berlin/West)

3.045,00 / Monat

36.540,00 / Jahr

6.500,00 / Monat

78.000,00 / Jahr

Neue Bundesländer (inkl. Berlin/Ost)

2.695,00 / Monat

32.340,00 / Jahr

5.800,00 / Monat

69.600,00 / Jahr

Seemannskasse

Alte Bundesländer (inkl. Berlin/West)

-

6.500,00 / Monat

78.000,00 / Jahr

Neue Bundesländer (inkl. Berlin/Ost)

 

5.800,00 / Monat

69.600,00 / Jahr

 
Unfallversicherung: Höchstjahresarbeitsverdienst

Höchstarbeitsverdienst (je Arbeitnehmer)

72.000,00 EUR

Jahresarbeitsentgeltgrenze

Allgemeine Grenze

59.400,00 EUR

Bordverpflegung – Beköstigungssätze

Vollverpflegung monatlich

246,00 EUR

Mittag- und Abendessen jeweils monatlich

96,00 EUR

Frühstück monatlich

51,00 EUR

Aktueller Umrechnungskurs für nichtdeutsche Seeleute auf ISR-Schiffen (§ 17a SGB IV)

Referenzkurs EZB Oktober 2017

Gültig
01.01. - 31.03.2018

1 USD = 0,8506 €

1 € = 1,1756 USD

Referenzkurs EZB Juli 2017

Gültig
01.10. - 31.12.2017

1 USD = 0,8687 €

1 € = 1,1511 USD

Referenzkurs EZB April 2017

Gültig
01.07. - 30.09.2017

1 USD = 0,9326 €

1 € = 1,0723 USD

Stand 20.12.2017; alle Angaben ohne Gewähr

(nach oben)