Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
Brandstwiete 1
20457 Hamburg

Referat Nautik

Peer Lange
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Ausrüstung zur Rettung aus See

Sichere Rettung von über-Bord-Gefallenen ist bisher nur schwer möglich

Jeder Seemann kennt diese Regel: Eine Hand für mich, eine Hand für das Schiff! Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Seeleute bei starkem Seegang durch übergehende Wellen über Bord gespült werden. Auch bei der Hilfeleistung für Schiffbrüchige oder bei großen Schadensereignissen mit vielen Personen an Bord stellt sich die Frage, wie man im Wasser treibende oder schwimmende Personen wieder an Bord bekommt.

Gerade größere Seeschiffe haben einen hohen Freibord, das heißt, die Schiffswände sind bei modernen Containerschiffen häufig mehr als 10 Meter hoch. Ohne geeignete Rettungsmittel haben im Wasser befindliche Personen keine Chance, wieder an Bord zu kommen. Die auf größeren Seeschiffen vorgeschriebenen Bereitschaftsboote können bei stärkerem Seegang nicht mehr eingesetzt werden, weil dann die Eigengefährdung für die Rettungscrew zu groß ist.

Bei der Rettung von unterkühlten Personen aus dem Wasser ist eine horizontale Bergung entscheidend. Bei einer senkrechten Abbergung, wie es zum Beispiel bei der Rettung durch Hubschrauber häufig der Fall ist, besteht die Gefahr des tödlichen Kreislaufzusammenbruchs. Ursache hierfür ist der Abfall des Blutdrucks, nachdem der Verunfallte aus dem Wasser gerettet wurde.

Überprüfung von Ausrüstung für die Rettung aus See ist international verbindlich

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat sich international für die Einführung praxisgerechter Ausrüstung für die Rettung aus See stark gemacht. Sie wurde bei ihrer Arbeit bei der internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO durch die Flaggenstaaten Australien, Frankreich, Großbritannien, Island, Schweden sowie der internationalen Rettungsorganisation IMRF für "Recovery Systeme" unterstützt. Der jahrelange Einsatz hat sich gelohnt: Die Reeder sind verpflichtet, die Ausrüstung für die Rettung aus See auf ihren Schiffen kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls neue Geräte anzuschaffen. Die entsprechende Regel 17-1 im Kapitel III des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS-Übereinkommen) gilt für alle vorhandenen und neuen Schiffe unabhängig von deren Größe und Fahrtgebiet. Von der Vorgabe ausgenommen sind Sonderfahrzeuge, Traditionsschiffe, Sportboote und Schiffe der Marine.

Weitere Informationen finden Sie in der SOLAS-Regel III/17-1, umgesetzt durch die Entschließung MSC.338(91) sowie in dem Rundschreiben MSC.1/Circ.1447 (beide auf Englisch).

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr unterstützt Reedereien mit Schiffen unter deutscher Flagge bei der Beurteilung und der Auswahl vorhandener und neuer Möglichkeiten bei der Personenrettung.

Zum besseren Verständnis beachten Sie bitte auch das Flaggenstaats-Zirkular Nr. 01-2014.

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Unser Filmangebot: Personenrettung aus See

Wir bieten Ihnen verschiedene Filme zum Thema "Personenrettung aus dem Wasser". Die Filme zeigen beispielhaft verschiedene Rettungssysteme (-geräte) zur Personenrettung, die in Frankreich, Norwegen und Deutschland entwickelt wurden. Im Mittelpunkt steht das Rettungsgerät "RLS - Rescue Star", das für die professionelle Anwendung an Bord von Fracht- und Fahrgastschiffen entwickelt wurde. Der Film "Medizinische Erstmaßnahmen bei Unterkühlung" ist besonders für Ausbildungs- und Schulungszwecken geeignet.

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Grundlagenarbeit für praxisgerechte Rettungsausrüstung

Bereits seit 2006 koordiniert die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr (früher: See-Berufsgenossenschaft) die Grundlagenarbeit im Bereich der Personenrettung aus dem Wasser. Sie gründete eine Arbeitsgruppe zum Thema "Recovery - Rettung von Personen aus dem Wasser". An der Arbeitsgruppe waren unter anderem folgende Organisationen und Personen beteiligt:

  • Reederei NSB,
  • Projekt SARRAH,
  • Bundespolizei,
  • Verband Deutscher Reeder,
  • Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung,
  • Germanischer Lloyd,
  • Schleswig Holsteinische Seemannsschule,
  • die Marine und
  • der Entwickler Prof. M. Schwindt (ehemals Hochschule für ang. Wissenschaft und Kunst, Hildesheim, HAWK).

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat die Arbeit der Entwickler begleitet und koordiniert, Erprobungen durchgeführt und in mehreren Filmen die Erfahrungen der aussichtsreichsten Neuentwicklung - des "Rescue Stars" -dokumentiert.

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