Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
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20457 Hamburg

Alexander Dierichs
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Fischereifahrzeuge

Definition des Begriffes "Fischereifahrzeug"

Als Fischereifahrzeuge werden alle Seeschiffe bezeichnet, die auf den Fang von Fischen spezialisiert sind, zum Beispiel:

  • Trawler für die Schleppnetzfischerei,
  • Fabrikschiffe, sofern sie über Verarbeitungsanlagen verfügen, um den Fang zu filetieren, zu frosten und zu verpacken,
  • Kutter in der Küstenfischerei,
  • Schiffe in der Kleinen und Großen Hochseefischerei,
  • Schiffe, welche die Langleinenfischerei ausüben.

 

Verschiedene Rechtsvorschriften

Die Anforderungen an die Schiffssicherheit richten sich nach verschiedenen Rechtsvorschriften. Unterschieden werden Fischereifahrzeuge:

  • mit einer Länge von 24 Metern und mehr oder
  • unter 24 Metern Länge.

Für größere Fischereifahrzeuge gilt europäisches Recht

Für Fischereifahrzeuge unter deutscher Flagge mit einer Länge von mehr als 24 Metern gilt europäisches Recht in Form der Richtlinie 97/70/EG. Diese Richtlinie setzt das Internationale Übereinkommen von Torremolinos über die Sicherheit von Fischereifahrzeugen von 1977 (in der Fassung des Protokolls von 1993) für die EU-Mitgliedstaaten um. Die EG-Richtlinie enthält neben allgemeinen Sicherheitsbestimmungen genaue Vorgaben zur Bauart der Schiffe, zu deren Unterteilung und Stabilität sowie zu Maschinen und elektrischen Anlagen an Bord. Auch stellt die Richtlinie Anforderungen an den Brandschutz, Feuerlösch- und Rettungsmittel eines Fischereifahrzeuges auf. Das internationale SOLAS-Übereinkommen, das für Frachtschiffe anzuwenden ist, gilt für Fischereifahrzeuge nicht.

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr stellt Fischereifahrzeugen von mehr als 24 Metern Länge unter deutscher Flagge nach vorheriger Besichtigung ein „Konformitätszeugnis“ aus, wenn sie die Anforderungen der Artikel 3 und 5 der Richtlinie 97/70/EG erfüllen. Dazu ist in der Regel auch ein Krängungstest nötig. Außerdem müssen diese Fischereifahrzeuge ein Ausrüstungsverzeichnis an Bord mit sich führen, dessen Muster bei der Dienststelle Schiffssicherheit zu erhalten ist. Das „Konformitätszeugnis“ sowie das Ausrüstungsverzeichnis sind in regelmäßigen Abständen zu erneuern.

Die näheren Anforderungen an die Schiffssicherheit ergeben sich aus der Richtlinie 97/70/EG.

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Kleinere Fischereifahrzeuge unterliegen deutschem Recht

Fischereifahrzeuge unter deutscher Flagge unter 24 Metern Länge unterfallen deutschem Recht. Es gilt die deutsche Richtlinie für Fischereifahrzeuge auf der Grundlage des § 6 der Schiffssicherheitsverordnung mit – abgesehen von der baulichen Beschaffenheit des Schiffes - ähnlichen Anforderungen an die Schiffssicherheit im Sinne der §§ 3 und 7 bis 9 des Schiffssicherheitsgesetzes. Die konkreten Bestimmungen variieren dabei je nach Schiffsgröße, Rumpfform, Fanggeschirr und beabsichtigtem Fahrtgebiet. Auch unterscheiden einzelne Sicherheitsanforderungen der deutschen Richtlinie zwischen offenen und gedeckten Fischereifahrzeugen. Insbesondere muss das Fischereifahrzeug eine für den beantragten Fahrtbereich ausreichende bauliche Beschaffenheit aufweisen.

Näheres über die Anforderungen an die Schiffssicherheit finden Sie in der deutschen Richtlinie für Fischereifahrzeuge unter 24m Länge.

Wenn die Schiffsbesichtigung die Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Richtlinie ergeben hat, erteilt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr ein Sicherheitszeugnis für Fischereifahrzeuge für die Dauer von höchstens fünf Jahren.

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Weitere Informationen über die Seefischerei

In dem Informationsportal "Fischerei in Deutschland" des Bundes und der Länder finden Sie weitere Informationen zur Binnen- und Seefischerei.

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