Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
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20457 Hamburg

Bereich Hafenstaatkontrolle

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Ablauf der Besichtigungen

Bei der Erstbesichtigung werden alle wichtigen Bereiche eines Schiffes überprüft

Für den Ablauf einer Hafenstaatkontrolle gibt es verbindliche Vorgaben: Zu Beginn wird auf jedem Schiff eine Eingangskontrolle (Initial Inspection) durchgeführt. Diese Kontrolle beginnt bereits beim Anbordgehen und mit der Besichtigung des Außenzustandes des Schiffes. An Bord stellen sich die Inspektoren kurz vor und besprechen mit dem Kapitän den weiteren Ablauf. Anschließend werden alle Zeugnisse und Dokumente des Schiffes und der Besatzung geprüft. Danach folgt ein Rundgang über die Brücke, die Aufbauten, das Hauptdeck, den Wohn- und Arbeitsbereich und den Maschinenraum. Reine Papierkontrollen gibt es also nicht. Wenn die Besichtiger bei der Eingangskontrolle größere Mängel feststellen, untersuchen sie das Schiff intensiver ("More Detailed Inspection").

Erweiterte Besichtigung bei "Risikoschiffen"

Im November 2002 brach der Öltanker "Prestige" 250 km vor der spanischen Küste auseinander und verursachte eine große Ölverschmutzung an den Küsten. Die Politik handelte daraufhin und verschärfte die Sicherheitsregeln für Schiffe und deren Kontrolle. Seit 2011 unterliegen Tanker, Massengut- und Passagierschiffe, die älter als 12 Jahre sind, einer erweiterten Hafenstaatkontrolle ("Expanded Inspection"). Auch Schiffe, die auf Grund der festgestellten Mängel in Kombination mit unterdurchschnittlichen Leistungen von Betreiber, Flaggenstaat und Klassifikationsgesellschaft als Hochrisikoschiffe eingestuft werden, unterliegen einer erweiterten Kontrolle.

Ro-Ro-Fahrgastschiffe und Hochgeschwindigkeitsfähren werden während des Fährbetriebes kontrolliert

RoRo-Schiffe (von englisch: Roll on/Roll off) sind Schiffe, auf die PKW, LKW oder Züge gefahren werden. Die häufig durchgehenden Ladedecks und die großen Öffnungen zum Beladen können bei einem Wassereinbruch dazu führen, dass RoRo-Schiffe schnell instabil werden. Zudem kann sich ein ausbrechendes Feuer an Bord durch die fehlende Unterteilung deutlich schneller ausbreiten. Auch Fahrgast-Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge haben im Vergleich zu anderen Schiffstypen ein höheres Gefährdungspotential. Diese beiden Schiffstypen werden daher intensiver als andere Schiffe kontrolliert. Unter anderem sind auch Besichtigungen während des Fährbetriebes vorgeschrieben. Diese Besichtigungen führen die Besichtiger der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr in der Regel in Kooperation mit dem Gastland und dem jeweiligen Flaggenstaat durch.

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