Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
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Fahrgastregistrierung

Reeder müssen Personen auf Fahrgastschiffen registrieren

Für den Notfall gewappnet sein – diese Devise gilt auch in der Seeschifffahrt. Bei einem größeren Schiffsunfall ist es für die Rettungskräfte wichtig zu wissen, wie viele Personen sich an Bord befinden. Ohne dieses Wissen ist im Unglücksfall keine effektive Suche und Rettung möglich – erst recht nicht bei mehreren hundert Fahrgästen auf einem Fähr- oder Ausflugsschiff.

Der europäische Gesetzgeber schreibt daher für die Reeder von Fahrgastschiffen, die aus einem EU-Hafen auslaufen, eine genaue Zählung und Registrierung aller Personen an Bord vor. Das nach der Richtlinie 98/41/EG vorgeschriebene Registrierungssystem hat den zusätzlichen Vorteil, dass nie mehr Personen an Bord sind als für das Schiff und seine Sicherheitsausrüstung zugelassen ist.

Registrierungssysteme auf Fahrgastschiffen müssen von einem EU-Mitgliedstaat zugelassen sein.

Der Reeder eines Fahrgastschiffes ist verpflichtet, einen Fahrgastregisterführer an Land zu benennen. Dieser Fahrgastregisterführer ist für die Aufbewahrung der registrierten Angaben und in einem Notfall oder nach einem Unfall zusätzlich auch für deren Weiterleitung an die zuständige Behörde verantwortlich.

Anforderungen an das Registrierungsystem

Der europäische Gesetzgeber hat Fahrgastschiffe in zwei Kategorien eingeteilt, für die unterschiedliche Anforderungen an das Registrierungssystem gelten:

  • Kategorie I - Fahrten innerhalb maximal 20 Seemeilen ab dem Ausgangspunkt

Läuft das Schiff aus einem Hafen aus und unternimmt eine Fahrt von nicht mehr als 20 Seemeilen ab dem Ausgangspunkt, so sind alle Personen an Bord zu zählen und vor Abfahrt dem Kapitän und der Reederei (= dem Fahrgastregisterführer) zu melden.

  • Kategorie II - Fahrten von mehr als 20 Seemeilen ab dem Ausgangspunkt

Bei Fahrten von mehr als 20 Seemeilen Abstand ab dem Ausgangspunkt müssen zusätzlich zur Zählung und Meldung (wie Kategorie I) auch folgende Angaben aller an Bord befindlicher Personen registriert werden:

  1. Familiennamen und Vornamen oder Anfangsbuchstaben,
  2. Geschlecht,
  3. Altersgruppe (Erwachsener, Kind oder Kleinkind),
  4. auf Wunsch des Fahrgäste die im Notfall benötigte besondere Betreuung oder Hilfe zu erfassen.

Diese Daten müssen spätestens 30 Minuten nach Abfahrt der Reederei (= dem Fahrgastregisterführer) übermittelt werden.

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Zulassung von Registrierungssystemen für Fahrgastschiffe unter deutscher Flagge

Für Schiffe unter deutscher Flagge ist die BG Verkehr für die Zulassung zuständig. Die Details der Zulassung richten sich nach dem tatsächlichen Einsatzgebiet des jeweiligen Fahrgastschiffes:

  • Kategorie I (bis max. 20sm ab Ausgangspunkt):

Das Registrierungssystem gilt als zugelassen, wenn es den Anforderungen der Allgemeinverfügung  der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr zur Genehmigung von Registrierungssystemen auf Fahrgastschiffen vom 09.06.2015 entspricht.

  • Kategorie II (mehr als 20sm ab Ausgangspunkt):

Reedereien von Fahrgastschiffen der Kategorie II müssen bei der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr die Zulassung ihrer Registrierungssysteme beantragen.

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Fahrgastschiffe unter ausländischer Flagge in deutschen Gewässern

Reeder von Fahrgastschiffen unter ausländischer Flagge, die aus einem deutschen Hafen auslaufen, müssen der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr nachweisen, dass sie die Richtlinie 98/41/EG einhalten. Das Registrierungssystem muss dafür entweder bereits in einem anderen EU-Staat zugelassen sein oder der Reeder muss die Zulassung des Systems bei der Dienststelle Schiffssicherheit beantragen.

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Antrag auf Zulassung eines Registrierungssystems


Reedereien können den ausgefüllten Antrag und die ggf. notwendigen Anlagen auch an die Dienststelle Schiffssicherheit mailen:

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