Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
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20359 Hamburg

Dr. Liliane Rossbach
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Gefahrenabwehrplan

Gefahrenabwehrplan / Ship Security Plan (SSP)

Jedes Schiff, auf das der ISPS-Code Anwendung findet, muss einen von der Verwaltung genehmigten Gefahrenabwehrplan auf dem Schiff (SSP) an Bord mitführen. Der Gefahrenabwehrplan beschreibt unter anderem die Verfahren und Maßnahmen, die für die Gefahrenstufen 1 bis 3 getroffen werden.

Der Beauftragte zur Gefahrenabwehr im Unternehmen / Company Security Officer (CSO) ist verantwortlich dafür, dass der Plan erstellt und fortgeschrieben wird (§ 7 Abs. 1 SeeEigensichV). Der Beauftragte zur Gefahrenabwehr auf dem Schiff / Ship Security Officer (SSO) ist dafür verantwortlich, dass die im Plan beschriebenen Maßnahmen und Verfahren umgesetzt werden. Mängel in der Umsetzung können Sanktionen gegen den SSO oder das Schiff nach sich ziehen. Der Gefahrenabwehrplan ist ein vertrauliches Dokument und deshalb stets vor unberechtigtem Zugriff zu schützen und unter Verschluss zu halten (§ 7 Abs. 5 SeeEigensichV).

Mindestanforderungen an einen SSP

Die inhaltlichen Mindestanforderungen an einen SSP für Seeschiffe unter Bundesflagge sind im ISPS Code (Teil A und B, jeweils Abschnitt 9) i.V.m. Art. 3 Abs. 4 und 5 der Verordnung (EG) Nr. 725/2004 und der See-Eigensicherungsverordnung (SeeEigensichV) verbindlich festgelegt. Darüber hinaus sind die nationalen Vorgaben einzuhalten und die folgenden BSH-Seiten einzufügen:

BSH-SSP-Seiten (englisch)
BSH-Seiten alt
BSH-Seiten neu
BSH-Seiten neu - mit Pirateriehinweis
BSH-Amendmentsheet (Planänderungsdokumentation)


BSH-SSP-Seiten (deutsch)
BSH Seiten neu

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SSP-Genehmigungsverfahren beim BSH

1. Prüfungs- und Genehmigungsverfahren bei neuen Plänen

Alle Pläne, die im Rahmen von Neubauten, Ein- oder Rückflaggungen vorgelegt werden, sind neue Pläne. Sie werden unmittelbar durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geprüft und genehmigt, wenn die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen (§ 7 Abs. 2 i.V.m. § 3 Abs. 5 SeeEigensichV). Darüber hinaus bleibt es dem Reeder/Unternehmen (wie bisher) unbenommen, den Plan zunächst durch eine Recognised Security Organisation (RSO) vorprüfen zu lassen. Bestätigt die RSO, dass der Plan den rechtlichen Anforderungen entspricht, führt das BSH anschließend eine Endkontrolle durch und genehmigt den Plan soweit er die oben genannten rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ein:

Ist der Plan genehmigt und die Genehmigungsurkunde ausgestellt, wird er an die Reederei zurückgegeben. Eine Ausfertigung verbleibt im BSH. Das BSH informiert die RSO mit einer Kopie der Genehmigung.

2. Prüfungs- und Genehmigungsverfahren bei Planänderungen

Sie müssen dem BSH alle Änderungen an bereits genehmigten Plänen unmittelbar schriftlich mitteilen (§ 7 Abs. 4 SeeEigensichV). Wesentliche Änderungen sind genehmigungs- und kostenpflichtig, unwesentliche Änderungen sind kostenfrei. Das BSH hat in einer Liste zusammengestellt, welche Inhalte des SSP wesentlich und damit genehmigungspflichtig sind.

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ein:

Nachdem das BSH die Unterlagen geprüft hat, bekommt der CSO der Reederei die Änderungsseiten mit einem Prüfvermerk des BSH zurück. Bei wesentlichen Änderungen bekommt er zusätzlich einen Genehmigungs- und Kostenbescheid. Das BSH informiert die RSO mit einer Kopie der Genehmigung. Werden mehr als 50% des Planes inhaltlich geändert, müssen Sie grundsätzlich einen neuen Plan über die RSO (Verfahren zu 1.) einreichen.

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Risikobewertung für das Schiff / Ship Security Assessment (SSA)

Der Gefahrenabwehrplan auf dem Schiff (SSP) wird auf der Grundlage einer Risikobewertung für das Schiff ausgearbeitet. Der Beauftragte für die Gefahrenabwehr in dem Unternehmen (CSO) ist verantwortlich für die Risikobewertung und muss sie auch genehmigen. Hier finden Sie weitere Hinweise zur Durchführung von Risikobewertungen für Schiffe. Der ISPS-Code (Teil A und B, jeweils Nr. 8) gibt verbindlich vor, was eine Risikobewertung für das Schiff mindestens beinhalten muss.

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Rechtsgrundlagen

  • See-Eigensicherungsverordnung (SeeEigensichV)
  • Gem. Verordnung (EG) Nr. 725/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 zur Erhöhung der Gefahrenabwehr auf Schiffen und in Hafenanlagen (Amtsblatt der EU, L 129/6)

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