Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg

Dr. Liliane Rossbach
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Nationaler Seeverkehr

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind verpflichtet, besondere Maßnahmen zur Abwehr äußerer Gefahren auf Schiffen und in Häfen auch auf den nationalen Seeverkehr anzuwenden (Art. 3 Absatz 3 (EG) Nr. 725/2004). Dies gilt insbesondere für Frachtschiffe ab 500 BRZ und Fahrgastschiffe.

Da es noch an verbindlichen nationalen Rechtsgrundlagen fehlt, haben das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Verband Deutscher Reeder (VDR) gemeinsam eine freiwillige einheitliche Grundsicherung entwickelt. Diese richtet sich in erster Linie an den Passagierfährverkehr (Insel- und Halligreedereien) sowie an sonstige sensible Bereiche wie die Gefahrgutschifffahrt.

Kernstück der Grundsicherung ist die Erstellung eines Standardplanes für die Gefahrenabwehr im nationalen Seeverkehr (NSSP). Dieser enthält die vom Schiff zu ergreifenden Abwehr- und Überwachungsmaßnahmen, technische Daten des Schiffes sowie Kontaktinformationen. Der NSSP mit seinen Anlagen soll vorzugsweise in digitaler Form an Bord vorliegen. Eine Kopie soll dem BSH zur Verfügung gestellt werden.

Hier finden Sie das Muster eines Standardplanes.

Im nationalen Seeverkehr kann auf die umfangreiche Fortbildung von Gefahrenbeauftragten (CSO/SSO) inklusive Befähigungsnachweisen verzichtet werden. Es wird jedoch dringend empfohlen, die Schiffsbesatzung in die neuen Maßnahmen einzuweisen und einen Gesamtverantwortlichen zu benennen. Die Verifikation durch eine Klassifikationsgesellschaft ist nicht erforderlich.