Innovationen
Klar zur Wende! Die Deutsche Flagge unterstützt und begleitet Forschungs-Projekte für mehr Sicherheit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Projekt ORMOBASS - Navigation ohne Satellit
BSH, GDWS, maritime Verwaltungen des Ostseeraumes, Forschungsinstitute sowie private Firmen entwickeln unter Leitung des DLR in enger Zusammenarbeit eine Alternative zur Satellitennavigation. Damit soll elektronische Navigation widerstandsfähiger gegen Störungen werden.
Satellitennavigationssysteme können durch Störungen stark in ihrer Funktion beeinträchtigt werden; seien sie unbeabsichtigt oder beabsichtigt - ein Aspekt, der stark an Bedeutung gewonnen hat.
Deswegen verfolgt die IMO das Ziel, elektronische Navigation gegen Störungen widerstandsfähiger zu machen (IMO e-Navigation Strategy). Die dazu verwendete R-Mode-Technologie ermöglicht eine Bestimmung der eigenen Position unabhängig von Satellitennavigationssystemen wie GPS, Galileo oder anderer. Teil der Aufgaben im ORMOBASS-Projekt sind:
- Sicherung eines operationellen R-Mode-Betriebes in der Ostsee und Erweiterung des R-Mode-Netzwerkes in die nordöstliche Ostsee bis Finnland
- Einführung eines R-Mode-Überwachungssystems zur Qualitätssicherung der Positionsbestimmung
- Entwicklung neuer Standards
- Entwicklung von R-Mode-Navigationsempfängern für den Einsatz an Bord
Hier finden Sie alle weiteren Informationen zu dem Projekt ORMOBASS.

CAPTN – Netzwerk für moderne Mobilität
Das Netzwerk CAPTN (Clean Autonomous Public Transport Network) ist eine Initiative für autonome und saubere Verkehrsmittel zu Wasser und zu Land.
Unter dem Markendach des Netzwerk CAPTN sind bereits zahlreiche Projekte entstanden. Partner aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung haben sich zusammengetan, um u.a. neue Mobilitätskonzepte und Systeme für autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Ziel sind Produkte und Dienstleistungen, die innovativ, vermarktbar, systemfähig und nachhaltig sind.
Hier finden Sie alle weiteren Informationen zu dem Netzwerk CAPTN und den Projekten.

KuNo – ZukunftsKutter Nordsee kommt
Der "ZukunftsKutter Nordsee" (KuNo) wird ein klimaneutral und multifunktional einsetzbarer Fischkutter unter Deutscher Flagge sein. Er wird knapp 20m lang sein und mit Methanol angetrieben werden. Der Baubeginn ist für 2027 geplant.
Der "ZukunftsKutter Nordsee" (KuNo), ein klimaneutral und multifunktional einsetzbarer Nordsee-Fischkutter, wird ab 2027 Realität. Dann wird mit dem Bau eines Prototypen des neuen Fischkutters begonnen. Die Erprobung in der Nordsee ist ab 2029 geplant. Für die Ostsee ist ein vergleichbares Projekt geplant. Der Kutter wird unter Deutscher Flagge fahren.
So soll der "ZukunftsKutter Nordsee" aussehen:
- Der Kutter wird 19,5 m lang und 5,90 m breit sein und einen Tiefgang von 2 m haben. Der Kutter ist bewusst groß konzipiert worden, damit die Fischer auch weiter auf See hinausfahren können.
- Das Ruderhaus ist vorne. Die Projektverantwortlichen versprechen sich dadurch mehrere Vorteile: Im Nachtbetrieb werden Blendungen des Schiffsführers durch die Beleuchtung des Arbeitsdecks vermieden. Der Wetterschutz ist auf dem Achterdeck besser. Das Steuerhaus und die technischen Komponenten sind räumlich eng beieinander positioniert.
- Die Unterkünfte an Bord sind im Vordeck angeordnet. Unterkünfte und Fischereibetrieb sind voneinander getrennt.
- Der Laderaum soll etwa 330 Standard-Fischkisten umfassen.
- Das Schiff soll umweltfreundlich mit Methanol angetrieben werden (daher auch der lange Entlüftungs-Mast). Ein Elektromotor mit zwei großen und einem kleinen Stromgenerator (zu- und wegschaltbar) soll in einem gesonderten Raum untergebracht werden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert den Bau des KuNo-Prototypen mit 10 Millionen Euro. Mit dem Geld wird die Entwicklung, Bau und Erprobung eines Prototyps des neuen Fischkutters sowie einer Methanol-Tankstelle finanziert. Außerdem sollen umweltschonende Fangmethoden und weitere Einsatzmöglichkeiten über den Krabbenfang hinaus erprobt werden. Das Verbundvorhaben wird von der Hochschule Emden/Leer zusammen mit dem Thünen-Institut für Seefischerei sowie der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer realisiert.
Die Deutsche Flagge (Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr) begleitet und fördert die Entwicklung und den Bau des KuNo-Prototypen. KuNo wird einen wichtigen Beitrag für mehr Schiffssicherheit, Klimaschutz und besseren Arbeitsbedingungen in der deutschen Fischereiflotte leisten.

Projekt DEMASK - zu Unterwasserschall
Menschliche Aktivitäten in der Nordsee führen zu einem Anstieg von Unterwasserlärm – ein Thema mit immer größerer Bedeutung auch für die Schifffahrt. Das Projekt DEMASK soll das effektive Minimieren von Unterwasserlärm fördern.
Die Nordsee zählt zu den am stärksten befahrenen Schifffahrtsgebieten der Welt und wird auch durch weitere menschliche Aktivitäten wie Fischerei und Tourismus genutzt. Angesichts ehrgeiziger Pläne zur Energieerzeugung durch Offshore-Windparks werden in den kommenden Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen in der Nordsee stattfinden, die das marine Ökosystem beeinträchtigen werden; daher ist es von entscheidender Bedeutung, die Bewirtschaftung der Nordsee nachhaltiger zu gestalten.
Das EU-Interreg-Nordsee-Projekt DEMASK bringt politische Entscheidungsträger, Verwaltungen, Nichtregierungsorganisationen und die maritime Industrie für ein gemeinsames, nachhaltiges Lärmmanagement zusammen. Das Projekt wird Informationen zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Lärmminderung bereitstellen und damit wissenschaftlich fundierte Entscheidungen ermöglichen.
DEMASK
- definiert unter Einbeziehung relevanter Stakeholdergruppen Managementszenarien
- evaluiert diese bis hin zu ihren Auswirkungen auf die marine Biodiversität und
- identifiziert dann besonders geeignete Strategien für das Lärmmanagement.
Das BSH beteiligt sich am Projekt DEMASK, um die Fachkompetenz für das Bewerten der Auswirkungen von Unterwasserschall im Zusammenhang mit maritimer Raumordnung, Ausbau der Offshore-Windenergie sowie Schifffahrt weiter zu stärken. Es begleitet und gestaltet die Entwicklung zukünftiger Strategien von Maßnahmen zur Minderung von Unterwasserlärm in der Nordsee. Damit kommt das BSH auch seinem Auftrag zur „Lärmkartierung“ und dem „Aufbau und Betrieb des nationalen Schallregisters“ nach.
Das Thema Unterwasserlärm wird auch für die Schifffahrt immer relevanter. So verabschiedete der Meeresumweltschutzausschuss (MEPC 80) im Juli 2023 die überarbeiteten „Guidelines for the Reduction of Underwater Noise (MEPC.1/Circ.833)“. Unterwasserlärm wird in der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) als Schadstoff anerkannt, und die EU-Mitgliedstaaten sind angehalten, Lärmbelastung zu überwachen und zu mindern. Unterwasserlärm ist ein wichtiges Thema für die Regionalen Meeresübereinkommen für den Nordostatlantik (OSPAR) und die Ostsee (HELCOM). OSPAR und HELCOM arbeiten in diesem Bereich eng zusammen.
Hier finden Sie alle weiteren Informationen zu dem Projekt DEMASK

MediSee - App für medizinische Notfälle
Von jedem Handy aus Zugriff auf lebensrettende medizinische Sofortmaßnahmen - praxisnah und laienverständlich, denn an Bord sind Nautiker für die Versorgung medizinischer Notfälle zuständig. MediSee ist seit 1. Juni 2026 die optimale digitale Ergänzung zum Medizinischen Handbuch See.
Entwickelt wurde die App von Annelie Ewen (Seeärztlicher Dienst), Dr. med. Philipp Langebuch (ehemaliger Leiter des Seeärztlichen Dienstes) und Dr. med. Jens Tülsner (Marine Medical Solutions). Herausgeber ist das Bundesministerium für Verkehr, das auch die Finanzierung übernommen hat.
Die App ist:
- zweisprachig Deutsch/Englisch
- offlinefähig
- kostenlos
- schnell aktualisierbar
Sie bietet:
- Audios für akute Notfälle und lebensrettende Sofortmaßnahmen
- Direkte Verlinkung auf entsprechende Unterkapitel im Medizinischen Handbuch See
- Direkter Aufruf von Formularen, etwa zur "Bodycheck"-Befundung
- Direkter Aufruf von Video, etwa zu "Basismaßnahmen der Reanimation"
- Intelligente Suchfunktion über Stichwort-Eingabe
Mit der App MediSee hat die Deutsche Flagge eine smarte und zukunftsweisende digitale Lösung geschaffen, die an Bord von Seeschiffen Leben retten kann. Weitere Informationen zur App vermittelt auf anschaulichste Art die App selbst. Über diese QR-Codes (links: AppStore; rechts: Google Play Store) ist sie downloadbar:

