Schiffsbesichtigungen

Besichtigungen für Schiffssicherheit und Schutz der Seeleute

Bei Neubau-Ablieferung eines Schiffes, Einflaggung oder bei einem fahrenden Schiff sind regelmäßige Besichtigungen an Bord durch die Flaggenstaatverwaltung oder anerkannte Organisationen (Klassifikationsgesellschaften) notwendig. Diese Besichtigungen sind die Grundlage dafür, dass Schiffssicherheitszeugnisse erstmalig ausgestellt, erneuert oder in der Gültigkeit verlängert werden können. Durch diese Besichtigungen stellt der Flaggenstaat sicher, dass Schiffe unter seiner Flagge den Anforderungen an Schiffssicherheit oder Arbeits- und Lebensbedingungen entsprechen.

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Umfang und Turnus der Besichtigungen sind international festgelegt

Die internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO hat in verschiedenen völkerrechtlichen Übereinkommen verbindliche Regelungen für die Schiffssicherheit von Seeschiffen festgelegt. Vor allem das Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS-Übereinkommen) enthält in Kapitel I seiner Anlage detaillierte Vorgaben, welche Zeugnisse ein Seeschiff benötigt und in welchen Abständen Schiffe zu besichtigen sind. Die IMO hat den Umfang und den Turnus aller Schiffssicherheits-Besichtigungen in der Entschließung A.1186(33) zusammengefasst.

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Besichtigungen unter deutscher Flagge

Für Besichtigungen auf Handelsschiffen unter deutscher Flagge sind zuständig:

  • die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr und
  • das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Das BSH ist zuständig für Besichtigungen von Navigations- und Funkausrüstung; alle anderen Besichtigungen zur Schiffssicherheit und zum Seearbeitsrecht übernimmt die Dienststelle Schiffssicherheit.

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Besichtigungen zur Schiffssicherheit und zum Seearbeitsrecht

Für Besichtigungen zur Schiffssicherheit und zum Seearbeitsrecht (mit Ausnahme der Navigations- und Funkausrüstung) brauchen Sie keinen gesonderten Antrag zu stellen. Die Dienststelle Schiffssicherheit organisiert automatisch eine Besichtigung, wenn ein Antrag auf Einflaggung oder Neubau bei ihr eingeht. Viele Besichtigungen, vor allem im Ausland, werden von den Besichtigern der anerkannten Organisationen durchgeführt.

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Besichtigung von Navigations- und Funkausrüstung sowie Navigationslichtern

Bei einem Neubau oder einer Um- bzw. Nachrüstung eines Schiffes sollte vor einer Besichtigung eine Planprüfung der Navigations- und Funkausrüstung sowie der Navigationslichter durchgeführt worden sein. Diese Planprüfung dient der Vorbereitung der Bordbesichtigung und hilft, sonst gegebenenfalls notwendige und kostspielige Umbauten zu vermeiden.

Nach der Planprüfung folgt die Erstbesichtigung. Bei der Erstbesichtigung wird überprüft, ob bei dem Einbau der Navigations- und Funkausrüstung sowie der Navigationslichter die geprüften Pläne eingehalten wurden, die Ausrüstung dem zugelassenen Zustand entspricht und einwandfrei funktioniert. Die Funktionsprüfung von Ausrüstungsgegenständen erfolgt in der Regel an Bord.
Bei Wiederholungsprüfungen, die in regelmäßigen Abständen erfolgen müssen, wird zusätzlich zu der Funktionsprüfung auf Änderungen gegenüber der letzten Besichtigung geachtet.

Das Verzeichnis Prüfungen nach BfP und BfA zeigt, für welche Navigationsausrüstung eine Planprüfung bzw. Bordbesichtigung durchgeführt werden muss.

Bitte verwenden Sie folgendes Formular:

Bitte reichen Sie die erforderlichen Unterlagen rechtzeitig ein. Sie minimieren so das Risiko, falsch eingebaute Ausrüstung kostenaufwendig umbauen zu müssen.

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Häufigkeit von Besichtigungen für Navigations- und Funkausrüstung

Die Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) verweist für Schiffe, die die deutsche Flagge führen, hinsichtlich der Besichtigungen weitestgehend auf internationale Übereinkommen. Diese Übereinkommen wie SOLAS und Torremolinos regeln die Besichtigungen der Navigationsausrüstung unabhängig von der jeweiligen Ausrüstung, aber in Abhängigkeit von dem jeweiligen Schiffstyp: Fahrgastschiffe jährlich, Fischereifahrzeuge über 24m Länge zweijährlich, sonstige Fahrzeuge fünfjährlich sowie nach wesentlichen Instandsetzungs- bzw. Erneuerungsarbeiten.
Die unterschiedliche GMDSS-Funkausrüstung ist im Rahmen der Funksicherheitsprüfung auf allen Fahrzeugen jährlich zu besichtigen. Ausgenommen sind hier nur Traditionsschiffe mit maximal "Fünfjahres-Intervall" und einer Zwischenbesichtigung zwischen dem zweiten und dritten Jahr vor dem Ablaufdatum des Sicherheitszeugnisses. Die Funkausrüstung auf gewerblich genutzten Sportfahrzeugen unterliegt in der Regel nur einer Erstbesichtigung.

Das BSH  führt Besichtigungen nach den „Bedingungen für die Prüfung der Aufstellung/Anbringung von Navigations- und Funkausrüstung sowie Ausrüstung nach COLREG 72“ (BfA) durch. Das Verzeichnis Prüfungen nach BfP und BfA zeigt, für welche Navigationsausrüstung eine Planprüfung bzw. Bordbesichtigung durchgeführt werden muss.

Bitte verwenden Sie folgendes Formular:

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Kompassregulierung

Magnet-Regelkompasse und Magnet-Steuerkompasse, die auf Schiffen unter deutscher Flagge fest an Bord aufgestellt sind, müssen vor ihrer Inbetriebnahme sowie danach mindestens alle zwei Jahre so reguliert werden, dass die größte Abweichung die Grenzen der technischen Norm DIN ISO 25862:2021-01 (Anhang G, Abschnitt G.1) einhält. Der Nachweis der Regulierung muss in Form einer Deviationstabelle an Bord mitgeführt werden. Der Schiffsführer muss die Deviation regelmäßig kontrollieren und den Eintrag der Kontrollergebnisse der vergangenen zwölf Monate mitführen.

Hier finden Sie das Verzeichnis der anerkannten Kompassregulierer

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Anerkannte Einrichtungen für die Prüfung von Navigations- und Funkausrüstung

Das BSH kann Aufgaben der Bordbesichtigung und Laboreinzelprüfung teilweise an andere Stellen übertragen. Dafür müssen diese Stellen vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie anerkannt worden sein. Eine Anerkennung durch das BSH erfolgt nur auf Antrag und nach den Anerkennungsbedingungen für Einrichtungen des BSH.

Hier finden Sie das Verzeichnis der anerkannten Einrichtungen für die Prüfung von Navigations- und Funkausrüstung.

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