Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
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20457 Hamburg

Bereich Hafenstaatkontrolle

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Besichtigungsregime

Hafenstaatkontrollen in Deutschland sind international vernetzt

In deutschen Häfen ist die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr für die Hafenstaatkontrollen (Port State Control, kurz: PSC) zuständig. Alle Kontroll- und Überwachungstätigkeiten werden von Hamburg aus gesteuert und koordiniert. Die Hafenstaatkontrolleure (PSCOs) der BG Verkehr sind ausschließlich erfahrene Kapitäne und Ingenieure. Sie können mit ihrem Fachwissen die Lage auf den Schiffen rasch und professionell einschätzen und legen die erforderlichen Maßnahmen fest, um den internationalen Sicherheitsstandard zu gewährleisten.

Die Hafenstaatkontrolle in Deutschland ist eingebunden in das Kontrollsystem der Pariser Vereinbarung über die Hafenstaatkontrolle (Paris MoU). Die Mitgliedsstaaten des Paris MoU haben sich auf ein gemeinsames Kontrollregime nach einheitlichen Vorgaben verständigt. Mit der zusammen genutzten Datenbank THETIS verfügen die Staaten über ein gemeinsames Instrument, um die Hafenstaatkontrollen effektiv und länderübergreifend durchzuführen.

Modernes Besichtigungsregime: Hochrisikoschiffe werden häufiger kontrolliert

Nach dem Untergang des Tankers „Prestige" im Jahre 2002 beschlossen die Staaten der Pariser Vereinbarung über die Hafenstaatkontrolle (Paris MoU) ein modernes verbessertes Besichtigungsregime, auf englisch: New Inspection Regime/NIR. Das Regime ist seit dem 1. Januar 2011 in Kraft. Ziel des Besichtigungsregimes ist es, die bestehenden Verfahren der Hafenstaatkontrollen zu verfeinern, alle Schiffe zu erfassen und die Kontrollen nach dem jeweiligen Risiko eines Schiffes durchzuführen. Neben den schon zuvor verwendeten Risikofaktoren (Alter und Typ des Schiffes, Flaggenstaat, Klassifikationsgesellschaft, frühere Festhaltungen und/oder Anzahl der Mängel) wird nun auch berücksichtigt, welche Leistung eine Reederei (Betreiber) erbringt. Mit dem Hilfsmittel "Ship Risk Calculator" kann eine Reederei ermitteln, wie die Leistung ihrer Schiffe eingestuft wird. Mit dem "Company Performance Calculator" kann eine Reederei durch die Beantwortung verschiedener Fragen ihre durch ParisMoU berechnete Leistung erfahren.

Schiffe werden für die Hafenstaatkontrolle in drei verschiedene Risikoklassen eingeteilt:

  1. "Qualitätsschiffe":  Diese Schiffe mit herausragenden positiven Faktoren werden mit selteneren Hafenstaatkontrollen "belohnt". Ihre Kontrolle erfolgt frühestens alle 24 Monate.
  2. "Standardrisikoschiffe" werden mindestens alle 12 Monate besichtigt.
  3. "Hochrisikoschiffe" müssen alle 6 Monate im Bereich der Pariser Vereinbarung über die Hafenstaatkontrolle besichtigt werden.

Unabhängig von dieser Risikoeinteilung überprüfen die Besichtiger der BG Verkehr außerplanmäßig Schiffe auch dann, wenn Verkehrszentralen, Hafenbehörden, Lotsen oder die Wasserschutzpolizei bei ihren Kontrollen Mängel festgestellt haben oder wenn sich Seeleute gemäß des Seearbeitsübereinkommens (MLC) über mangelhafte Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord beschweren.

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Weitere Informationen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über das New Inspection Regime (NIR) in englischer Sprache. Detaillierte Informationen finden Sie in der Richtlinie 2009/16/EG und im Downloadbereich im Bereich "Hafenstaatkontrolle".

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