MARPOL-Zeugnisse und Meeresumweltschutz-Ausrüstung:

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Dienststelle Schiffssicherheit
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20457 Hamburg

Referat Maschine

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Schiffsabwasser (Anlage IV)

Die Ostsee wird das erste Sondergebiet nach MARPOL Anlage IV

Mit dem Inkrafttreten der Entschließung MEPC.200(62) ist die Ostsee ab dem 01.01.2013 das erste Sondergebiet nach der Anlage IV des MARPOL-Übereinkommens für die Einleitung von Schiffsabwässern. Gemäß dem aktuellen Beschluss bei der letzten Sitzung des Meeresumweltausschusses der IMO (MEPC) vom 22.04.2016 gelten die strengeren Einleitgrenzwerte für Abwässer auf neuen Passagierschiffe jetzt verbindlich ab dem 1. Juni 2019 und für vorhandene Passagierschiffe zwei Jahre später ab dem 1. Juni 2021. Einzelne Reisen von Passagierschiffe in die weit östlich liegenden Seegebiete im Hoheitsgebiet Russlands östlich des 28°10´ Längengrades und zurück, welche keine weiteren Häfen auf Ihrem Weg dorthin oder von dort anlaufen, erhalten noch eine weitere zusätzliche Übergangszeit von zwei Jahren bis zum 1. Juni 2023.

Alle Frachtschiffe, welche in der Ostsee verkehren sind von diesen Vorschriften nicht betroffen.

Die überarbeiteten Prüfvorschriften für die Abwasseraufbereitungsanlagen auf Passagierschiffen waren bereits in der Entschließung MEPC.227(64) auf der 64 Sitzung des MEPC festgelegt worden. Zur Reduzierung des Nährstoffeintrages in die Ostsee sind hierzu erstmals verbindliche Einleitgrenzwerte für Phosphor und Nitrat vorgegeben. Dieses sind der  Grenzwert von max. 1.0 mg/l Phosphor oder eine 80 % Reduzierung und max. 20 mg/l Nitrat oder eine 70 % Reduzierung. Diese Grenzwerte orientieren sich an den Einleitwerten von städtischen kommunalen Kläranlagen.

Alternativ können die Passagierschiffe ihre Abwässer in den Häfen entsorgen. Der Sondergebietsstatus der Ostsee nach der Anlage IV des MARPOL Übereinkommens greift jetzt vollständig, da auch alle Ostsee-Mitgliedsstaaten der IMO gemeldet haben, dass in ihren Häfen ausreichende Auffangkapazitäten für Abwasser von Passagierschiffen vorhanden sind.

Die Fähr- und Passagierschiffsreedereien, welche in der Ostsee verkehren, sollten sich rechtzeitig auf diese Änderungen einstellen.