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Aktuelle Nachrichten

Monika Breuch-Moritz wurde als Präsidentin des BSH in den Ruhestand verabschiedet. Am 1. November tritt Dr. Katrin Kammann-Klippstein ihre Nachfolge an der Spitze der maritimen Bundesbehörde an. Auf einem Empfang anlässlich des Wechsels wurden die Verdienste der scheidenden Präsidentin gewürdigt.

Mit einem Senatsempfang im Hamburger Rathaus wurde Monika Breuch-Moritz aus ihrem Amt als Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in den Ruhestand verabschiedet. Die Redner, darunter auch Bundesverkehrsminister Scheuer, würdigten ihre Verdienste für den Meeresumweltschutz, ihr Engagement für die Digitalisierung in der Schifffahrt und den Auf- und Ausbau der Offshore-Windenergie sowie ihren Einsatz für eine internationale Zusammenarbeit bei maritimen Belangen. Letzteres zeigt sich auch in ihrer Rolle als maritime Botschafterin der Seeschifffahrt-Organisation IMO wie auch in ihrem Amt als Vizepräsidentin der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission der UNESCO, die sie auch weiter fortführen wird.

Ein interessantes Kurz-Interview mit Frau Breuch-Moritz finden Sie in unserer Rubrik "Menschen der deutschen Flagge".

Leitungswechsel BSH

Nachfolgerin an der Spitze des BSH wird ab dem 1. November Dr. Karin Kammann-Klippstein. Die in Hamburg promovierte Juristin begann ihre Laufbahn im Referat Internationale Seeschifffahrtspolitik im Bundesverkehrsministerium. Weitere Stationen waren: Verkehrsreferentin bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Internationalen Organisationen in Genf, Leiterin des Verkehrsreferates der Deutschen Botschaft in Washington und Ständige Vertreterin Deutschlands bei der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation in Montreal. Seit 2008 leitete sie im BMVI das Referat „Übergreifende Fragen des Luftverkehrs“, bevor sie ab 2010 als Vertreterin des Abteilungsleiters für Internationale und EU-Angelegenheiten die Themen EU-Recht und EU-Politik verantwortete.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde in Deutschland. Rund 850 Menschen in rund 100 Berufen befassen sich mit Aufgaben in der Seeschifffahrt, der Ozeanographie, der nautischen Hydrographie, der Offshore-Windenergie und der Verwaltung. Die Dienstsitze befinden sich in Hamburg und Rostock. Fünf eigene Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe operieren in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee. Das BSH arbeitet international in mehr als 12 Organisationen und etwa 200 dort angesiedelten Gremien unter anderem bei der Entwicklung internationaler Übereinkommen mit. Als Bundesoberbehörde und Ressortforschungseinrichtung ist das BSH dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zugehörig.

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e. V. (BBS) hat mit Erik Hirsch (Hapag Lloyd AG) einen neuen Vorsitzenden. Hirsch löst Ernst-Peter Ebert (Reederei Bugsier) ab, der 12 Jahre lang dieses Ehrenamt innehatte.

Mit Erik Hirsch übernimmt ein Vertreter der größten deutschen Ausbildungsreederei Hapag-Lloyd das Ehrenamt in der BBS. Hirsch ist bei Hapag-Lloyd unter anderem für die Ausbildung der europäischen Seeleute verantwortlich. In seiner Antrittsrede machte er deutlich, alles Nötige zu unternehmen, um die deutsche Ausbildung in der Seeschifffahrt zu erhalten und weiter auszubauen.

Sein Vorgänger Ernst-Peter Ebert war von 2007 bis Oktober 2018 Vorsitzender der BBS und setzte sich in dieser Zeit engagiert für die Ausbildung und Interessen der Schiffsmechaniker ein. Als Vorsitzender der BBS, Personalchef einer Reederei und langjähriger Kapitän auf einem Bergungsschlepper war ihm immer bewusst, wie wichtig eine gute fundierte Ausbildung ist. "Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg einer Reederei und macht den Unterschied auf dem internationalen Markt aus", so die Überzeugung von Ernst-Peter Ebert. Mit seiner Ablösung verliert die BBS einen allseits respektierten Fachmann und Kenner der maritimen Szene.

BBS neuer Vorsitzender

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO feiert am 27. Weltschifffahrtstag ihr 70-jähriges Bestehen. Die Bundesbehörden in den Hafenstädten hissen zur Feier des Tages ihre Flaggen.

Der 27. Weltschifffahrtstag am 27. September 2018 steht unter dem Motto "IMO 70: Our Heritage – Better Shipping for a Better Future". Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation feiert dieses Mal das 70-jährige Jubiläum der Annahme des IMO-Übereinkommens.

Die IMO ist eine fachbezogene Einrichtung der Vereinten Nationen, die die internationale Seeschifffahrt wie keine andere Organisation prägt. Zu den wichtigsten Regelwerken der IMO zählen Übereinkommen wie SOLAS, MARPOL, MLC und STCW sowie die verschiedensten Codes (IMSBC, Polar-Code, Code über Intaktstabilität, Code für Brandsicherheitssysteme, Rettungsmittel-Code, u.v.m.).

Die mittlerweile 173 Mitgliedsstaaten der IMO haben sich verpflichtet, die über 50 internationalen Regelwerke einzuhalten und für eine sicherere, nachhaltigere, umweltverträglichere und effizientere Seeschifffahrt zu sorgen.

Über 80% des Welthandels findet auf See statt. Die IMO schafft dafür einheitliche Wettbewerbsbedingungen und behält die Auswirkungen im Auge. Sie legt internationale Standards unter anderem zu Schiffbau und -ausrüstung, Befähigung von Seeleuten, sicheren Navigation und Verhütung von Umweltverschmutzung durch Schiffe fest.

Mit etwa 200 Millionen Erkrankten pro Jahr ist Malaria die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Dank guter Prävention sind Malaria-Fälle in der Seeschifffahrt heute zum Glück selten. Damit das so bleibt, ist es wichtig, dass Verantwortliche immer auf dem neuesten Stand sind.

Malaria Infoveranstaltung 175x400 © Fotolia.com/nechaevkon

Neben Informationen zur Erkrankung Malaria und der Malariaprophylaxe geht es in den Vorträgen dieser Fachveranstaltung um die medizinische Ausrüstung von Seeschiffen, praktische Hilfestellungen im Fall von Erkrankungen, die spezielle Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf den Schiffsverkehr und Aspekte der Unfallversicherung.

Angesprochen sind Verantwortliche für den Arbeitsschutz und die Schiffsausrüstung in den Reedereien, Betriebs- und Reedereiärzte, Sicherheitsfachkräfte, schiffsausrüstende Apotheken und sonstige, maritim tätige Ärzte.

Wann: 28. November 2018, 14.00 bis 16.00 Uhr

Wo: Hauptverwaltung der BG Verkehr, Hamburg

In Kooperation zwischen dem Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr und der Deutschen Gesellschaft für Maritime Medizin unter fachlicher Unterstützung der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft.

Die "Infoveranstaltung Malaria" ist von der Ärztekammer Hamburg als ärztliche Fortbildungsmaßnahme anerkannt und wird mit 3 Punkten bewertet.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober 2018.

Malaria

Malaria ist eine in den warmen Klimazonen weltweit verbreitete, oft lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch den Stich einer bestimmten Mückenart (Anopheles) vor allem in der Dämmerung und nachts übertragen wird. Sie tritt in den für die deutsche Seeschifffahrt relevanten Gebieten wie dem tropischen Afrika, Südostasien, dem nördlichen Teil Südamerikas sowie in Mittelamerika auf.

Karte Malaria

Durch eine Vielzahl von Vorbeugungsmaßnahmen und deren regelmäßige Anwendung kann das Risiko der Infektion, das heißt der infektionsgefährdende Mückenstich, verhindert werden. Hierzu gehören einfach durchzuführende Maßnahmen wie z.B. das Tragen einer hautbedeckenden, möglichst hellen Kleidung am Abend und nachts, Auftragen von Repellents auf die Haut, Einschränken von Deckarbeiten am Abend während der Hafen- und Küstenliegezeiten, die konsequente Nutzung der Klimaanlage und das Schließen der Türen und Fenster.

Einen besonderen Stellenwert in Gebieten mit hohem Malariarisiko hat die medikamentöse Vorbeugung, die von allen Schiffen mit entsprechenden Fahrtgebieten in der Bordapotheke mitgeführt werden muss und die frühzeitige Behandlung an Bord, schon beim ersten Malariaverdacht.

Seeärztlicher Dienst

Logo Seeärztlicher DienstNeben der Qualitätssicherung von Seedienst-Tauglichkeitsuntersuchungen ist der Seeärztliche Dienst im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr für die gesundheitliche Versorgung von Personen an Bord verantwortlich. Hierzu gehören neben der medizinischen Ausbildung nautischer Offiziere auch die medizinische Ausstattung der Bordapotheke und die Herausgabe eines Medizinischen Handbuches See.

Deutsche Gesellschaft für Maritime Medizin

Logo Deutsche Gesellschaft für Maritime MedizinDer Vereinszweck besteht in der Förderung der wissenschaftlichen Schifffahrtsmedizin in der See-, Binnen- und Sportschifffahrt sowie im Offshore- und Hafenbereich durch Unterstützung angewandter Forschung und Verbreitung von Erkenntnissen, sowie durch Entwicklung und Unterstützung der für diese Zwecke geeigneten Strukturen, Organisationen und Institutionen.

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat ihren Leitfaden zum Seearbeitsgesetz grundlegend überarbeitet. Der Leitfaden enthält alles Wichtige zum Thema Arbeits- und Lebensbedingungen von Seeleuten.

Das nötige Wissen zu diesem wichtigen Thema erhalten Sie nun in einer neuen praktischen Darstellung in unserem Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. In nützlichen Hinweisboxen wird nicht nur auf passende Dokumente verwiesen, sondern es werden auch wichtige Informationen in Kurzübersichten zusammengefasst und brauchbare Tipps und Hinweise hervorgehoben. So kommt man auch beim kurzen Nachlesen schnell zum Ziel.

Im Vergleich zur Vorgängerversion haben die Fachleute der Dienststelle Schiffssicherheit die Themenbereiche Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung inhaltlich komplett überarbeitet. Neu sind die Informationen zu Trinkwasser auf Seeschiffen sowie Karten zu den Fahrtgebieten für die medizinische Ausstattung. Außerdem bietet der Leitfaden jetzt eine Anleitung zur Auswertung der Arbeits- und Ruhezeiten.

Für die Fischerei enthält der Leitfaden erstmals spezifische Informationen zu Heuerverträgen und Arbeits- und Ruhezeiten.

Mit diesem QR-Code haben Sie den Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge immer parat auf ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserer Rubrik "Arbeiten und Leben an Bord".

Das Handbuch See der BG Verkehr ist inzwischen ein gefragtes Standardwerk für alle Fragen der Sicherheit an Bord von Seeschiffen. Zusätzlich zur Papierversion ist jetzt auch eine prämierte digitale Version für mobile Endgeräte verfügbar.

Auf fast jedem deutschen Seeschiff ist das Handbuch "Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Seeschifffahrt und Fischerei" inzwischen an Bord. In 69 Modulen wird mit wenigen Worten und "sprechenden" Bildern dargestellt, worauf Seeleute bei der Arbeit an Bord achten müssen, um weder sich selbst noch andere zu gefährden. Bei einer Unterweisung zu bestimmten Tätigkeiten kann das entsprechende Modul als Grundlage für Erläuterungen genutzt werden. Das Nachschlagewerk gibt es jetzt auch als digitale Version für mobile Endgeräte.

App Handbuch-See (klein)

Gewinner des "eLearning Award 2018"

Die Umsetzung des bewährten Handbuchs in elektronischer Form kommt den besonderen Bedingungen der Seefahrt entgegen. Unabhängig von Zeit und Ort und von einer Internetverbindung stehen den Nutzern die wesentlichen Informationen für die Online- und Offline-Nutzung zur Verfügung. Dabei kann der Nutzer zwischen Deutsch und Englisch umschalten. Eine Stichwortsuche ermöglicht das schnelle Auffinden der Inhalte. Als zusätzliche Neuheit kann man Daten wie Fotos und Notizen, zum Beispiel zu Personenschäden oder Sachschäden und Beinaheunfällen, dokumentieren und ablegen.

Die vielen nützlichen Funktionalitäten überzeugten auch auf der Bildungsmesse didacta. Dort wurde die BG Verkehr für ihre App mit dem "eLearning Award 2018" in der Kategorie Wissensmanagement ausgezeichnet.

Die App steht ab sofort in den App-Stores für Android-und iOS-Betriebssysteme zum kostenlosen Download bereit.

Wer als Reederei kontinuierlich ausbildet, sichert seine eigene Zukunft und wird auch in wirtschaftlich besseren Zeiten keine Nachwuchsprobleme haben. Darauf hat die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) hingewiesen, die jetzt ihren Jahresbericht 2017 vorgelegt hat.

Der Jahresbericht 2017 der BBS enthält eine Fülle von statistischen Daten über die Ausbildung von jungen Seeleuten. So konnte die BBS im letzten Jahr 146 neue Ausbildungsverhältnisse zum Schiffsmechaniker verzeichnen. Gegenüber 2016 bedeutet dies einen leichten Anstieg (2016: 126 neue Ausbildungsverhältnisse). Dieses leichte Plus zeigt sich auch bei den Nautischen Offiziersassistenten: 2017 stellte die BBS 163 Ausbildungsbescheinigungen aus (2016: 148).

BBS Bild zum Jahresberichtartikel

Trotz dieser positiven Tendenz sind aber die Ausbildungszahlen im Vergleich zum Jahr 2015 und davor immer noch vergleichsweise gering. Vor der Schifffahrtskrise (2007 und davor) lagen die Ausbildungszahlen doppelt so hoch. Das Niveau der jetzigen Ausbildungsverträge liegt in etwa auf dem Stand Ende der 1990er Jahre.

Die BBS macht deutlich, dass die deutsche Handelsflotte und der Schifffahrts- und Reedereistandort Deutschland ihre Potenziale nur voll ausschöpfen können, wenn hochqualifiziertes und motiviertes Personal zur Verfügung steht. Daher sei die Ausbildung des seemännischen Nachwuchses als Einstieg in die maritime Arbeitswelt weiterhin von besonders hoher Bedeutung. Die BBS appelliert an die Schifffahrtsunternehmen, auch zukünftig junge Menschen für maritime Berufe zu begeistern.

Aufgrund von zwei Schiffbränden beim Transport von Düngemitteln hat die IMO ein Rundschreiben zu den Transportbedingungen von ammoniumnitrathaltigem Düngemittel herausgegeben.

Ammoniumnitrathaltige Düngemittel sind im IMSBC-Code zwar in der Gruppe C (nicht gefährlich) eingestuft, zwei Unglücke auf Schiffen in den letzten Jahren haben aber gezeigt, dass sich einige Düngemittel unter ungünstigen Umständen beim Transport zersetzen und dadurch hochgiftige Dämpfe austreten können.

Das Rundschreiben des Unterausschusses "Carriage of Cargoes and Containers" (CCC) der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO enthält konkrete Hinweise, wie ammoniumnitrathaltige Düngemittel befördert werden sollen und was bei einer Selbstzersetzung oder einem Brand zu tun ist.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik "Schüttgüter - IMSBC-Code".

MS Purple Beach Havariekommando

Überblick über Wissenswertes zur Umsetzung und praktische Beispiele

In unserem Informationsblatt erhalten Sie wissenswerte Informationen zu den Regelungen des Ballastwasseraustauschs und der Ballastwasserbehandlung. Wir erklären, was der D-1- und D-2-Standard ist und wann welcher zum Tragen kommt.

Außerdem erklären wir in unserem Informationsblatt die Sonderregelungen für die Ostsee und Nordsee und zeigen anhand praktischer Beispiele, in welchen Situationen was gilt. Auf einer neuen Karte wird die Ballastwasseraustausch-Zone in der Nordsee dargestellt.

Diese und weitere Informationen finden Sie in unseren FAQs und der Rubrik "Umweltschutz / Ballastwasser".

175x400 Ballastwassereinleitug in einem Dock bei Nacht © Stephan Gollasch

Lange galt Asbest als Wundermittel: Das natürliche Mineral ist feuerfest, isolierend, leicht zu verarbeiten und zudem noch günstig. Doch Asbest macht krank und kann Krebs verursachen. Die BG Verkehr hat nun zusammengefasst, was Reedereien bei einer Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes beachten müssen.

Wer in der Vergangenheit mit Asbest arbeitete, atmete häufig den Staub und damit die feinen Asbestfasern ein. Die mögliche Folge: bösartige Krebstumore oder Veränderungen des Lungenfells. Die Berufsgenossenschaften erkennen die berufsbedingte Staublungenerkrankung durch Asbest, die sogenannte Asbestose, als Berufskrankheit an. Asbest ist bei den tödlich verlaufenden Berufskrankheiten die häufigste Todesursache. Zwischen der Arbeit mit Asbest und dem Ausbruch der Krankheit können mehrere Jahrzehnte liegen. Im Mittel liegt die Latenzzeit bei 38 Jahren.

 

Seit 1993 darf Asbest in Deutschland nicht mehr hergestellt oder verwendet werden, auf europäischer Ebene seit 2005. Ab 2019 müssen alle Schiffe unter einer EU-Flagge ab 500 BRZ über ein Gefahrstoffverzeichnis verfügen, in dem auch Asbest erfasst sein muss. Mit dieser Verpflichtung aus der Verordnung EU/1257/2013 will die EU die Vorgaben aus der Schiffsrecyling-Konvention („Hong Kong Convention“) in ihr Recht umsetzen.

 

Weltweit gibt es dagegen kein Asbest-Verbot. Auf älteren Seeschiffen kann daher noch Asbest vorhanden sein. Flaggt ein solches Schiff unter die deutsche Flagge ein, muss der Reeder unter anderem eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, ein Asbest-Kastaster erstellen und für Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen für seine Seeleute sorgen. Der Geschäftsbereich Prävention der BG Verkehr hat eine „Zusammenstellung der Pflichten eines Reeders bei der Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes“ erstellt.

 

Die deutsche Flagge ist rund um die Uhr an 365 Tagen für Sie da. Unter der Telefon-Nummer +49 40 3190-7777 erreichen Sie unsere Fachleute für alle Fragen rund um die Seeschifffahrt unter deutscher Flagge.

Die Maritime 24/7-Hotline wird vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) angeboten. Zusätzlich können Sie auch den Bereitschaftsdienst der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr nutzen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik Ansprechpartner.

Hotline (klein)

Sie mögen keine Fälschungen? Wir auch nicht! Seediensttauglichkeits-Zeugnisse können jetzt schnell und einfach auf Ihre Echtheit überprüft werden.

Unser kostenloser Verifikations-Service erhöht die Sicherheit und bietet zusätzlichen Betrugsschutz.

Sie können sich für das Verfahren in wenigen Schritten und jederzeit online registrieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik Verifikation.

 

Mit einem Gesetzesentwurf zum Schiffsrecycling-Übereinkommen der IMO legt die Bundesregierung das Fundament für die deutsche Ratifizierung des Übereinkommens und setzt ein Zeichen für sicheres und umweltgerechtes Recycling von Schiffen.

Seit den 1970er Jahren hat sich das Abwracken von Schiffen immer mehr von Europa nach Asien verlagert. Werften in Europa waren für große Seeschiffe zu klein geworden und teure Arbeitskräfte sowie strenge Umweltvorschriften trieben die Kosten immer mehr in die Höhe.

Anstatt in Werfen werden Schiffe in Asien oft an Stränden auseinandergenommen. Die Arbeits- und Lohnbedingungen sowie Umweltverschmutzung, die von diesen Abwrackorten ausgeht, stehen schon länger international in der Kritik. Mit dem Hong Kong- Übereinkommen von 2009 über das sichere und umweltgerechte Recycling von Schiffen hat die IMO Vorgaben und Regelungen geschaffen, das Recycling von Schiffen sicherer und umweltgerechter zu gestalten.

Naquib Hossain, https://www.flickr.com/photos/naq/4114723979/, Lizenz cc-by-sa-2.0

Das Übereinkommen findet keine Anwendung auf Schiffe unter 500 BRZ und solche Schiffe, die während ihrer gesamten Lebensdauer in nationaler Fahrt betrieben wurden. Diese Schiffe sollen aber ebenso nachhaltig und umweltschonend abgewrackt werden.

Sowohl die EU-Schiffsrecycling-Verordnung (EU SRR) als auch die Gesetzesvorbereitung zur Ratifizierung des Übereinkommens sollen dazu beitragen, dass sich noch mehr Flaggenstaaten diesem Thema widmen und sich dem Übereinkommen anschließen. Das Übereinkommen wird erst in Kraft treten, wenn mindestens 15 Vertragsparteien mit insgesamt 40% der Welthandelstonnage das Übereinkommen ratifiziert haben und ihre Tonnage an recycelten Schiffen pro Jahr mindestens 3% der weltweiten Gesamttonnage an recycelten Schiffen ausmacht.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit der Durchsetzung des Übereinkommens in Deutschland und auf deutschflaggigen Schiffen betraut.

Die Dienststelle Schiffssicherheit wird zukünftig auf der Grundlage von Besichtigungen eine Bescheinigung ausstellen, mit der ein vorhandenes, den IMO-Vorgaben entsprechendes Bestandsverzeichnis bescheinigt wird. Das Bestandsverzeichnis enthält eine Auflistung aller gefährlichen Materialien im Schiffskörper und in der Ausrüstung, ihr Standort und ihre Menge. Das Verzeichnis muss während der gesamten Betriebsdauer des Schiffes auf einem aktuellen Stand gehalten werden.

Vor der Fahrt zur Recyclingeinrichtung führt die Dienststelle Schiffssicherheit eine abschließende Besichtigung durch und erklärt das Schiff mit einem weiteren Zeugnis als abwrackfähig. Bei Hafenstaatkontrollen wird das Schiff ebenfalls auf die Einhaltung des Übereinkommens hin überprüft.

Das BSH wird für die Zulassung nationaler Recyclingeinrichtungen zuständig sein. Vor dem Abwracken eines Schiffes erstellt die (deutsche) Recyclingeinrichtung einen Schiffsrecyclingplan, der vom BSH genehmigt wird.