Nachrichten 2021

Antrag ab sofort digital beim BSH möglich

Bundesminister Scheuer: „Das digitale Flaggenzertifikat geht an den Start. Das Antragsverfahren wird damit ab sofort deutlich flexibler, schneller und einfacher. Damit die Nutzer auch wirklich etwas davon haben, hat das BSH die Sportbootszene eng in die Entwicklung des neuen Angebots einbezogen. So geht moderne Verwaltung!“

„Mit dem Angebot, ein neues Flaggenzertifikat und Änderungen an einem bereits bestehenden Flaggenzertifikat für ein Seeschiff digital zu beantragen, stehen das BSH und das Umweltbundesamt mit dem Register des nationalen Emissionshandels als Bundespiloten in der ersten Reihe bezüglich der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen“, so die Präsidentin des BSH, Dr. Karin Kammann-Klippstein. „Viele Skipperinnen und Skipper sind Digital Natives und erwarten Dienstleistungen ganz selbstverständlich auch digital. Umso mehr freue ich mich, dass wir ihnen das nun auch bieten können.“

Das BSH stellt die Zertifikate für Seeschiffe mit einer Rumpflänge bis maximal 15 Metern aus. Sie dienen als Nachweis für die Berechtigung zum Führen der deutschen Flagge. Neben Privatpersonen beantragen auch Unternehmen und Verbände solche Flaggenzertifikate.

Anträge können ab sofort nach Authentifizierung unter https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Schifffahrt/Sportschifffahrt/Flaggenzertifikate/flaggenzertifikate_node.html gestellt werden. Für bestehende Zertifikate kann außerdem über die Webseite des BSH digital beantragt werden, dass diese geändert oder verlängert, zurückgegeben oder verlustig erklärt werden. Im Rahmen des Antrags können Nutzerinnen und Nutzer Nachweise (wie etwa zum Eigentumsverhältnis, Angaben zum Schiff oder Vollmachten) hochladen, den Antragsprozess unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen und Nachweise nachreichen.

Der Antragsteller authentifiziert sich entweder über das Nutzerkonto Bund oder über NEZO ("Nutzung der ELSTER-Zertifikate im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes“). NEZO ermöglicht es Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern, ihre für die sichere elektronische Kommunikation mit der Steuerverwaltung herausgegebenen ELSTER-Zertifikate auch in anderen Bürger- und Verwaltungsportalen zu verwenden und E-Government-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Daten können dadurch automatisch übernommen werden und müssen nicht manuell eingetragen werden. Das BSH fragt dann die jeweils für die Beantragung relevanten ergänzenden Informationen und Nachweise ab. Die Ausweitung dieser und ähnlicher digitaler Dienstleistungen ist bereits in Arbeit. 

Damit starten die digitalen Verwaltungsdienstleistungen nach Onlinezugangsgesetz (OZG) auch beim BSH durch. Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale auch digital anzubieten.

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt sucht die beste Lehrkraft im maritimen Bereich an einer Berufsbildenden Schule oder einer Fachschule im Bereich Seefahrt. An der Umfrage können sich alle beteiligen, die derzeit eine Seefahrt-Ausbildung machen oder letztes Jahr abgeschlossen haben. (26.08.2021)

Ausbildung-MaschineZusätzlich zur besten Lehrkraft möchte die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) auch den/die beste(n) Ausbilder/-in für die Schiffsmechaniker-Ausbildung herausfinden. Wer am häufigsten genannt wird, dem winkt eine Auszeichnung der BBS für die beste Lehrkraft in der maritimen Ausbildung sowie als beste(r) Ausbilder(in) in der Ausbildung zum Schiffsmechaniker(-in). Der Preis wird auf dem 15. Bremer Schifffahrtskongress vergeben, der online am 28. und 29. September 2021 stattfinden wird.

Mit der Auszeichnung will die BBS herausragende Leistungen in der maritimen Ausbildung herausstellen und würdigen. Die Umfrage unter den Schüler(innen) und Auszubildenden läuft noch bis zum 10. September. Die Adresse für die Online-Umfrage und weitere Informationen sind in dem Nominierungsaufruf der BBS enthalten.

Anlässlich des Internationalen Tags des Seefahrers am 25.06.2021 weist die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Karin Kammann-Klippstein, auf die Bedeutung der Seeleute für Wirtschaft und Gesellschaft hin.

Seit Montag, 21. Juni 2021 übte die Bundespolizei den Einsatz und das internationale Zusammenwirken von Spezialkräften bei maritimen Gefahrenlagen. Unterstützt wurde sie dabei, wie bereits in den Jahren zuvor, vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH).

Rund 650 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit – damit 50 Prozent mehr als im vorherigen Meeresumweltsymposium 2019 – diskutierten aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technik rund um Meeresnutzung und Meeresschutz vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Das neue Jahresmagazin "Lass fallen Anker" der Deutschen Seemannsmission ist erschienen. Unter dem Motto "We are one" enthält das Heft viele spannende Berichte– von Corona über die Zusammenarbeit der Seemannsmissionen bis hin zum Lieferkettengesetz.

Die Seeschifffahrt in alle ihren Facetten abbilden und dabei vor allem die Seeleute im Blick zu haben – das zeichnet die 2021er-Ausgabe von "Lass fallen Anker" aus. Haupt- und Ehrenamtliche der Deutschen Seemannsmission im In- und Ausland geben Einblicke in ihren Alltag und ihren Einsatz für die Seeleute.

"We are one" - das Thema der diesjährigen Ausgabe von "Lass fallen Anker" wird auch in Hamburg tagtäglich gelebt. Die Leiterin der Seemannsmission Stella Maris in Hamburg beschreibt, wie groß das Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden der katholischen Stella Maris und der evangelischen Deutschen Seemannsmission ist – zum Wohle der Seeleute. Auch in Antwerpen klappt die ökomenische Zusammenarbeit hervorragend, wo katholische und evangelische Seemannsmission im neuen "Antwerp Harbour Hotel" Hand in Hand arbeiten.

Andrea Meenken, Vorstandsmitglied der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg, berichtet, wie Seeleute vielleicht demnächst auch am Panama-Kanal durch die Deutsche Seemannsmission betreut werden.

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Im Mittelmeer versucht die Besatzung des deutschflaggigen Schiffes "Sea-Watch 4", in Seenot geratenen Flüchtlinge zu helfen. Bei der ersten Fahrt war Martin Ernst, Nautik-Student und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Seemannsmission Bremen, dabei. Er berichtet von seinem Einsatz: "Ein leeres Schlauchboot zu finden, ist immer eine schwierige Situation, aber ich versuche, mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Die Toten kann ich nicht mehr retten. Ich fahre für die Lebenden raus."

Nicht nur solche Rettungseinsätze, sondern auch schwere Seeunfälle oder Piraterieüberfälle können Seeleute an ihre psychischen Grenzen bringen. Seit April hat die Deutsche Seemannsmission mit Dirk Obermann einen Koordinator für psychosozialen Notfallvorsorge, der dafür sorgt, dass die besondere Kompetenz der Seemannsmissionen in diesem Bereich zielgenau zum Einsatz kommt.

Was das Lieferkettengesetz mit den Arbeitsbedingungen der Seeleute zu tun hat, erklärt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin in einem Interview. Die SPD-Politikerin plädiert außerdem dafür, die Bedeutung der Seeleute viel stärker zu würdigen.

"Heimweh" – das ist die Überschrift des Beitrages des Seemannspastors Matthias Ristau über den mehrmonatigen Aufenthalt von kiribatischen Seeleuten in Hamburg, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in ihre Heimat zurückkonnten, da der Südseestaat seine Grenzen dichtgemacht hatte. Die Hamburger Seemannsmissionen versorgten die Seeleute mit allem Wichtigem – seelischem Beistand inklusive.

Aber was hilft eigentlich Seeleuten gegen Heimweh? Manchmal sind es Kleinigkeiten wie Chips aus Schweinkrusten oder Instantsuppen, die vor allem bei asiatischen Seeleuten sehr beliebt sind, wie Markus Wichmann, ehemals Leiter der Seafarers' Lounge in Hamburg. Gut, dass die Seemannsclubs der Deutschen Seemannsmission neben Rat, seelsorgerischer Betreuung und medizinischer Hilfe auch solche vermeintlich kleinen Dinge im Angebot haben.

Auf der Nationalen Maritimen Konferenz ist die neue Website www.machmeer.de online gegangen. Das Infoportal soll junge Menschen für eine Ausbildung in der Seefahrt begeistern.

Die neue Website informiert über die Ausbildungsprofile Schiffsmechaniker*in, Nautik, Technik, Elektrotechnik sowie Schifffahrtskaufleute. Angesprochen werden vor allem junge Menschen, die auf der Suche nach einer für sie passenden Ausbildung sind. Kurze Texte, Videos vom Leben an Bord und Berichte junger Auszubildender sollen die Faszination der Seefahrt erlebbar machen und zugleich ein realistisches Bild von der modernen Schifffahrt geben. Darüber hinaus will machmeer.de Reedereien motivieren, jungen Menschen eine Ausbildung im maritimen Umfeld anzubieten. 

MachMeer-Logo

Wichtige Website-Themen wie Frauen an Bord, Klima- und Umweltschutz und Autonome Schiffe machen genauso Lust auf Mee(h)r wie der Ausbildungs-Check, eine Azubi-Börse sowie Veranstaltungstipps.

Mit der Website gehen erstmals auch die Siegervideos aus dem Filmwettbewerb der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt online. Die Filme geben einen authentischen Einblick in den Alltag von Schifffahrts-Auszubildenden an Bord und an Land.

Die Website wird von der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) betrieben. Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr (Berufsgenossenschaft Post-Logistik Telekommunikation) unterstützte beim Aufbau durch Knowhow und Personal und ist für die laufende Pflege des Internetangebots verantwortlich. Machmeer.de ist als gemeinsames Projekt des "Maritimen Bündnisses für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt" und der Gewerkschaft ver.di realisiert worden. Geldgeber sind die fünf Küsten-Bundesländer, der Verband Deutscher Reeder und ver.di. Auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) setzt sich für die Website ein.

Auf dem neuen YouTube-Channel von machmeer.de finden Sie ein kurzes Video über die neue Website.

Die App "Handbuch See" der BG Verkehr ist auf der Short List für einen Preis beim Internationalen Media Festival für Prävention. Die bereits mit dem "ELearning Award 2018" ausgezeichnete App erklärt Seeleuten auf Deutsch und Englisch, wie sie sicherer arbeiten können. Die App gibt’s kostenlos im Google- und AppleApp Store.

Das Handbuch See der BG Verkehr ist durch seine Zweisprachigkeit ein national und international gefragtes Standardwerk für alle Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes an Bord von Seeschiffen. Die zum Handbuch entwickelte App ist nun in die Shortlist für einen Preis beim Internationalen Media Festival für Prävention gewählt worden.

App Handbuch-See (klein)

Die Anwendung stellt in ihren Modulen kurz und verständlich dar, worauf Seeleute bei der Arbeit an Bord achten müssen, um weder sich selbst noch andere zu gefährden. Die Umsetzung in elektronischer Form kommt den besonderen Bedingungen der Seefahrt entgegen, da die Funktionen auch offline nutzbar sind. Bereits 2018 wurde die BG Verkehr für die App auf der Bildungsmesse "Didacta" mit dem "eLearning Award 2018" in der Kategorie Wissensmanagement ausgezeichnet.

Das Internationale Media Festival für Prävention (IMFP) gibt einen Überblick über Film- und Multimediaproduktionen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aus aller Welt. Das Festival wird im Rahmen des XXII. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit veranstaltet. Zum ersten Mal wird der Weltkongress vom 20.-23. September 2021 als Online-Veranstaltung stattfinden.   

Eine international besetzte Jury wird aus der Shortlist 18 Beiträge auswählen, die für einen Preis nominiert werden. Diese werden ab dem 19. Mai auf der Website des Festivals veröffentlicht. Die Preisverleihung erfolgt am 22. September in der Special Media Session während des Weltkongresses.

Die App zum Handbuch See steht in den App-Stores für Android-und iOS-Betriebssysteme zum kostenlosen Download bereit. 

Mehr zum Internationalen Media Festival für Prävention

Weitere Informationen zum XXII. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2021.

Auf der Nationalen Maritimen Konferenz hat sich die Bundeskanzlerin bei allen Seeleuten für ihre Arbeit trotz der schwierigen Umstände durch die Corona-Pandemie bedankt. Schifffahrt sei unabdingbar für die Versorgung unseres Landes mit Gütern aller Art.

NMK 2021Gleich zu Beginn der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Rostock machte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede deutlich, dass auch heute noch Wachstum und Wohlstand in hohem Maße von der maritimen Wirtschaft abhängen. Die Seewege seien die zentralen Lebensadern für den Welthandel – und daran habe auch die Corona-Pandemie nichts geändert, so die Kanzlerin, die auch Schirmherrin der NMK ist. Zugleich dankte sie den Seeleuten für ihre Arbeit. Wörtlich sagte sie: "Daher nutze ich gern die Gelegenheit, um mich bei allen Seeleuten herzlich zu bedanken, die trotz der Pandemie weltweit für uns alle im Einsatz waren und sind. Viele von ihnen hatten mit großen Schwierigkeiten bei ihren Landgängen und Heimreisen zu kämpfen. Sie mussten oft besonders lange auf ihr Zuhause verzichten."

Die Nationale Maritime Konferenz, die dieses Jahr online stattfand, ist mit 1.200 Teilnehmenden die zentrale maritime Veranstaltung in Deutschland.

Die vollständige Rede der Bundeskanzlerin finden Sie auf der Website der Bundesregierung.

Der Deutsche Bundestag hat heute mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD einen Antrag zur maritimen Wirtschaft beschlossen. Die Parlamentarier fordern die Bundesregierung unter anderem dazu auf, staatliche Bürokratie-Vorgaben in der Seeschifffahrt abzubauen. Außerdem sollen Seeleuten ein Impfangebot durch mobile Teams in den Häfen erhalten.

Der beschlossene Antrag der Regierungsfraktionen im Bundestag enthält insgesamt 114 Forderungen an die Bundesregierung, die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel realisiert werden sollen. Die Maßnahmen umfassen die Bereiche Maritime Wirtschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit, Häfen und Logistik, Schiffbauindustrie, Binnenschifffahrt und Wasserstraßen, Schifffahrt, die Fischerei, Bürokratieabbau und Energie.

Aus Sicht der Seeschifffahrt sind die folgenden Punkte des Antrags besonders interessant:

  • ein Impfangebot mit hoher Priorität für die als systemrelevant anerkannten Seeleuten durch mobile Teams während der Hafenanläufe (Punkt 7, Seite 6),
  • eine Verpflichtung zur deutschen Flagge "im ersten Register" für die Schleppschifffahrt in deutschen Häfen (Punkt 39, Seite 7),
  • die Verbesserung der Dienstleistungsqualität der deutschen Flaggenstaatverwaltung durch eine verstärkte Digitalisierung (Punkt 80, Seite 10),
  • die Entwicklung einer zukunftsfähigen maritimen Ausbildung u. a. hinsichtlich des Schiffsmechanikers mittels eines Runden Tisches (Punkt 87, Seite 11),
  • eine bessere Ladungssicherung der Schiffe (Punkte 93 und 96, Seite 11),
  • die Abschaffung der An- und Abmeldepflicht für ausländische Seeleute (Punkt 104, Seite 12),
  • die Ersetzung der Zolllaterne und der Signalflagge beim Einfahren in deutsche Seegewässer durch andere (digitale) Mitteilungsmöglichkeiten (Punkt 105, Seite 12),
  • die Umstellung unter anderem von Schiffstagebüchern auf die elektronische Form (Punkt 108, Seite 13).

Der 13 Seiten lange Antrag unter der Überschrift "Klarer Kurs für die Zukunft der maritimen Wirtschaft" ist in der Bundestags-Drucksache 19/29282 veröffentlicht worden.

Dirk Obermann besetzt die neue Stabsstelle der Deutschen Seemannsmission, in der er Hilfe für traumatisierte und selbstmordgefährdete Seeleute koordiniert.

DSM - Dirk Obermann

Die Deutsche Seemannsmission (DSM) hat jetzt eine neue Projektstelle für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) von Seeleuten eingerichtet. Leiter des von Hamburg aus operierenden Projekts ist Seemannsdiakon Dirk Obermann, zuvor Leiter der Seemannsmission („Seemannshotel“) in Bremerhaven sowie Leiter der Station in London/ Tilbury. Er koordiniert künftig die Aktivitäten der Seemannsmission im Bereich der individuellen Krisenintervention und psychosozialer Hilfen. „Mit der neuen Stelle institutionalisieren wir eine Arbeit, die in den vergangenen Jahren und besonders in der Pandemie immer wichtiger geworden ist. Die Zahl der Seeleute, die unter psychischen Störungen leiden, traumatische Erlebnisse gehabt haben oder suizidgefährdet sind, steigt und wir freuen uns sehr, mit Dirk Obermann einen äußerst erfahrenen Kollegen für diese Aufgabe gewonnen zu haben“, sagt Christoph Ernst, Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission. „Die seelische Belastung steigt in dem Maße an, in dem Seeleute aufgrund der Corona-Bestimmungen ihr Schiff nicht verlassen oder über sehr lange Zeit nicht zu ihren Familien reisen dürfen.“

Das neue Projekt der Seemannsmission versteht sich als Schnittstelle zwischen Seeleuten, Mitarbeitenden der Seemannsmission sowie Reedereien, Havarie Kommando und der Berufsgenossenschaft Verkehr/Seeschifffahrt. Zum Aufgabenfeld der PSNV-Koordination gehören nicht nur die seelische Betreuung von Seeleuten und Helfern im konkreten Notfall, sondern zukünftig auch die präventive Vorbereitung der Crews sowie die Beratung von Reedereien. Dirk Obermann: „Ein Schiff brennt auf der Elbe, das Havarie-Kommando ist im Einsatz. Ein Seemann wird verletzt geborgen und kommt ins Krankenhaus. Wie geht es für die weiter, die an Bord bleiben? Mitarbeitende der Seemannsmissionen wissen, mit der individuellen seelischen Not der Menschen auf See umzugehen. Aber auch die Helfenden brauchen Hilfe nach der Hilfe. Die Aufgaben werden mehr, da auch der psychische Druck und die Verdichtung der Arbeit an Bord voranschreiten. Wenn Seeleute unvorbereitet durch plötzliche Not- und Unglücksfälle aus der Normalität an Bord und dem Zusammenhang ihrer Crews herausgerissen werden, ist eine spezielle Notfall-Kompetenz erforderlich. Die PSNV zielt darauf ab, kritische Lebensereignisse und einhergehende Belastungen einerseits für Betroffene (z.B. Crewmitglieder), andererseits für die PSNV-Kräfte der Seemannsmissionen zu bewältigen und ggf. an zuständige psychiatrische Dienste zu vermitteln.“

Auch die BG Verkehr unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen und ihre Seeleute mit ihren Ansprechpartnern während der Pandemie und bei der Verarbeitung besonderer Schocksituationen an Bord mit ihren Trauma-Lotsen.

Als Gefahren für den Verlust maritimen Wissens sieht die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Karin Kammann-Klippstein, den Ausverkauf maritimer Unternehmen, Direktinvestitionen ausländischer Staatsunternehmen oder stark subventionierter Unternehmen in strategisch wichtige maritime Bereiche, den fehlenden Nachwuchs in der Schifffahrt und die mangelnde Wahrnehmung der Bedeutung der maritimen Branche für Deutschland

Im Rahmen einer Vortagsveranstaltung des Deutschen Maritimen Zentrums wies sie darauf hin, dass mit der Übernahme eines Unternehmens durch einen ausländischen Konzern unweigerlich ein Verlust von Know-How in Deutschland verbunden ist. Ein weiteres großes Problem sieht sie in dem fehlenden Nachwuchs für Schiffsbesatzungen. Ein Grund dafür sei die geringe Anzahl von deutschen Schiffen unter deutscher Flagge, auf denen deutscher Nachwuchs ausgebildet wird. Nahezu alle von der Branche kritisierten bürokratischen Hindernisse, die dem Führen der deutschen Flagge entgegenstehen, seien inzwischen abgebaut. Dennoch fuhren Ende 2020 von den 1.844 deutschen Handelsschiffen lediglich 290 Schiffe unter deutscher Flagge. 

Kammann-Klippstein

Dadurch sei es für Absolventinnen und Absolventen nautischer Studiengänge sehr schwierig, eine Anstellung auf einem Schiff zu finden und ihr Patent ausfahren zu können. Hinzu komme, dass die für die junge Generation immer wichtiger werdende Integration von Berufs- und Privatleben auf See nicht möglich sei. Wir müssen irgendwie die Faszination für diesen außerordentlichen Beruf der Seefahrt wieder sichtbar machen“ so Dr. Kammann-Klippstein. Menschen mit seemännischer Erfahrung sind auch gesuchte Fachleute für landseitige Arbeitsplätze der maritimen Industrie.

Insgesamt ist die deutsche maritime Branche, in der direkt oder indirekt rund 400.000 Menschen beschäftigt sind, jedoch noch gut aufgestellt. Dazu trägt auch die überwiegend mittelständische nationale Zulieferindustrie bei, die 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung eines in Deutschland gebauten Schiffes erbringt.

Dr. Kammann-Klippstein wies darauf hin, dass es elementar wichtig sei, die Bedeutung der maritimen Branche für Deutschland sichtbar zu machen und auf die Gefahren, die ihr momentan drohen, in der Öffentlichkeit und der Politik hinzuweisen. Dazu müsse die in Deutschland herrschende „Sea-Blindness“, eine Unfähigkeit, die zentrale Rolle der Meere für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand zu würdigen, beseitigt werden.

Mit der in diesem Jahr beginnenden UN Dekade der Ozeanforschung für Nachhaltige Entwicklung wird ein wichtiger Schritt gemacht, um die Bedeutung der Meere international sichtbar zu machen. „Wenn sich das Interesse der Öffentlichkeit dadurch stärker als bisher auf die Meere richtet, kann es gelingen, den Reiz der maritimen Branche und die Bedeutung des Erhalts ihres know- hows besser als bisher zu vermitteln – in Schulen, Universitäten, in der Wirtschaft, der Verwaltung und der Politik,“ so die Präsidentin der zentralen maritimen Behörde Deutschlands.

Fast 200 Teilnehmende erlebten die Online-Branchenkonferenz Seeschifffahrt der BG Verkehr zum Thema "Asbest an Bord – Was tun?". Beiträge von Experten verschiedener Fachrichtungen zeigen: Bei Asbestfunden muss der Reeder sofort handeln. Aussitzen ist keine Option.

Für betroffene Reeder und ihre Besatzungen ist es eine unangenehme Überraschung: Beispielsweise bei der Erstellung eines Gefahrstoffinventars für ein Seeschiff im Rahmen der EU-Schiffsrecycling-Verordnung werden asbesthaltige Materialien gefunden. Keineswegs ein seltenes Ereignis, wie die Teilnehmenden an der ersten Online-Branchenkonferenz der BG Verkehr erfuhren. Nach Zahlen der Klassifikationsgesellschaft DNV-GL wurden bei der Erstellung von Gefahrstoffinventaren auf 36 Prozent der betrachteten 252 Schiffe asbesthaltige Materialien festgestellt.

Häufige Fundorte von Asbest oder asbesthaltigen Materialen an Bord sind Isolierungen, Dichtungsmaterialien, Kabeldurchführungen sowie Wand- und Deckenverkleidungen. Leider kommen solche Funde des in Deutschland und der EU verbotenen Materials auch auf neueren Schiffen vor, denen die Bauwerften Asbestfreiheit bescheinigen. Asbestfreiheitsbescheinigungen, so das Urteil der Experten, sind mit Vorsicht zu genießen, weil in vielen Ländern Asbest in Produkten noch verwendet und nicht deklariert wird. Zum Teil ist nicht bekannt, in welchen Produkten noch Asbest vorhanden ist. Und mitunter werden Asbestfreiheitsbescheinigungen ohne vorherige Prüfung erstellt.

Die Experten rieten den Reedern, auch beim Einkauf von Ersatzteilen auf Asbestfreiheit zu achten. Oft sind die Quellen der Ersatzteile unklar, so dass Schiffe, die bereits asbestfrei unterwegs waren, rekontaminiert werden können.

Wird trotz aller Bemühungen Asbest an Bord entdeckt oder entsteht der konkrete Verdacht, kommt auf den betroffenen Reeder eine Reihe von Verpflichtungen zu. Erster Schritt ist eine Gefährdungsbeurteilung, die vom Reeder veranlasst werden muss und bei der gegebenenfalls externe Sachverständige und akkreditierte Prüflabore zu beteiligen sind. Vom Ergebnis hängt ab, ob eine Sanierung notwendig ist, und mit welcher Dringlichkeit diese vorgenommen werden muss. Die BG Verkehr hat die Handlungspflichten der Reeder in einem Papier zusammengefasst, das Betroffenen zur Verfügung steht.

Fazit der Konferenz: Nur in wenigen Fällen ist schwach gebundener Asbest so auf Schiffen verbaut, dass eine permanente Freisetzung von Asbestfasern erfolgt. Besonders gefährlich wird es für Seeleute dann, wenn bei Instandsetzungsarbeiten unbeabsichtigt Asbestfasern freigesetzt werden. Asbestbedingte Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder Mesotheliom können die Folge sein. Ein sorgfältig ermitteltes Gefahrstoffinventar ist eine gute Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen aus Reedereien nicht nur die Anforderungen aus dem SOLAS-Übereinkommen erfüllen, sondern frühzeitig auch die Vorgaben des Gefahrstoffrechtes berücksichtigen. Dieses Vorgehen, eine entsprechende Festlegung des Sanierungsbedarfes und deren Dringlichkeit sowie die Durchführung von Sanierungsarbeiten durch Fachbetriebe senken die Gefährdung und den erforderlichen Aufwand deutlich. Asbestfreiheitsbescheinigungen sollten besonders an neuralgischen Stellen im Schiff durch Sichtkontrollen und Beprobungen geprüft werden.

In ihrem Jahresbericht 2020 zum Seearbeitsrecht stellt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr auf einen Blick dar, wie sie im letzten Jahr das Einhalten der Vorgaben des Seearbeitsgesetzes überprüft hat. Bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes hilft der Leitfaden zu dem Thema Arbeiten und Leben an Bord.

Mit dem Seearbeitsgesetz wird seit 2013 das internationale Seearbeitsübereinkommen (MLC) auf Schiffen unter deutscher Flagge umgesetzt. Mit ihnen sind verbindliche und umfassende Regelungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten festgelegt. Wichtige Punkte wie Arbeits- und Ruhezeiten, Verpflegung, Urlaub, Lohnzahlung, Gesundheitsschutz an Bord und vieles mehr sind klar geregelt und werden regelmäßig überprüft.

Für die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr überprüfen 39 MLC-Inspektoren Schiffe im In- und Ausland darauf, ob die Anforderungen des Übereinkommens eingehalten werden. Die Seearbeitszeugnisse und Fischereiarbeitszeugnisse werden mittlerweile standardmäßig als elektronische Zeugnisse ausgestellt.

Die Mitarbeiter des Referats ISM/ILO kümmern sich um Beschwerden zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten, lassen private Arbeitsvermittler zu und gewährleisten, dass Reedereien unter deutscher Flagge über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert sind. Jetzt hat das Referat ISM/ILO seinen Jahresbericht 2020 herausgegeben.

Mit dem Leitfaden unterstützt das Referat ISM/ILO bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. Dieser Leitfaden steht mit einem QR-Code immer parat auf Ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die IBExU Institut für Sicherheitstechnik GmbH in Freiberg als weitere deutsche notifizierte Stelle für Schiffsausrüstung im Rahmen der Richtlinie 2014/90/EU anerkannt.

In Deutschland gibt es nun insgesamt sieben entsprechend notifizierte Stellen zur Konformitätsbewertung von Schiffsausrüstung:

  • Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft, Post-Logistik, Telekommunikation in Hamburg,
  • DNV GL SE in Hamburg,
  • Phoenix Testlab GmbH in Blomberg,
  • TÜV Nord Systems GmbH & Co. KG in Hamburg,
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), DGUV Test, Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachbereiches „Persönliche Schutzausrüstungen“ in Haan,
  • Lloyd’s Register Deutschland GmbH in Hamburg,
  • IBExU Institut für Sicherheitstechnik GmbH in Freiberg

Die neuen Sicherheitsanforderungen für Seeschiffe auf Probefahrten legen für die besonderen Umstände einer Probefahrt die notwendigen Rahmenbedingungen fest. Die zeitlich und räumlich begrenzte Probefahrt unterliegt angepassten Sicherheitsanforderungen z. B. in Bezug auf Besetzung, Wachdienst, Sicherheitseinweisung der Personen an Bord und Sicherheitsausrüstung im Vergleich zum späteren Normalbetrieb.

Auf einer Probefahrt wird ein neugebautes, umgebautes oder repariertes Schiff vor der Indienststellung im vollen Umfang oder in Bezug auf die veränderten oder erneuerten Elemente erprobt. Damit die Werft bzw. die Reederei eine Probefahrt durchführen kann, muss die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen überprüfen und durch eine Probefahrtbescheinigung bestätigen.

Die neue Anwendung Marine Forecast des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zeigt die aktuelle ozeanographische und meteorologische Situation in den deutschen Gebieten auf See. Interessierte aus verschiedensten Bereichen können sich seit dem 22.02.2021 öffentlich und kostenfrei in der Internet-Anwendung über Strömungen, Seegang, Wellenhöhe, und Wetterverhältnisse informieren, um etwaige Warnungen zu beachten und Fahrten, Arbeiten oder Reisepläne an die gegebenen Verhältnisse anzupassen.

Das Schiffsregister Hamburg ist jetzt digital. Anträge und Akten können ab sofort elektronisch bearbeitet und eingesehen werden. Zusammen mit der Online-Registrierung profitieren Reedereien sowie Notare und Anwälte von über 50% Zeitersparnis im Vergleich zu den bisherigen Verwaltungsprozessen auf Papier. Dieser Service überzeugt: Auch Bremen schließt sich dem digitalen Schiffsregister künftig an.

Mit rund 6200 Eintragungen (davon gut zwei Drittel Seeschiffe) und circa 3500 Anträgen jährlich hat Hamburg das größte Schiffsregister Deutschlands. Bisher liefen hier alle Prozesse schriftlich auf Papier ab - das kostete Zeit und wurde von vielen Kunden als umständlich angesehen. Jetzt verbessert das Schiffsregister Hamburg mit der Digitalisierung seinen Service. Eine schnellere Bearbeitung und Online-Zugriff rund um die Uhr sparen den Kunden nicht nur Zeit, sondern auch Geld, wenn so Warte- und Liegezeiten während der Umregistrierung verkürzt werden können.

Eine Schiffsregistrierung erfolgt bei einem Schiffsneubau oder einem Flaggenwechsel bei dem Amtsgericht, das für den Heimathafen des Schiffes zuständig ist. Wird ein Schiff umgebaut oder umbenannt, müssen Schiffseigentümer Änderungsanträge stellen. Mit dem Online-Antrag können diese Anträge unabhängig von den Öffnungszeiten der Behörde von überall auf der Welt eingereicht werden. Auch für eine Akteneinsicht braucht man nicht mehr vor Ort zu erscheinen – ein Computer reicht. Die Deutsche Flagge geht mit der Digitalisierung einen weiteren wichtigen Schritt hin zu noch mehr Kundenservice.

Das Digitalisierungsprojekt wurde gemeinsam von der Hamburger Justiz- und Wirtschaftsbehörde, dem Amtsgericht Hamburg und den IT-Dienstleistern Dataport und MGM Technology umgesetzt. Ein entscheidender Schritt war es dabei, das Erteilen digitaler Schiffsurkunden zu ermöglichen. Jetzt kann das Hamburger Schiffsregister sämtliche Schriftstücke und Schiffspapiere digital ausstellen und elektronisch versenden. 

Als zweites Bundesland hat Bremen mit dem zweitgrößten Schiffsregister Deutschlands beschlossen, sein Register ebenfalls zu digitalisieren. Auch hier wird die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse (wie z. B. der Rufzeichenvergabe, die Prüfung von Namensdopplungen und die Einführung der digitalen Akte) erhebliche Kosteneinsparungen bringen – und das bei gleichbleibend hoher Qualität bei der amtlichen Prüfung der eingereichten Dokumente.

Ab sofort können Sie sich für die Online-Branchenkonferenz Seeschifffahrt der BG Verkehr zum Thema Asbest auf Seeschiffen anmelden. Die Vorträge der Experten und die anschließende Diskussion werden per Livestream übertragen und simultan auf Englisch übersetzt.

Asbest-Branchenkonferenz

Die Konferenz dreht sich um das richtige Verhalten bei Asbestfunden an Bord von Seeschiffen. In einer Reihe von Vorträgen werden eine rechtliche Einordnung vorgenommen, Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis geschildert und über die Aufgaben des Asbest-Sachverständigen bei der Ermittlung informiert. Ein heißes Eisen ist auch das Thema "Die Rückflaggung asbestbelasteter Schiffe aus Sicht der Marktüberwachung im Chemikalienrecht."

Geplant ist auch eine virtuelle Podiumsdiskussion, bei der die Teilnehmer über eine Chatfunktion ihre Fragen an die Referenten stellen können.

Die Branchenkonferenz findet am 10. März zwischen 13 und 17 Uhr statt. Anmeldungen sind ab sofort bis zum 24. Februar auf der Website der BG Verkehr möglich. Dort finden Sie auch das genaue Tagungsprogramm. Die Konferenz wird simultan auf Englisch übersetzt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Umweltausschuss der IMO, das MEPC, hat in seiner 75. Sitzung am 20. November 2020 mehrere Maßnahmen beschlossen, um den Brennstoffverbrauch der Welthandelsflotte und damit seine CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Die Vorgaben erfassen erstmals auch vorhandene Schiffe.

Der IMO-Umweltausschuss will vor allem mit zwei Maßnahmen Seeschiffe effizienter und damit umweltfreundlicher machen:

  1. Alle Schiffe ab 5000 BRZ müssen zukünftig mit dem neuen EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) bestimmte Effizienzstandards erfüllen. Schiffsbetreiber müssen dafür den Brennstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen ihrer Schiffe durch technische Maßnahmen umfassend absenken. Für Schiffsneubauten gilt bereits seit 2013 mit dem sogenannten EEDI (Energy Efficiency Design Index) eine vergleichbare Vorgabe. Der EEXI verpflichtet nahezu die gesamte fahrende Welthandelsflotte, ihre gegenwärtigen CO2-Emissionen von 2023 an je nach Schiffstyp um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.
  2. Die IMO fordert zudem, dass ab 2023 auch der Betrieb der Schiffe an strenge CO2-Emissionswerten ausgerichtet werden muss. Jedes Schiff erhält dazu eine Bewertung seiner CO2-Intensität, die in fünf Kategorien von A bis E eingeteilt ist. Diese Einstufung erfolgt über den sogenannten CII (Carbon Intensity Indicator). Eine ähnliche Bewertung kennt man bereits bei Elektrogeräten und PKWs. Auf der Grundlage des Kohlenstoff-Intensitäts-Indikators CII müssen Reedereien für ihre Schiffe, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren nur mit der Klasse D oder E bewertet werden, einen verbindlichen Maßnahmenkatalog erarbeiteten, um so viel CO2 einzusparen, um wieder mindestens in die Klasse C zurück zu kehren. Mit diesem Instrument soll sich auch der Druck auf die Schiffsbetreiber erhöhen, nur noch ihre effizientesten Schiffe im Markt einzusetzen. Zudem verschafft der CII-Indikator allen Marktteilnehmern Transparenz und eine vergleichbare Datenbasis.

Derzeit stimmen internationale Arbeitsgruppen Richtlinien für die Durchführung dieser Maßnahmen ab, um den Starttermin 1. Januar 2023 sicherzustellen. Die Gremien der IMO planen darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in der Schifffahrt wie alternative Brennstoffe, den Emissionshandel sowie ein langfristig CO2 freier Seetransport von Waren voran. Aktuell gibt es dazu aber noch keine Entscheidungen des IMO-Umweltausschusses.

Die deutsche Flaggenstaatverwaltung unterstützt Seeleute und Reedereien im Umgang mit der Corona-Pandemie und hat ihre Verfahren an die aktuelle Lage angepasst. So werden Befähigungszeugnisse und -nachweise von Seeleuten pauschal um 6 Monate verlängert. Schiffsbesichtigungen finden derzeit nur in Ausnahmefällen statt.

Wie schon im März beim ersten Corona-Lockdown gelten deutsche Befähigungszeugnisse und Befähigungsnachweise, die jetzt ablaufen, pauschal 6 Monate länger. Wenn vorgeschriebene Refresher-Lehrgänge wegen des Corona-Virus ausfallen, alle anderen Voraussetzungen zur Gültigkeitsverlängerung jedoch vorliegen, werden Zeugnisse regulär um 5 Jahre verlängert. Der Nachweis des durchgeführten Wiederholungslehrgangs muss nachgereicht werden. Das BSH bittet darum, entsprechende Anträge zu stellen.

Seediensttauglichkeitsuntersuchungen können derzeit bei den meisten durch die BG Verkehr zugelassenen Ärztinnen und Ärzte durchgeführt werden (vgl. https://www.deutsche-flagge.de/de/maritime-medizin/seediensttauglichkeit/zugelassene-aerzte). Sollte ein Seediensttauglichkeitszeugnis während der Seereise ablaufen und eine Erneuerung ist wegen der Corona-Restriktionen in den Häfen nicht möglich (kein Crew-Wechsel oder Aufsuchen eines qualifizierten Arztes möglich), dann gilt das Zeugnis bis zum nächsten Hafen weiter, in dem eine Seediensttauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden kann – maximal aber für weitere drei Monate. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 12 Absatz 6 des Seearbeitsgesetzes und Norm A1.2 Absatz 9 Maritime Labour Convention (MLC).

Medizinische Wiederholungskurse finden derzeit – bis auf Ausnahmefälle – statt. Sollte es in diesem Bereich Probleme geben, kontaktieren Sie bitte den Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr (seeaerztlicher-dienst@bg-verkehr.de).

Die BG Verkehr führt derzeit Schiffsbesichtigungen nur in Ausnahmefällen durch. Für flaggenstaatliche Besichtigungen sollten Reedereien die BG Verkehr kontaktieren, um individuell zu klären, ob und wie anstehende Besichtigungen durchgeführt werden können. Wenn in einem Hafen keine Besichtigung aufgrund von COVID-19-Schutzmaßnahmen möglich ist, kann die Deutsche Flagge im Einzelfall und nach Prüfung folgender Unterlagen auf eine Besichtigung verzichten:

  1. Erklärung des Reeders welche Umstände / besonderen Bedingungen aufgrund COVID_19 Beschränkungen eine Besichtigung nicht möglich machen.
  2. Erklärung/Empfehlung der für das Schiff verantwortlichen Klassifikationsgesellschaft einschließlich Heranziehen des letzten Klassenberichtes
  3. Auswertung bestehender Auflagen der für das Schiff verantwortlichen Klassifikationsgesellschaft (Class Conditions)
  4. Einsicht in den Bericht der letzten Bodenbesichtigung unter Angabe IW (In Water) oder Dry-Docking
  5. Auswertung der Ergebnisse aus den Datenbanken der jeweilige Hafenstaatkontroll-Regime (PSC-MoU's)
  6. Auswertung des letzten ISM-Auditberichts
  7. Bei Non-Convention-Schiffen (= unterliegen nicht den internationalen Übereinkommen wie SOLAS u. a.) und Fischereifahrzeugen über 24 m Länge: Auswertung letzter Flaggenstaatsberichte.

In diesen Ausnahmefällen kann die Deutsche Flagge elektronische Kurzzeit-Zeugnisse bis zu dem Zeitpunkt erteilen, in dem eine Besichtigung des Schiffes möglich ist. Die Reedereien müssen auch in diesen Ausnahmefällen auf ihren Schiffen alle technischen und betrieblichen Vorschriften einhalten.

Hafenstaatkontrollen in deutschen Häfen finden derzeit nur aufgrund von Prioritätsfaktoren (overriding factors, vgl. dazu die Erläuterung auf der Website des ParisMoU) statt.

Die Deutsche Flagge hat ihre wichtigsten Maßnahmen in einem offiziellen Statement zusammengefasst, das Sie in unsrem FAQ-Bereich zum Corona-Virus auf unserer Website finden: www.deutsche-flagge.de/de/coronavirus (auch auf Englisch verfügbar).

Auf der Website des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) kann seit heute unter https://biofouling-database.bsh.de/ eine Datenbank zum Biofouling-Management abgerufen werden, die über Beschränkungen und Bestimmungen der Unterwasserreinigung (IWC) von Schiffen und Sportbooten im Ostseeraum informiert.