Aktuelle Nachrichten

Anlässlich des Internationalen Tags des Seefahrers am 25.06.2021 weist die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Karin Kammann-Klippstein, auf die Bedeutung der Seeleute für Wirtschaft und Gesellschaft hin.

Seit Montag, 21. Juni 2021 übte die Bundespolizei den Einsatz und das internationale Zusammenwirken von Spezialkräften bei maritimen Gefahrenlagen. Unterstützt wurde sie dabei, wie bereits in den Jahren zuvor, vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH).

Für Handelsschiffe unter deutsche Flagge sind einige neue Vorgaben für die medizinische Ausstattung an Bord in Kraft getreten.

Neue medizinische Ausstattung (groß)Der neue "Stand der medizinischen Erkenntnisse" enthält neben den Ausstattungsverzeichnissen auch praktische Hinweise zur Aufbewahrung von Medikamenten und Medizinprodukten an Bord. Die Reeder müssen die Änderungen erst bei der nächsten jährlichen Überprüfung der medizinischen Ausstattung umsetzen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Maritime Medizin". Die zusammengefassten Änderungen gegenüber dem vorherigen Stand der medizinischen Erkenntnisse haben wir Ihnen in einem Informationsblatt zusammengestellt.

Antrag ab sofort digital beim BSH möglich

Bundesminister Scheuer: „Das digitale Flaggenzertifikat geht an den Start. Das Antragsverfahren wird damit ab sofort deutlich flexibler, schneller und einfacher. Damit die Nutzer auch wirklich etwas davon haben, hat das BSH die Sportbootszene eng in die Entwicklung des neuen Angebots einbezogen. So geht moderne Verwaltung!“

„Mit dem Angebot, ein neues Flaggenzertifikat und Änderungen an einem bereits bestehenden Flaggenzertifikat für ein Seeschiff digital zu beantragen, stehen das BSH und das Umweltbundesamt mit dem Register des nationalen Emissionshandels als Bundespiloten in der ersten Reihe bezüglich der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen“, so die Präsidentin des BSH, Dr. Karin Kammann-Klippstein. „Viele Skipperinnen und Skipper sind Digital Natives und erwarten Dienstleistungen ganz selbstverständlich auch digital. Umso mehr freue ich mich, dass wir ihnen das nun auch bieten können.“

Das BSH stellt die Zertifikate für Seeschiffe mit einer Rumpflänge bis maximal 15 Metern aus. Sie dienen als Nachweis für die Berechtigung zum Führen der deutschen Flagge. Neben Privatpersonen beantragen auch Unternehmen und Verbände solche Flaggenzertifikate.

Anträge können ab sofort nach Authentifizierung unter https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Schifffahrt/Sportschifffahrt/Flaggenzertifikate/flaggenzertifikate_node.html gestellt werden. Für bestehende Zertifikate kann außerdem über die Webseite des BSH digital beantragt werden, dass diese geändert oder verlängert, zurückgegeben oder verlustig erklärt werden. Im Rahmen des Antrags können Nutzerinnen und Nutzer Nachweise (wie etwa zum Eigentumsverhältnis, Angaben zum Schiff oder Vollmachten) hochladen, den Antragsprozess unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen und Nachweise nachreichen.

Der Antragsteller authentifiziert sich entweder über das Nutzerkonto Bund oder über NEZO ("Nutzung der ELSTER-Zertifikate im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes“). NEZO ermöglicht es Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern, ihre für die sichere elektronische Kommunikation mit der Steuerverwaltung herausgegebenen ELSTER-Zertifikate auch in anderen Bürger- und Verwaltungsportalen zu verwenden und E-Government-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Daten können dadurch automatisch übernommen werden und müssen nicht manuell eingetragen werden. Das BSH fragt dann die jeweils für die Beantragung relevanten ergänzenden Informationen und Nachweise ab. Die Ausweitung dieser und ähnlicher digitaler Dienstleistungen ist bereits in Arbeit. 

Damit starten die digitalen Verwaltungsdienstleistungen nach Onlinezugangsgesetz (OZG) auch beim BSH durch. Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale auch digital anzubieten.

Rund 650 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit – damit 50 Prozent mehr als im vorherigen Meeresumweltsymposium 2019 – diskutierten aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technik rund um Meeresnutzung und Meeresschutz vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Das neue Jahresmagazin "Lass fallen Anker" der Deutschen Seemannsmission ist erschienen. Unter dem Motto "We are one" enthält das Heft viele spannende Berichte– von Corona über die Zusammenarbeit der Seemannsmissionen bis hin zum Lieferkettengesetz.

Die Seeschifffahrt in alle ihren Facetten abbilden und dabei vor allem die Seeleute im Blick zu haben – das zeichnet die 2021er-Ausgabe von "Lass fallen Anker" aus. Haupt- und Ehrenamtliche der Deutschen Seemannsmission im In- und Ausland geben Einblicke in ihren Alltag und ihren Einsatz für die Seeleute.

"We are one" - das Thema der diesjährigen Ausgabe von "Lass fallen Anker" wird auch in Hamburg tagtäglich gelebt. Die Leiterin der Seemannsmission Stella Maris in Hamburg beschreibt, wie groß das Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden der katholischen Stella Maris und der evangelischen Deutschen Seemannsmission ist – zum Wohle der Seeleute. Auch in Antwerpen klappt die ökomenische Zusammenarbeit hervorragend, wo katholische und evangelische Seemannsmission im neuen "Antwerp Harbour Hotel" Hand in Hand arbeiten.

Andrea Meenken, Vorstandsmitglied der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg, berichtet, wie Seeleute vielleicht demnächst auch am Panama-Kanal durch die Deutsche Seemannsmission betreut werden.

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Im Mittelmeer versucht die Besatzung des deutschflaggigen Schiffes "Sea-Watch 4", in Seenot geratenen Flüchtlinge zu helfen. Bei der ersten Fahrt war Martin Ernst, Nautik-Student und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Seemannsmission Bremen, dabei. Er berichtet von seinem Einsatz: "Ein leeres Schlauchboot zu finden, ist immer eine schwierige Situation, aber ich versuche, mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Die Toten kann ich nicht mehr retten. Ich fahre für die Lebenden raus."

Nicht nur solche Rettungseinsätze, sondern auch schwere Seeunfälle oder Piraterieüberfälle können Seeleute an ihre psychischen Grenzen bringen. Seit April hat die Deutsche Seemannsmission mit Dirk Obermann einen Koordinator für psychosozialen Notfallvorsorge, der dafür sorgt, dass die besondere Kompetenz der Seemannsmissionen in diesem Bereich zielgenau zum Einsatz kommt.

Was das Lieferkettengesetz mit den Arbeitsbedingungen der Seeleute zu tun hat, erklärt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin in einem Interview. Die SPD-Politikerin plädiert außerdem dafür, die Bedeutung der Seeleute viel stärker zu würdigen.

"Heimweh" – das ist die Überschrift des Beitrages des Seemannspastors Matthias Ristau über den mehrmonatigen Aufenthalt von kiribatischen Seeleuten in Hamburg, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in ihre Heimat zurückkonnten, da der Südseestaat seine Grenzen dichtgemacht hatte. Die Hamburger Seemannsmissionen versorgten die Seeleute mit allem Wichtigem – seelischem Beistand inklusive.

Aber was hilft eigentlich Seeleuten gegen Heimweh? Manchmal sind es Kleinigkeiten wie Chips aus Schweinkrusten oder Instantsuppen, die vor allem bei asiatischen Seeleuten sehr beliebt sind, wie Markus Wichmann, ehemals Leiter der Seafarers' Lounge in Hamburg. Gut, dass die Seemannsclubs der Deutschen Seemannsmission neben Rat, seelsorgerischer Betreuung und medizinischer Hilfe auch solche vermeintlich kleinen Dinge im Angebot haben.

Die App "Handbuch See" der BG Verkehr ist auf der Short List für einen Preis beim Internationalen Media Festival für Prävention. Die bereits mit dem "ELearning Award 2018" ausgezeichnete App erklärt Seeleuten auf Deutsch und Englisch, wie sie sicherer arbeiten können. Die App gibt’s kostenlos im Google- und AppleApp Store.

Das Handbuch See der BG Verkehr ist durch seine Zweisprachigkeit ein national und international gefragtes Standardwerk für alle Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes an Bord von Seeschiffen. Die zum Handbuch entwickelte App ist nun in die Shortlist für einen Preis beim Internationalen Media Festival für Prävention gewählt worden.

App Handbuch-See (klein)

Die Anwendung stellt in ihren Modulen kurz und verständlich dar, worauf Seeleute bei der Arbeit an Bord achten müssen, um weder sich selbst noch andere zu gefährden. Die Umsetzung in elektronischer Form kommt den besonderen Bedingungen der Seefahrt entgegen, da die Funktionen auch offline nutzbar sind. Bereits 2018 wurde die BG Verkehr für die App auf der Bildungsmesse "Didacta" mit dem "eLearning Award 2018" in der Kategorie Wissensmanagement ausgezeichnet.

Das Internationale Media Festival für Prävention (IMFP) gibt einen Überblick über Film- und Multimediaproduktionen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aus aller Welt. Das Festival wird im Rahmen des XXII. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit veranstaltet. Zum ersten Mal wird der Weltkongress vom 20.-23. September 2021 als Online-Veranstaltung stattfinden.   

Eine international besetzte Jury wird aus der Shortlist 18 Beiträge auswählen, die für einen Preis nominiert werden. Diese werden ab dem 19. Mai auf der Website des Festivals veröffentlicht. Die Preisverleihung erfolgt am 22. September in der Special Media Session während des Weltkongresses.

Die App zum Handbuch See steht in den App-Stores für Android-und iOS-Betriebssysteme zum kostenlosen Download bereit. 

Mehr zum Internationalen Media Festival für Prävention

Weitere Informationen zum XXII. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2021.

Bunkeröllieferanten auf einen Blick

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bietet ab sofort im Internet eine neue Übersicht der Bunkeröllieferanten an. Die neue Anwendung macht die Suche nach Bunkerlieferanten einfacher und komfortabler.

Reedereien können jetzt örtlich tätige Lieferanten von ölhaltigem Brennstoff (Schiffskraftstoff) auf der BSH Website nach Standorten, Kraftstoffen und Liefermethoden filtern. Unter https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Schifffahrt/Umwelt_und_Schifffahrt/MARPOL/_Module/Akkordeon/Anlage_6/Anlage_6.html sind inzwischen mehr als 30 Lieferanten gelistet. Weitere sollen noch in 2021 aufgenommen werden.

Das BSH führt dieses Verzeichnis der örtlich tätigen Bunkerlieferanten auf Grundlage des internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL, Anlage VI Regel 18 Absatz 9.1). Sofern am Markt tätige Lieferanten in dem Verzeichnis fehlen und für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an das

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg
E-Mail: marpol@bsh.de.

Auf der Nationalen Maritimen Konferenz ist die neue Website www.machmeer.de online gegangen. Das Infoportal soll junge Menschen für eine Ausbildung in der Seefahrt begeistern.

Die neue Website informiert über die Ausbildungsprofile Schiffsmechaniker*in, Nautik, Technik, Elektrotechnik sowie Schifffahrtskaufleute. Angesprochen werden vor allem junge Menschen, die auf der Suche nach einer für sie passenden Ausbildung sind. Kurze Texte, Videos vom Leben an Bord und Berichte junger Auszubildender sollen die Faszination der Seefahrt erlebbar machen und zugleich ein realistisches Bild von der modernen Schifffahrt geben. Darüber hinaus will machmeer.de Reedereien motivieren, jungen Menschen eine Ausbildung im maritimen Umfeld anzubieten. 

MachMeer-Logo

Wichtige Website-Themen wie Frauen an Bord, Klima- und Umweltschutz und Autonome Schiffe machen genauso Lust auf Mee(h)r wie der Ausbildungs-Check, eine Azubi-Börse sowie Veranstaltungstipps.

Mit der Website gehen erstmals auch die Siegervideos aus dem Filmwettbewerb der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt online. Die Filme geben einen authentischen Einblick in den Alltag von Schifffahrts-Auszubildenden an Bord und an Land.

Die Website wird von der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) betrieben. Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr (Berufsgenossenschaft Post-Logistik Telekommunikation) unterstützte beim Aufbau durch Knowhow und Personal und ist für die laufende Pflege des Internetangebots verantwortlich. Machmeer.de ist als gemeinsames Projekt des "Maritimen Bündnisses für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt" und der Gewerkschaft ver.di realisiert worden. Geldgeber sind die fünf Küsten-Bundesländer, der Verband Deutscher Reeder und ver.di. Auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) setzt sich für die Website ein.

Auf dem neuen YouTube-Channel von machmeer.de finden Sie ein kurzes Video über die neue Website.

Auf der Nationalen Maritimen Konferenz hat sich die Bundeskanzlerin bei allen Seeleuten für ihre Arbeit trotz der schwierigen Umstände durch die Corona-Pandemie bedankt. Schifffahrt sei unabdingbar für die Versorgung unseres Landes mit Gütern aller Art.

NMK 2021Gleich zu Beginn der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Rostock machte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede deutlich, dass auch heute noch Wachstum und Wohlstand in hohem Maße von der maritimen Wirtschaft abhängen. Die Seewege seien die zentralen Lebensadern für den Welthandel – und daran habe auch die Corona-Pandemie nichts geändert, so die Kanzlerin, die auch Schirmherrin der NMK ist. Zugleich dankte sie den Seeleuten für ihre Arbeit. Wörtlich sagte sie: "Daher nutze ich gern die Gelegenheit, um mich bei allen Seeleuten herzlich zu bedanken, die trotz der Pandemie weltweit für uns alle im Einsatz waren und sind. Viele von ihnen hatten mit großen Schwierigkeiten bei ihren Landgängen und Heimreisen zu kämpfen. Sie mussten oft besonders lange auf ihr Zuhause verzichten."

Die Nationale Maritime Konferenz, die dieses Jahr online stattfand, ist mit 1.200 Teilnehmenden die zentrale maritime Veranstaltung in Deutschland.

Die vollständige Rede der Bundeskanzlerin finden Sie auf der Website der Bundesregierung.

Der Deutsche Bundestag hat heute mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD einen Antrag zur maritimen Wirtschaft beschlossen. Die Parlamentarier fordern die Bundesregierung unter anderem dazu auf, staatliche Bürokratie-Vorgaben in der Seeschifffahrt abzubauen. Außerdem sollen Seeleuten ein Impfangebot durch mobile Teams in den Häfen erhalten.

Der beschlossene Antrag der Regierungsfraktionen im Bundestag enthält insgesamt 114 Forderungen an die Bundesregierung, die im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel realisiert werden sollen. Die Maßnahmen umfassen die Bereiche Maritime Wirtschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit, Häfen und Logistik, Schiffbauindustrie, Binnenschifffahrt und Wasserstraßen, Schifffahrt, die Fischerei, Bürokratieabbau und Energie.

Aus Sicht der Seeschifffahrt sind die folgenden Punkte des Antrags besonders interessant:

  • ein Impfangebot mit hoher Priorität für die als systemrelevant anerkannten Seeleuten durch mobile Teams während der Hafenanläufe (Punkt 7, Seite 6),
  • eine Verpflichtung zur deutschen Flagge "im ersten Register" für die Schleppschifffahrt in deutschen Häfen (Punkt 39, Seite 7),
  • die Verbesserung der Dienstleistungsqualität der deutschen Flaggenstaatverwaltung durch eine verstärkte Digitalisierung (Punkt 80, Seite 10),
  • die Entwicklung einer zukunftsfähigen maritimen Ausbildung u. a. hinsichtlich des Schiffsmechanikers mittels eines Runden Tisches (Punkt 87, Seite 11),
  • eine bessere Ladungssicherung der Schiffe (Punkte 93 und 96, Seite 11),
  • die Abschaffung der An- und Abmeldepflicht für ausländische Seeleute (Punkt 104, Seite 12),
  • die Ersetzung der Zolllaterne und der Signalflagge beim Einfahren in deutsche Seegewässer durch andere (digitale) Mitteilungsmöglichkeiten (Punkt 105, Seite 12),
  • die Umstellung unter anderem von Schiffstagebüchern auf die elektronische Form (Punkt 108, Seite 13).

Der 13 Seiten lange Antrag unter der Überschrift "Klarer Kurs für die Zukunft der maritimen Wirtschaft" ist in der Bundestags-Drucksache 19/29282 veröffentlicht worden.

Dirk Obermann besetzt die neue Stabsstelle der Deutschen Seemannsmission, in der er Hilfe für traumatisierte und selbstmordgefährdete Seeleute koordiniert.

DSM - Dirk Obermann

Die Deutsche Seemannsmission (DSM) hat jetzt eine neue Projektstelle für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) von Seeleuten eingerichtet. Leiter des von Hamburg aus operierenden Projekts ist Seemannsdiakon Dirk Obermann, zuvor Leiter der Seemannsmission („Seemannshotel“) in Bremerhaven sowie Leiter der Station in London/ Tilbury. Er koordiniert künftig die Aktivitäten der Seemannsmission im Bereich der individuellen Krisenintervention und psychosozialer Hilfen. „Mit der neuen Stelle institutionalisieren wir eine Arbeit, die in den vergangenen Jahren und besonders in der Pandemie immer wichtiger geworden ist. Die Zahl der Seeleute, die unter psychischen Störungen leiden, traumatische Erlebnisse gehabt haben oder suizidgefährdet sind, steigt und wir freuen uns sehr, mit Dirk Obermann einen äußerst erfahrenen Kollegen für diese Aufgabe gewonnen zu haben“, sagt Christoph Ernst, Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission. „Die seelische Belastung steigt in dem Maße an, in dem Seeleute aufgrund der Corona-Bestimmungen ihr Schiff nicht verlassen oder über sehr lange Zeit nicht zu ihren Familien reisen dürfen.“

Das neue Projekt der Seemannsmission versteht sich als Schnittstelle zwischen Seeleuten, Mitarbeitenden der Seemannsmission sowie Reedereien, Havarie Kommando und der Berufsgenossenschaft Verkehr/Seeschifffahrt. Zum Aufgabenfeld der PSNV-Koordination gehören nicht nur die seelische Betreuung von Seeleuten und Helfern im konkreten Notfall, sondern zukünftig auch die präventive Vorbereitung der Crews sowie die Beratung von Reedereien. Dirk Obermann: „Ein Schiff brennt auf der Elbe, das Havarie-Kommando ist im Einsatz. Ein Seemann wird verletzt geborgen und kommt ins Krankenhaus. Wie geht es für die weiter, die an Bord bleiben? Mitarbeitende der Seemannsmissionen wissen, mit der individuellen seelischen Not der Menschen auf See umzugehen. Aber auch die Helfenden brauchen Hilfe nach der Hilfe. Die Aufgaben werden mehr, da auch der psychische Druck und die Verdichtung der Arbeit an Bord voranschreiten. Wenn Seeleute unvorbereitet durch plötzliche Not- und Unglücksfälle aus der Normalität an Bord und dem Zusammenhang ihrer Crews herausgerissen werden, ist eine spezielle Notfall-Kompetenz erforderlich. Die PSNV zielt darauf ab, kritische Lebensereignisse und einhergehende Belastungen einerseits für Betroffene (z.B. Crewmitglieder), andererseits für die PSNV-Kräfte der Seemannsmissionen zu bewältigen und ggf. an zuständige psychiatrische Dienste zu vermitteln.“

Auch die BG Verkehr unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen und ihre Seeleute mit ihren Ansprechpartnern während der Pandemie und bei der Verarbeitung besonderer Schocksituationen an Bord mit ihren Trauma-Lotsen.

In ihrem Jahresbericht 2020 zum Seearbeitsrecht stellt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr auf einen Blick dar, wie sie im letzten Jahr das Einhalten der Vorgaben des Seearbeitsgesetzes überprüft hat. Bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes hilft der Leitfaden zu dem Thema Arbeiten und Leben an Bord.

Mit dem Seearbeitsgesetz wird seit 2013 das internationale Seearbeitsübereinkommen (MLC) auf Schiffen unter deutscher Flagge umgesetzt. Mit ihnen sind verbindliche und umfassende Regelungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten festgelegt. Wichtige Punkte wie Arbeits- und Ruhezeiten, Verpflegung, Urlaub, Lohnzahlung, Gesundheitsschutz an Bord und vieles mehr sind klar geregelt und werden regelmäßig überprüft.

Für die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr überprüfen 39 MLC-Inspektoren Schiffe im In- und Ausland darauf, ob die Anforderungen des Übereinkommens eingehalten werden. Die Seearbeitszeugnisse und Fischereiarbeitszeugnisse werden mittlerweile standardmäßig als elektronische Zeugnisse ausgestellt.

Die Mitarbeiter des Referats ISM/ILO kümmern sich um Beschwerden zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten, lassen private Arbeitsvermittler zu und gewährleisten, dass Reedereien unter deutscher Flagge über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert sind. Jetzt hat das Referat ISM/ILO seinen Jahresbericht 2020 herausgegeben.

Mit dem Leitfaden unterstützt das Referat ISM/ILO bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. Dieser Leitfaden steht mit einem QR-Code immer parat auf Ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die IBExU Institut für Sicherheitstechnik GmbH in Freiberg als weitere deutsche notifizierte Stelle für Schiffsausrüstung im Rahmen der Richtlinie 2014/90/EU anerkannt.

In Deutschland gibt es nun insgesamt sieben entsprechend notifizierte Stellen zur Konformitätsbewertung von Schiffsausrüstung:

  • Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft, Post-Logistik, Telekommunikation in Hamburg,
  • DNV GL SE in Hamburg,
  • Phoenix Testlab GmbH in Blomberg,
  • TÜV Nord Systems GmbH & Co. KG in Hamburg,
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), DGUV Test, Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachbereiches „Persönliche Schutzausrüstungen“ in Haan,
  • Lloyd’s Register Deutschland GmbH in Hamburg,
  • IBExU Institut für Sicherheitstechnik GmbH in Freiberg

Gültigkeit von MED-Zertifikaten nach dem Brexit

Das Vereinigte Königreich hat mit Ablauf des 31. Januars 2020 die Europäische Union verlassen und ist nunmehr Drittstaat. Aufgrund eines vereinbarten Übergangszeitraums ergaben sich vorerst bis zum 31. Dezember 2020 keine produktrechtlichen Veränderungen für MED-Schiffsausrüstung.

Seit dem 1. Januar 2021 können Konformitätsbewertungsverfahren gemäß der MED jedoch nicht mehr durch britische Konformitätsbewertungsstellen durchgeführt werden. Zertifizierungsurkunden für MED-Schiffsausrüstung dürfen entsprechend durch sie seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr ausgestellt werden.

Auch können bereits vor dem 1. Januar 2021 ausgestellte Zertifizierungsurkunden von nunmehr ehemaligen britischen Notifizierten Stellen seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr durch den Hersteller von MED-Schiffsausrüstung im Rahmen der MED-Konformitätsbewertung herangezogen werden. Ein weiteres Anbringen des Steuerrad-Kennzeichens auf MED-Schiffsausrüstung ist auf Grundlage dieser Urkunden seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr möglich!

Hier finden Sie weitere Informationen zu folgenden Themen.

  • MED Schiffsausrüstung
  • Schiffsausrüstung im Vereinigten Königreich
  • Austrittsabkommen zwischen EU und Vereinigtem Königreich

Neue Sicherheitsanforderungen für Seeschiffe auf Probefahrten

Die neuen Sicherheitsanforderungen für Seeschiffe auf Probefahrten legen für die besonderen Umstände einer Probefahrt die notwendigen Rahmenbedingungen fest. Die zeitlich und räumlich begrenzte Probefahrt unterliegt angepassten Sicherheitsanforderungen z. B. in Bezug auf Besetzung, Wachdienst, Sicherheitseinweisung der Personen an Bord und Sicherheitsausrüstung im Vergleich zum späteren Normalbetrieb.

Auf einer Probefahrt wird ein neugebautes, umgebautes oder repariertes Schiff vor der Indienststellung im vollen Umfang oder in Bezug auf die veränderten oder erneuerten Elemente erprobt. Damit die Werft bzw. die Reederei eine Probefahrt durchführen kann, muss die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen überprüfen und durch eine Probefahrtbescheinigung bestätigen.

FAQ: Deutsche Flagge zum Coronavirus

Auch wir als Deutsche Flagge tragen Verantwortung, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Wir passen daher unsere Verfahren für Schiffszeugnisse und Besichtigungen laufend an die jeweils aktuelle Lage an. Für Seeleute gibt es Erleichterungen bei Befähigungszeugnissen und -nachweisen. Die wichtigsten Informationen dazu finden Sie in unserem offiziellen Statement der Deutschen Flagge.

In unserer FAQ "Corona Info" beantworten wir alle wichtigen Fragen zu den Folgen von COVID-19 für Seeleute und Reedereien. Wenn Sie weitere Fragen haben, mailen Sie uns gerne unter Feedback.

Das Schiffsregister Hamburg ist jetzt digital. Anträge und Akten können ab sofort elektronisch bearbeitet und eingesehen werden. Zusammen mit der Online-Registrierung profitieren Reedereien sowie Notare und Anwälte von über 50% Zeitersparnis im Vergleich zu den bisherigen Verwaltungsprozessen auf Papier. Dieser Service überzeugt: Auch Bremen schließt sich dem digitalen Schiffsregister künftig an.

Mit rund 6200 Eintragungen (davon gut zwei Drittel Seeschiffe) und circa 3500 Anträgen jährlich hat Hamburg das größte Schiffsregister Deutschlands. Bisher liefen hier alle Prozesse schriftlich auf Papier ab - das kostete Zeit und wurde von vielen Kunden als umständlich angesehen. Jetzt verbessert das Schiffsregister Hamburg mit der Digitalisierung seinen Service. Eine schnellere Bearbeitung und Online-Zugriff rund um die Uhr sparen den Kunden nicht nur Zeit, sondern auch Geld, wenn so Warte- und Liegezeiten während der Umregistrierung verkürzt werden können.

Eine Schiffsregistrierung erfolgt bei einem Schiffsneubau oder einem Flaggenwechsel bei dem Amtsgericht, das für den Heimathafen des Schiffes zuständig ist. Wird ein Schiff umgebaut oder umbenannt, müssen Schiffseigentümer Änderungsanträge stellen. Mit dem Online-Antrag können diese Anträge unabhängig von den Öffnungszeiten der Behörde von überall auf der Welt eingereicht werden. Auch für eine Akteneinsicht braucht man nicht mehr vor Ort zu erscheinen – ein Computer reicht. Die Deutsche Flagge geht mit der Digitalisierung einen weiteren wichtigen Schritt hin zu noch mehr Kundenservice.

Das Digitalisierungsprojekt wurde gemeinsam von der Hamburger Justiz- und Wirtschaftsbehörde, dem Amtsgericht Hamburg und den IT-Dienstleistern Dataport und MGM Technology umgesetzt. Ein entscheidender Schritt war es dabei, das Erteilen digitaler Schiffsurkunden zu ermöglichen. Jetzt kann das Hamburger Schiffsregister sämtliche Schriftstücke und Schiffspapiere digital ausstellen und elektronisch versenden. 

Als zweites Bundesland hat Bremen mit dem zweitgrößten Schiffsregister Deutschlands beschlossen, sein Register ebenfalls zu digitalisieren. Auch hier wird die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse (wie z. B. der Rufzeichenvergabe, die Prüfung von Namensdopplungen und die Einführung der digitalen Akte) erhebliche Kosteneinsparungen bringen – und das bei gleichbleibend hoher Qualität bei der amtlichen Prüfung der eingereichten Dokumente.

Der Umweltausschuss der IMO, das MEPC, hat in seiner 75. Sitzung am 20. November 2020 mehrere Maßnahmen beschlossen, um den Brennstoffverbrauch der Welthandelsflotte und damit seine CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Die Vorgaben erfassen erstmals auch vorhandene Schiffe.

Der IMO-Umweltausschuss will vor allem mit zwei Maßnahmen Seeschiffe effizienter und damit umweltfreundlicher machen:

  1. Alle Schiffe ab 5000 BRZ müssen zukünftig mit dem neuen EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index) bestimmte Effizienzstandards erfüllen. Schiffsbetreiber müssen dafür den Brennstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen ihrer Schiffe durch technische Maßnahmen umfassend absenken. Für Schiffsneubauten gilt bereits seit 2013 mit dem sogenannten EEDI (Energy Efficiency Design Index) eine vergleichbare Vorgabe. Der EEXI verpflichtet nahezu die gesamte fahrende Welthandelsflotte, ihre gegenwärtigen CO2-Emissionen von 2023 an je nach Schiffstyp um bis zu 50 Prozent zu reduzieren.
  2. Die IMO fordert zudem, dass ab 2023 auch der Betrieb der Schiffe an strenge CO2-Emissionswerten ausgerichtet werden muss. Jedes Schiff erhält dazu eine Bewertung seiner CO2-Intensität, die in fünf Kategorien von A bis E eingeteilt ist. Diese Einstufung erfolgt über den sogenannten CII (Carbon Intensity Indicator). Eine ähnliche Bewertung kennt man bereits bei Elektrogeräten und PKWs. Auf der Grundlage des Kohlenstoff-Intensitäts-Indikators CII müssen Reedereien für ihre Schiffe, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren nur mit der Klasse D oder E bewertet werden, einen verbindlichen Maßnahmenkatalog erarbeiteten, um so viel CO2 einzusparen, um wieder mindestens in die Klasse C zurück zu kehren. Mit diesem Instrument soll sich auch der Druck auf die Schiffsbetreiber erhöhen, nur noch ihre effizientesten Schiffe im Markt einzusetzen. Zudem verschafft der CII-Indikator allen Marktteilnehmern Transparenz und eine vergleichbare Datenbasis.

Derzeit stimmen internationale Arbeitsgruppen Richtlinien für die Durchführung dieser Maßnahmen ab, um den Starttermin 1. Januar 2023 sicherzustellen. Die Gremien der IMO planen darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in der Schifffahrt wie alternative Brennstoffe, den Emissionshandel sowie ein langfristig CO2 freier Seetransport von Waren voran. Aktuell gibt es dazu aber noch keine Entscheidungen des IMO-Umweltausschusses.

Auf der Website des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) kann seit heute unter https://biofouling-database.bsh.de/ eine Datenbank zum Biofouling-Management abgerufen werden, die über Beschränkungen und Bestimmungen der Unterwasserreinigung (IWC) von Schiffen und Sportbooten im Ostseeraum informiert.

Reedereien können ab sofort Anträge für Kabotage-Genehmigungen online unter www.deutsche-flagge.de stellen. Zusätzlich haben Unternehmen mit Schiffen unter EU-Flagge jetzt die Möglichkeit, ihr Interesse an Transporten ebenfalls online anzumelden. Damit optimiert die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) den Service rund um die Seekabotage.

Bei der Kabotage geht es um das Befördern von Personen oder Gütern mit Schiffen unter ausländischer Flagge in deutschen Küstengewässern. Eine Kabotage-Genehmigung ist dann erforderlich, wenn Personen oder Güter gewerblich mit Schiffen unter Nicht-EU-Flagge (außer Norwegen) von einem Ort zu einem anderen Ort im deutschen Hoheitsgebiet - unter Nutzung der deutschen Küstengewässer (12-Seemeilen-Bereich) - befördert werden sollen.

Die GDWS prüft bei einem Kabotage-Antrag, ob für den beabsichtigten Transport auch Schiffe unter EU-Flagge zur Verfügung stehen (sog. Schiffsraumlageprüfung). Ist dies der Fall, wird ein Kabotage-Antrag abgelehnt.

Mit den Onlinemöglichkeiten von Kabotage-Anträgen und Meldungen der Transportkapazitäten, z.B. Trockenfrachter, Bagger- und Baustellenverkehre, werden die wirtschaftlichen Chancen für Unternehmen mit EU-geflaggten Schiffen verbessert.

Der neue Online-Service wurde von der EDV-Abteilung der BG Verkehr programmiert und ist in der Rubrik "Flagge – Register" zu finden.

Medizinische Tipps für Seeleute und Reeder

Das Coronavirus ist auch ein Thema für die Seeschifffahrt. Wir geben Seeleuten und Reedern Tipps, wie man sich vor dem Virus schützt und was bei Verdachtsfällen zu tun ist:

  1. Das im November 2019 neu veröffentlichte "Medizinische Handbuch See" des Seeärztlichen Dienstes der BG Verkehr enthält konkrete Empfehlungen für Hygienemaßnahmen bei der Behandlung von möglicherweise infizierten Personen an Bord. Dazu gehören unter anderem:
    • Beim Behandler:
      • Eigenschutz durch das Tragen der an Bord befindlichen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Untersuchungshandschuhe, OP-Mundnasenschutz, Einmal-Schürze
      • Händehygiene mit dem viruziden Händedesinfektionsmittel (Nr. 18.01 der deutschen Bordapotheke) zum Vermeiden der Krankheitserreger-Übertragung
    • Beim Patienten:
      • Isolationsmaßnahmen von infizierten oder infektionsverdächtigen Personen und deren Kontaktpersonen
    • Räumlichkeiten an Bord:
      • Hygienemaßnahmen der medizinisch genutzten Räume und Einrichtungen
    • Die notwendigen Informationen zum Verfahren der Kontaktaufnahme mit dem Funkärztlichen Beratungsdienst und der Zusammenarbeit mit den Hafenärztlichen Diensten einschließlich vorgeschriebener Meldeverfahren sind ebenfalls im "Medizinischen Handbuch See" enthalten. Das "Medizinische Handbuch See" ist beim Dingwort-Verlag bestellbar (https://dingwort-verlag.de/medizin/). Die englische Version des Handbuches erscheint im Frühjahr.
  2. Bei Verdachtsfällen kontaktieren Sie bitte frühzeitig den Funkärztlichen Beratungsdienst Cuxhaven, der Ihnen weitere Hinweise zur Behandlung der erkrankten Person geben kann.
  3. Die Arbeitsgruppe "EU Healthy Gateways joint action consortium" hat auf europäischer Ebene vorläufige Empfehlungen für Reedereien zum Umgang mit dem Coronavirus zusammengestellt (auf Englisch). Die Seiten 2-8 der "Interim Advice for ship operators" enthalten konkrete Empfehlungen für Kreuzfahrtschiffe, die Seiten 9 bis 11 für Frachtschiffe.
  4. Bei einem Verdachtsfall auf einem Schiff, das einen deutschen Hafen anläuft, kontaktieren Sie bitte bereits vor dem Anlaufen den zuständigen Hafenärztlichen Dienst. Die Fachleute dort informieren Sie dann über die weiteren Maßnahmen. Die Kontaktdaten der für deutsche Häfen zuständigen Hafenärztlichen Dienste finden Sie auf der Website der Freien und Hansestadt Hamburg.
  5. Aktuelle und ausführliche Informationen über das Coronavirus im Allgemeinen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Institutes, der zentralen Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention, sowie auf der Website der Weltgesundheitsorganisation WHO.
  6. Aktuelle Reisehinweise zu den Ländern, in denen das Coronavirus aufgetreten ist, finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Die Coronakrise belastet auch Schiffsbesatzungen in der internationalen Fahrt. Ansprechpartner der BG Verkehr stehen für Beratungen zur Verfügung.

Besatzungswechsel können oft nur verzögert und unter großen Schwierigkeiten durchgeführt werden. So kommen Einsatzzeiten an Bord von mehr als zehn Monaten vor. Zudem fehlt oft Planungssicherheit. Auch Landgänge in Häfen, beispielsweise zur Seemannsmission oder zu einem WLAN-Zugang, können von Quarantänevorschriften betroffen sein.

Seminar

Einige Besatzungsmitglieder verlieren so die Möglichkeit, durch Internettelefonie ihre Kontakte zu Familienangehörigen oder Freunden zu pflegen. Das Einfühlungsvermögen der Vorgesetzten, niederschwellige Beratungsangebote und Austausch im Team können helfen, dem Druck standzuhalten.

Als Ansprechpartner für eine Beratung der Unternehmen, deren Beschäftigten mit diesen Problemen konfrontiert sind, steht die zuständige Aufsichtsperson der BG Verkehr gerne zur Verfügung. Ansprechpartner finden Sie auf der Website der BG Verkehr. Dieses Angebot ist ein Service der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherung für Reedereien mit Schiffen unter deutsche Flagge und/oder für Seeleute mit einer sog. Ausstrahlungsversicherung (deutsche Seeleute mit Wohnsitz in Deutschland auf Seeschiffen unter ausländischer Flagge).

In einem neuen Video erklärt der Seeärztliche Dienst der BG Verkehr das richtige An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung . Die für die Medizin an Bord zuständigen Nautischen Offiziere können sich so effektiv gegen Infektionskrankheiten schützen. Das Video ist ab sofort abrufbar.

Wie schützt man sich an Bord, wenn der Verdacht auf eine Infektionskrankheit bei einer Person an Bord besteht? Diese Frage ist in der Seefahrt nicht neu, aber durch die Covid-19-Pandemie wieder in das Bewusstsein der Seeleute gerückt. Das im Herbst neu erschienene Medizinische Handbuch See des Seeärztlichen Dienstes gibt dazu konkrete Antworten und wird jetzt durch ein neues Video erweitert.

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Der beste Schutz gegen ansteckende Infektionen an Bord ist regelmäßiges Händewaschen, Desinfizieren und Tragen der der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Handschuhe, Mund-Nasen-Maske und Schutzbrille. Die beste Schutzausrüstung hilft aber nur, wenn Seeleute sie richtig an- und ablegen. Dabei hilft das neue Video des Seeärztlichen Dienstes "An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung (PSA)". Der gut dreiminütige Lehrfilm erklärt unter anderem, in welcher Reihenfolge die Schutzausrüstung abgelegt werden muss, damit es zu keinen ungewollten Infektionen kommt.

Seeleute können sich das Video auf Deutsch und Englisch über einen QR-Code oder über den Link https://www.medizinisches-handbuch-see.de/Schutzausruestung.html abrufen. Der Film ist Bestandteil des Medizinischen Handbuches See, das die zentrale Praxishilfe zur medizinischen Versorgung an Bord von Seeschiffen ist.

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Da das Video nach dem Erscheinen der deutschen Ausgabe des Medizinischen Handbuches See konzipiert wurde, fehlt dort der QR-Code. Die Nutzer des Handbuches sollten den QR-Code auf den Seiten 26 und 485 einkleben. In der englischen Ausgabe des Handbuches, das in Kürze erscheint, ist der neue QR-Code schon enthalten.

Lange galt Asbest als Wundermittel: Das natürliche Mineral ist feuerfest, isolierend, leicht zu verarbeiten und zudem noch günstig. Doch Asbest macht krank und kann Krebs verursachen. Die BG Verkehr hat nun zusammengefasst, was Reedereien bei einer Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes beachten müssen.

Wer in der Vergangenheit mit Asbest arbeitete, atmete häufig den Staub und damit die feinen Asbestfasern ein. Die mögliche Folge: bösartige Krebstumore oder Veränderungen des Lungenfells. Die Berufsgenossenschaften erkennen die berufsbedingte Staublungenerkrankung durch Asbest, die sogenannte Asbestose, als Berufskrankheit an. Asbest ist bei den tödlich verlaufenden Berufskrankheiten die häufigste Todesursache. Zwischen der Arbeit mit Asbest und dem Ausbruch der Krankheit können mehrere Jahrzehnte liegen. Im Mittel liegt die Latenzzeit bei 38 Jahren.

Seit 1993 darf Asbest in Deutschland nicht mehr hergestellt oder verwendet werden, auf europäischer Ebene seit 2005. Ab 2019 müssen alle Schiffe unter einer EU-Flagge ab 500 BRZ über ein Gefahrstoffverzeichnis verfügen, in dem auch Asbest erfasst sein muss. Mit dieser Verpflichtung aus der Verordnung EU/1257/2013 will die EU die Vorgaben aus der Schiffsrecyling-Konvention („Hong Kong Convention“) in ihr Recht umsetzen.

Weltweit gibt es dagegen kein Asbest-Verbot. Auf älteren Seeschiffen kann daher noch Asbest vorhanden sein. Flaggt ein solches Schiff unter die deutsche Flagge ein, muss der Reeder unter anderem eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, ein Asbest-Kastaster erstellen und für Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen für seine Seeleute sorgen. Der Geschäftsbereich Prävention der BG Verkehr hat eine „Zusammenstellung der Pflichten eines Reeders bei der Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes“ erstellt.

Ergänzend zu dieser Zusammenstellung müssen Schiffsbetreiber auch die Vorschriften des internationalen SOLAS-Übereinkommens zum Verbot von Asbest auf Seeschiffen beachten. Das Rundschreiben MSC.1/Circ1374 "Informationen zum Verbot der Verwendung von Asbest an Bord von Schiffen" des Schiffssicherheitsausschusses der IMO gibt genauere Vorgaben und Informationen zum Thema Asbest auf Seeschiffen:

  1. Auf Schiffen, welche vor dem 01.07.2002 gebaut wurden, dürfen asbesthaltige Materialien noch verbaut und zugelassen sein, sofern von diesen Materialien keine Gefährdung für die Besatzung an Bord ausgeht.
  2. Auf Schiffen, welche nach dem 01.07.2002 und vor dem 01.01.2011 gebaut wurden, darf der Einbau von asbesthaltige Materialien noch in Ausnahmefällen genehmigt worden sein.
  3. Auf Schiffen, welche nach dem 01.01.2011 gebaut wurden, dürfen asbesthaltige Materialien nicht mehr verbaut und neu eingebaut werden (vgl.  Kapitel II-1, Regel 3-5 des SOLAS-Übereinkommens).

Das Rundschreiben ist im Verkehrsblatt Heft 19/2013 vom 23.09.2013 in deutscher Sprache veröffentlicht worden und ist für Schiffe unter deutscher Flagge verbindlich.

Auf manchen Seeschiffen finden Fachleute bei späteren Untersuchungen Asbest - zum Beispiel beim Erstellen eines Gefahrstoffinventars (IHM) nach der der EU-Verordnung 1257/2013 und des Hongkong-Übereinkommens für das Recycling von Schiffen. In diesen Fällen gilt für eine Asbestsanierung an Bord oder den Austausch des gesamten asbesthaltigen Materials eine Übergangszeit von maximal drei Jahren (vgl. Rundschreiben MSC.1/Circ1374). Diese Übergangszeit von maximal drei Jahren kann auch dann nicht verlängert werden, wenn:

  1. das Schiff zwischenzeitlich seine Flagge wechselt oder
  2. bei einem Schiff unter ausländischer Flagge bereits vor drei Jahren Asbest festgestellt wurde und das Schiff jetzt unter die deutsche Flagge gebracht werden soll.

Für Rückfragen zu diesen Vorgaben stehen die Experten des Referates Maschine der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr gerne bereit (e-mail: maschine@bg-verkehr.de oder Dipl.-Ing. Holger Steinbock unter der Tel.: +49 40 361 37-217).

Die deutsche Flagge ist rund um die Uhr an 365 Tagen für Sie da. Unter der Telefon-Nummer +49 40 3190-7777 erreichen Sie unsere Fachleute für alle Fragen rund um die Seeschifffahrt unter deutscher Flagge.

Die Maritime 24/7-Hotline wird vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) angeboten. Zusätzlich können Sie auch den Bereitschaftsdienst der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr nutzen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik Ansprechpartner.

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