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Aktuelle Nachrichten

Die BG Verkehr hat ihre Außenstelle Wolgast geschlossen. Der Grund sind die Pensionierung des einzigen Mitarbeiters dort und rückläufige Schiffszahlen. Besichtigungen von Schiffen erfolgen zukünftig von Stralsund aus.

Die damalige See-Berufsgenossenschaft richtete Anfang der 1990er Jahre ihre Außenstelle Wolgast ein. Seit 2002 war Kapitän Hartmut Gentz der einzige Mitarbeiter dieser Außenstelle. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte die Kontrolle von Schiffen unter deutscher und ausländischer Flagge in den Häfen von Wolgast und der Region. Ein Schwerpunkt war dabei die Besichtigungen von Fischkuttern mit Heimathafen Freest.

Wolgast schließt

Nun ist Hartmut Gentz in den Ruhestand gegangen. Zuletzt verzeichnete die Außenstelle im Jahr nur noch rund 80 Besichtigungen, davon 30 auf Fischkuttern. Diese Zahlen spiegeln den Rückgang der zeugnispflichtigen Fischereiflotte im Bereich der Außenstelle Wolgast von 214 auf derzeit 77 Kutter wider. Die BG Verkehr hat daher beschlossen, die Stelle nicht wieder zu besetzen und die Außenstelle Wolgast zu schließen.

Die Besichtigungen im Bereich Wolgast werden jetzt von Kapitän Sven Schmidt von der Außenstelle Stralsund wahrgenommen. Termine für Schiffsbesichtigungen können am einfachsten über Julia Klaus von der Außenstelle Rostock der BG Verkehr unter der Telefon-Nummer 040/39 80-23 23 gebucht werden.

Zum Jahreswechsel werden die Rechte von Reisenden auf See gestärkt: Der Anwendungsbereich der EU-Verordnung über die Unfallhaftung von Beförderern von Reisenden auf See (VO 392/2009) wird ab dem 31.12.2018 erneut erweitert. Künftig erfasst er auch Schiffe in der auf 20 Seemeilen beschränkten Inlandsfahrt (Klasse B) im Sinne der EU-Fahrgastschiffsrichtlinie statt wie bisher lediglich Schiffe in der internationalen Fahrt sowie Schiffe in der unbeschränkten Inlandsfahrt (Klasse A).

Zur Pressemitteilung

Ro-Ro-Fahrgastschiff Berlin

Die Förderbeträge der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland für die Berufsausbildung von jungen Seeleuten bleiben auch 2019 unverändert. Dafür erhöhen sich die Ablösebeiträge für Reedereien, die ihre Schiffe ausflaggen.

Die Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland fördert jedes Jahr mit über rund 20 Millionen Euro die nautische und technische Ausbildung von Seeleuten. Diese Förderung wird auch 2019 auf unverändert hohem Niveau beibehalten. Reedereien, die Nachwuchs-Kapitäne oder -Offiziere beschäftigen, können auf ein Jahr hochgerechnet bis zu 24.000,- EUR an Förderung erhalten, bei vorangegangener Arbeitslosigkeit der Seeleute sogar bis zu 28.500,- EUR. Die Berufsausbildung von Schiffsmechanikern und Offiziersassistenten wird mit bis zu 10.500,- EUR pro Jahr gefördert.

Die Stiftung finanziert sich im Wesentlichen aus Ablösebeträgen von Reedereien, die Schiffe ausflaggen und nicht ausbilden. Mit den Ablösebeträgen werden die Nachteile ausgeglichen, die dem Standort Deutschland durch den Wegfall von maritimen Know-How drohen. Wegen gestiegener Ausbildungskosten und der schrumpfenden deutschen Handelsflotte hat die Stiftung beschlossen, die Ablösebeträge ab 2019 zu erhöhen.

Die neuen Ablösebeträge für das Jahr 2019 betragen:

 Schiffsgrößenklassen

Ablösebeträge ab 1. Januar 2019

Bruttoraumzahl bis zu 500

2.051 €

Bruttoraumzahl von über 500 bis 1.600

3.153 €

Bruttoraumzahl von über 1.600 bis 3.000

4.262 €

Bruttoraumzahl von über 3.000 bis 8.000

6.552 €

Bruttoraumzahl von über 8.000 bis 14.000

7.955 €

Bruttoraumzahl von über 14.000 bis 20.000

10.530 €

Bruttoraumzahl von über 20.000 bis 80.000

13.183 €

Bruttoraumzahl von über 80.000

19.632 €

Die Anträge für die finanzielle Unterstützung der Berufsausbildung 2019 können voraussichtlich ab Mitte Januar 2019 bei der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland gestellt werden.

Aus Liquiditätsgründen muss die Stiftung ihre andere Fördermaßnahme - die finanzielle Unterstützung von Fortbildungsmaßnahmen - für das Jahr 2019 aussetzen. Anträge für Fortbildungen im Jahr 2018 (für Fortzubildende und für Unternehmen) können noch bis Ende Februar 2019 gestellt werden.

Mehr Informationen zu der Thematik finden Sie in der Pressemitteilung der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland oder in unserer Rubrik "Deutsche Flagge".

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock nahm die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Karin Kammann-Klippstein, am 11. Dezember 2018 offiziell den Landstromanschluss für das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff (VWFS) DENEB in Betrieb. Die Versorgung des Schiffes im Hafen reduziert die Belastungen durch Abgase, Lärm und Abwärme am Neptunkai in Rostock erheblich. Das rund 100 Tage im Jahr an dem Steg liegende VWFS DENEB kann mit dem Landstromanschluss auch verbrauchsintensive Maschinen wie den Kran betreiben.

Mehr Infos

Landstrom für BSH-Forschungsschiffe

In einem Interview mit der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland sprechen sich der Reeder Rörd Braren und Hapag-Lloyd-Flottenchef Richard von Berlepsch für die deutsche Flagge aus. "Die deutsche Flagge ist eine weltweit anerkannte Qualitätsflagge", so von Berlepsch. Das Interview ist im Jahresbericht der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland abgedruckt.

Der Jahresbericht 2017 der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland beschreibt auf 35 Seiten die Tätigkeit der Stiftung für die seemännische Ausbildung in Deutschland. Die Stiftung hat 2017 mit mehr als 20 Millionen EUR die Berufsausbildung von über 1.300 jungen Seeleuten finanziell unterstützt.

Jahresbericht-Stiftung-Freytag.jpg

Die Stiftung fördert die Ausbildung von Schiffsmechanikern und Offiziersassistenten, die Qualifizierung von Offizieren (sog. „Ausfahren der Patente“) sowie die Fortbildung von nautischem und technischem Seepersonal. Die Seeleute müssen auf Schiffen unter deutscher oder einer anderen europäischen Flagge fahren.

Ziel der Stiftung ist es, ein möglichst großes Maß an Schifffahrts-Know-how in Form von hochqualifizierten Seeleuten am maritimen Standort Deutschland langfristig zu sichern.

Mehr Informationen über die Fördertätigkeit der Stiftung finden Sie in unserer Rubrik "Finanzen". Das Interview mit Rörd Braren und Richard von Berlepsch ist auf den Seiten 8 bis 15 des Jahresberichtes 2017 der Stiftung Schifffahrtsstandort Deutschland abgedruckt.

Die Umsetzung der neuen DGUV Vorschrift 84 hat in der Praxis zu manchen Fragen geführt. Die BG Verkehr lud deswegen zu einer Informationsveranstaltung ein. Daraus haben wir Ihnen die Fragen und Antworten zusammengefasst.

Die Abgrenzung zwischen den staatlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz und den Regeln und Vorschriften, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erlässt, fällt manchmal schwer. Denn die staatlichen Verordnungen zur Betriebssicherheit und zu den Arbeitsstätten decken schon fast alle Themen ab, die allgemein für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen wichtig sind. Diese Vorschriften sind aber sehr abstrakt formuliert. Um die Umsetzung in die Praxis zu vereinfachen, hat die BG Verkehr bereits verschiedene Publikationen herausgebracht, an erster Stelle das Handbuch See.

Davon abgesehen gibt es aber für Seeschifffahrt und Fischerei Besonderheiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz, die nicht durch staatliches Recht erfasst werden. Deswegen erließ die BG Verkehr nach einem langwierigen Erstellungs- und Genehmigungsverfahren eine eigene Unfallverhütungsvorschrift für diese Branche.

Auf einer Informationsveranstaltung Anfang September in Hamburg stellten Professor Werner Huth, der als ehemaliges Mitglied des Vorstandes die Entstehung dieser UVV maßgeblich begleitet hatte, sowie Martin Küppers und Kapitän Stephan Schinkel aus der Fachgruppe Seeschifffahrt der BG Verkehr die neue UVV See vor und beantworteten Fragen der Gäste. Hier eine kurze Zusammenfassung.

Fragen und Antworten - Bereich Seeschifffahrt

Warum reichen die verkehrsrechtlichen Vorschriften der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) nicht aus?
Diese Vorschriften enthalten zwar auch einige Gesichtspunkte des Arbeitsschutzes, decken aber nicht die Anforderungen ab, die sich aus den deutschen Arbeitsschutzvorschriften ergeben.

Stehen die Vorschriften der IMO über der UVV?
Diese Vorschriften ergänzen sich, es gibt keine widersprüchlichen Forderungen. Die IMO gehört zum internationalen „Verkehrsrecht“, die Unfallverhütungsvorschrift zum deutschen „Sozialrecht“.

Sagt die UVV Seeschifffahrt auch etwas zum Notfallmanagement?
Nein, dieser Bereich ist durch Schiffssicherheitsvorschriften abschließend geregelt.

Gilt die UVV Seeschifffahrt auch für Nassbagger?
Darauf gibt es keine generelle Antwort, da die Zuständigkeiten unterschiedlich geregelt sind. Gehört das Unternehmen zur BG Verkehr, gilt die UVV Seeschifffahrt, allerdings kann es sein, dass man wegen Besonderheiten spezielle Lösungen suchen muss. Unternehmen, die Schwimmbagger betreiben, gehören meist – aber nicht immer – zur BG Verkehr, Nassbagger, die von Land aus arbeiten, dagegen meist zur BG Bau.

Was gilt für Offshoreunternehmen?
Sie sind in der Regel bei der BG ETEM versichert, mit der wir eng zusammenarbeiten. Für die Errichterschiffe oder Versetzfahrzeuge ist mit wenigen Ausnahmen die BG Verkehr zuständig.

Steht ein Monteur oder Bauarbeiter, der auf einem Seeschiff arbeitet, unter dem Schutz der Unfallversicherung?
Grundsätzlich sind Beschäftigte von deutschen Unternehmen in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert und erhalten somit im Versicherungsfall Leistungen der Gesetzlichen Unfallversicherung. Diese Leistungen sind trägerübergreifend definiert. Die von den zuständigen Unfallversicherungsträgern erlassenen Vorschriften können jedoch unterschiedlich sein. Wer auf einem Schiff tätig wird, muss die Regeln zur Unfallverhütung an Bord beachten.

Was tun, wenn Hafenstaatkontrolleure Veränderungen fordern, die der UVV See widersprechen?
Es gibt nationale Sonderregelungen in anderen Staaten, wie zum Beispiel den Code of Federal Regulations (CFR) in den USA, die beachtet werden müssen, wenn man sich in deren Hoheitsgewässern oder Häfen aufhält. Deswegen muss man vor Ort flexibel reagieren. Falls sich bestimmte Vorkommnisse wiederholen, unterstützen die BG Verkehr und die unter ihrem Dach arbeitende Dienststelle Schiffssicherheit gerne bei der Suche nach Lösungen. Die grundsätzliche Aufgabe der Hafenstaatkontrolle ist es, die Übereinstimmung mit den internationalen Übereinkommen für die Seeschifffahrt zu überprüfen. Die Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind kein Bestandteil der Hafenstaatkontrolle.

Darf man im Ausland Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe beschaffen, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen?
Dies ist auf Seeschiffen in der Praxis manchmal unvermeidbar. Die neue UVV Seeschifffahrt sichert den Unternehmer dahingehend ab, dass er unter der Beachtung von in der UVV näher bestimmten Grundsätzen keinen Rechtsbruch begeht. In bestimmten Fällen muss der Unternehmer aber dokumentieren, dass er das Produkt einer qualifizierten Prüfung unterzogen hat.

Reicht zur Dokumentation die Ablage von Dokumenten auf dem Computer?
Ja, elektronische Dokumente haben Gültigkeit, es sein denn, es sind persönliche Unterschriften gefordert, zum Beispiel zur Bestätigung der Teilnahme an einer Unterweisung zum Umgang mit Gefahrstoffen.

© Kirk Williams

Fragen und Antworten - Bereich Fischerei

Müssen Arbeitsschutzvorschriften auch eingehalten werden, wenn man keine Mitarbeiter beschäftigt?
Ja, die Unfallverhütungsvorschriften und damit auch die staatlichen Arbeitsschutzvorschriften gelten auch für den allein arbeitenden Unternehmer, wenn er bei der BG versichert ist. Denn auch jemand, der allein arbeitet, kann sich selbst und andere gefährden.

In der Fischerei ist oft nur ein Mann an Bord, der als Unternehmer versichert ist. Muss er sich nun selbst die Erlaubnis zum Betreten gefährlicher Räume ausstellen?
Nein, natürlich nicht. Man kann nicht alles zu Papier bringen und es geht auch nicht darum, Gefahren aufzubauschen. Wenn Arbeiten mit Gefährdungspotenzial anstehen, muss der Fischer aber wissen, wie er sich zu seiner eigenen Sicherheit am besten verhält. (Das hat er mit seiner Berufsausbildung und durch langjährige Erfahrung gelernt.) Im Idealfall sollte er das auch aufschreiben.

Warum definiert die UVV Fischereifahrzeuge mit Baujahr 1995 als neu?
Das war notwendig, weil mit dem zweiten Kapitel der UVV Seeschifffahrt Bauvorschriften aus der EU-Richtlinie 93/103/EG über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit auf Fischereifahrzeugen umgesetzt werden. Die EU-Richtlinie unterscheidet bei bestimmten Anforderungen danach, ob es sich um ein vorhandenes oder ein neues Fischereifahrzeug handelt. Neue Fahrzeuge wurden hier mit dem Datum am oder nach dem 23. November 1995 definiert. Die genaue Definition befindet sich im Anhang zur UVV Seeschifffahrt.

Betrifft der Abschnitt über die Verkehrswege und den Zugang zum Schiff auch die Fischerei?
Ja, auch jeder Fischer muss für einen sicheren Zugang zu seinem Arbeitsplatz sorgen. Alle Vorschriften des ersten Kapitels der UVV Seeschifffahrt sind auch für die Fischerei verbindlich.

Staatliche Vorschriften Autonomes Recht und Informationen der BG Verkehr

Gesetze

Unfallverhütungsvorschriften

Rechtsverordnungen

DGUV Regeln

Eine DGUV Regel für die Branche Seeschifffahrt und Fischerei ist in Vorbereitung. Die sogenannten Branchenregeln erklären anschaulich, welche Vorschriften Gültigkeit haben und wie man sie in die Praxis umsetzt.

Informationen der BG Verkehr für die Praxis

Auch die Seeschifffahrt muss (noch) umweltfreundlicher werden. Seit Anfang 2018 schreibt die EU den Reedern daher vor, die Emissionen ihrer Schiffe zu erfassen. Diese Vorgaben aus der sogenannten MRV-Verordnung werden jetzt durch neue Regeln der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO ergänzt. Wir erklären die Unterschiede zwischen beiden Systemen.

Seit 2018 gilt die Verordnung (EU) 2015/757 zur Überwachung von Kohlendioxidemissionen aus dem Seeverkehr. Diese Verordnung ist besser bekannt unter dem Kurz-Titel MRV, was die Abkürzung für Measuring, Reporting and Verification ist. Jetzt kommt ein neues System der IMO hinzu: das Data Collection System (kurz: DCS). In diesem Datensystem werden die Brennstoffverbräuche von Seeschiffen erfasst.

Beide Verfahren ähneln sich zwar und Reeder können einige der erhobenen Daten für beide Systeme verwenden. Es gibt aber auch Unterschiede. So überwachen zum Beispiel in Deutschland unterschiedliche Behörden die Einhaltung der Vorgaben.

Die wichtigsten Unterschiede haben wir Ihnen in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Unter der Tabelle finden Sie ausführlichere Informationen zu beiden Verfahren.

Verfahren: EU-MRV-Seeverkehrsverordnung IMO DCS (Data Collection System)

Überwachung von

Kohlendioxidemissionen

Brennstoffverbrauch

Anwendung:

Ab 5000 BRZ
gewerbliche Fahrten von oder zu einem Hafen oder zwischen Häfen der Europäischen Gemeinschaft

Ab 5000 BRZ
Internationale Fahrt
(Es werden auch große Fischereifahrzeuge und Offshore-Errichterschiffe erfasst.)

Umsetzung mit:

durch eine Prüfstelle verifiziertes Monitoringkonzept

SEEMP (Schiffsenergieeffizienz-Managementplan) inkl. zweiter Teil, geprüft durch anerkannte Klassifikationsgesellschaft → Besichtigungsbericht oder Bestätigung der Klasse genehmigt durch Dienststelle Schiffssicherheit (bis 31.12.2018)

Beginn der Datenerfassung:

seit 1. Januar 2018

ab 1. Januar 2019

Datenübermittlung:

Emissionsbericht an Deutsche Emissionshandelsstelle (beim Bundesumweltamt) bis zum 30. April des Folgejahres

Übermittlung der Daten an Dienststelle Schiffssicherheit bis 01. April des Folgejahres
Eintragung dieser Daten in IMO-Datenbank durch Dienststelle Schiffssicherheit oder der von ihr beauftragten Klasse

Erste Übermittlung fällig am:

30. April 2019

1. April 2020

Weitere Informationen:

ISM-Rundschreiben 01/2018

ISM-Rundschreiben 05/2018

© Auf den Schirm, Mike Tamayo www.aufdenschirm.com / Rörd Braren Bereederungs- GmbH & Co. KG www.reedereibraren.de

EU-MRV-Seeverkehrsverordnung (Kohlendioxid-Emissionen)

Die EU-MRV-Seeverkehrsverordnung ((EU) 2015/757) findet Anwendung auf Schiffen mit Bruttoraumzahl von 5.000 und mehr, die gewerbliche Fahrten von oder zu einem Hafen oder zwischen Häfen der Europäischen Gemeinschaft durchführen. Die EU-Verordnung schreibt eine Überwachung von Kohlendioxidemissionen aus dem Seeverkehr mit einem durch eine Prüfstelle verifizierten Monitoringkonzept vor.

Auf Basis der erhobenen Daten wird jährlich ein durch eine akkreditierte Prüfstelle mit einer Konformitätsbescheinigung positiv bewerteter schiffsbezogener Emissionsbericht an die Deutsche Emissionshandelsstelle bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres übermittelt. Diese Emissionshandelsstelle ist beim Bundesumweltamt eingerichtet worden. Die Konformitätsbescheinigung ist an Bord mitzuführen.

Seit dem 1.1.2018 müssen Emissionen erfasst werden. Der erste Emissionsbericht ist am 30. April 2019 fällig.

Weitere Infos finden Sie in unserem ISM-Rundschreiben 01/2018.

IMO Data Collection System (Brennstoffverbräuche)

Die IMO hat das System zur Erfassung von Daten über den Verbrauch an ölhaltigem Brennstoff von Schiffen (DCS) für Schiffe in der internationalen Fahrt ab 5.000 BRZ beschlossen und in die Anlage VI des MARPOL-Übereinkommens aufgenommen. Für die Umsetzung wurde dem SEEMP (Schiffsenergieeffizienz-Managementplan) ein zweiter Teil hinzugefügt: Der Plan zur Erfassung der Daten über den Verbrauch an ölhaltigem Brennstoff von Schiffen.

Für Seeschiffe unter deutscher Flagge reicht der Reeder den von ihm ergänzten SEEMP Teil II an eine anerkannte Klassifikationsgesellschaft zur Prüfung ein. Die Klasse übermittelt ihren Besichtigungsbericht (Survey Report) oder ihre Anerkennungsbescheinigung (Confirmation of Compliance - Ship Fuel Oil Consumption Data Collection Plan) zur Genehmigung an die Dienststelle Schiffsicherheit der BG Verkehr, die eine entsprechende Bescheinigung für das Schiff ausstellt. Die Genehmigung durch die Dienststelle Schiffssicherheit muss bis zum 31.12.2018 erfolgen.

Die Reederei übermittelt die über das Jahr erfassten Daten an die Dienststelle Schiffssicherheit bis 1. April des Folgejahres. Die erste Übermittlung muss bis zum 1. April 2020 erfolgen.

Die jährlichen Daten über den Verbrauch an ölhaltigem Brennstoff werden von der Dienststelle Schiffssicherheit oder über die von Ihr beauftragte Klasse in die Datenbank der IMO über den Verbrauch an ölhaltigem Brennstoff von Schiffen eingetragen. Hierzu erstellt die Dienststelle Schiffssicherheit für jedes Schiff unter deutscher Flagge eine Bescheinigung (Statement of Compliance - Fuel Oil Consumption Reporting) über die ordnungsgemäße Abgabe der Jahresverbrauchsmeldung an die IMO.

Weitere Informationen und Details zu den anzugebenden Daten und verschiedenen Messmethoden finden Sie in unserem ISM-Rundschreiben 05/2018.

Für Handelsschiffe unter deutsche Flagge sind einige neue Vorgaben für die medizinische Ausstattung an Bord in Kraft getreten.

Der neue "Stand der medizinischen Erkenntnisse" enthält neben den Ausstattungsverzeichnissen auch praktische Hinweise zur Aufbewahrung von Medikamenten und Medizinprodukten an Bord. Die Reeder müssen die Änderungen erst bei der nächsten jährlichen Überprüfung der medizinischen Ausstattung umsetzen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Rubrik "Maritime Medizin". Die zusammengefassten Änderungen gegenüber dem vorherigen Stand der medizinischen Erkenntnisse haben wir Ihnen in einem Informationsblatt zusammengestellt.

Neue medizinische Ausstattung (groß)

Die Berufsbildungsstelle See e.V. hat eine Broschüre herausgegeben, in der sie die verschiedenen Ausbildungen für eine Berufslaufbahn auf See vorstellt. Von Schiffmechaniker/in bis Kapitän/in: Welcher Beruf ist was für mich?

Zum Ende der Schule stellt sich spätestens die Frage: Was will ich werden? Für viele junge Leute birgt eine Ausbildung im maritimen Bereich ganz besondere Herausforderungen und spannende Möglichkeiten. Die neue Broschüre „Meer Ausbildung!” der Berufsbildungsstelle See e.V. verrät was mit dem Arbeiten (und Leben) auf See verbunden ist und beschreibt die verschiedenen Berufe und zugehörigen Ausbildungen.

Broschüre Meer Ausbildung!

Auf anschauliche Weise werden in der Broschüre die technischen und die nautischen Berufe auf einem Schiff vorgestellt:

  • Schiffsmechaniker/in, Technische/r Offiziersassistent/in, Technische/r Wachoffizier/in und Leiter/in Maschinenanlage,
  • Nautische/r Offiziersassistent/in, nautische/r Wachoffizier/in und Kapitän/in.
  • Zukünftig wird es auch eine Ausbildung zur Lotsin/zum Lotsen geben.

Die Autoren der Broschüre beschreiben, was man in den Berufen macht, wie sich die Ausbildung zusammensetzt und welche persönlichen und schulischen Voraussetzungen für die jeweiligen Berufe zu erfüllen sind.

Bei wem das Lesen Interesse geweckt hat und wer sich auch praktisch ein Bild machen will, kann an dem Ferienfahrprogramm des Verbands der Deutschen Reeder teilnehmen und so hautnah das Seefahrerleben kennenlernen.

Mehr zum Thema gibt es auch in der Rubrik "Ausbildung und Befähigung". Unter "Ausbildungsplätze" kann die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz gleich losgehen.

In den Empfehlungen des Bundesverkehrsministeriums finden Sie nützliche Informationen zu Einrichtung und Ausrüstung medizinischer Räumlichkeiten an Bord von Schiffen.

Das Bundesverkehrsministerium hat Empfehlungen zur Einrichtung der medizinischen Räumlichkeiten auf Kauffahrteischiffen unter deutscher Flagge veröffentlicht.

Die im Verkehrsblatt abgedruckten Empfehlungen enthalten Informationen:

  • zu der Einrichtung und Ausrüstung medizinischer Räumlichkeiten an Bord von Schiffen allgemein,
  • zum vorgeschriebenen Behandlungs- und Krankenraum,
  • zu der Einrichtung von medizinischen Räumlichkeiten auf Schiffen mit Schiffsarzt und
  • zu einem Musterhygieneplan für die Behandlungs- und Krankenräume an Bord von Kauffahrteischiffen.

Empfehlungen zu medizinischen Räumlichkeiten

Die Empfehlungen wurden durch eine Expertengruppe des Ausschuss für medizinische Ausstattung bei der BG Verkehr erarbeitet und berücksichtigen auch die gesetzlichen Vorgaben der See-Unterkunftsverordnung.

Diese Empfehlungen sind rechtlich nicht verpflichtend, sondern haben nur empfehlenden Charakter.

Mehr Informationen zu medizinischer Ausstattung und Räumlichkeiten finden Sie in unserer Rubrik "Maritime Medizin".

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e. V. (BBS) hat mit Erik Hirsch (Hapag Lloyd AG) einen neuen Vorsitzenden. Hirsch löst Ernst-Peter Ebert (Reederei Bugsier) ab, der 12 Jahre lang dieses Ehrenamt innehatte.

Mit Erik Hirsch übernimmt ein Vertreter der größten deutschen Ausbildungsreederei Hapag-Lloyd das Ehrenamt in der BBS. Hirsch ist bei Hapag-Lloyd unter anderem für die Ausbildung der europäischen Seeleute verantwortlich. In seiner Antrittsrede machte er deutlich, alles Nötige zu unternehmen, um die deutsche Ausbildung in der Seeschifffahrt zu erhalten und weiter auszubauen.

Sein Vorgänger Ernst-Peter Ebert war von 2007 bis Oktober 2018 Vorsitzender der BBS und setzte sich in dieser Zeit engagiert für die Ausbildung und Interessen der Schiffsmechaniker ein. Als Vorsitzender der BBS, Personalchef einer Reederei und langjähriger Kapitän auf einem Bergungsschlepper war ihm immer bewusst, wie wichtig eine gute fundierte Ausbildung ist. "Eine gute Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg einer Reederei und macht den Unterschied auf dem internationalen Markt aus", so die Überzeugung von Ernst-Peter Ebert. Mit seiner Ablösung verliert die BBS einen allseits respektierten Fachmann und Kenner der maritimen Szene.

BBS neuer Vorsitzender

Mit der einstimmigen Annahme des Gesetzesentwurfs zum Schiffsrecycling-Übereinkommen der IMO legt der Bundestag das Fundament für die deutsche Ratifizierung des Übereinkommens und setzt ein Zeichen für sicheres und umweltgerechtes Recycling von Schiffen.

Seit den 1970er Jahren hat sich das Abwracken von Schiffen immer mehr von Europa nach Asien verlagert. Werften in Europa waren für große Seeschiffe zu klein geworden und teure Arbeitskräfte sowie strenge Umweltvorschriften trieben die Kosten immer mehr in die Höhe.

Anstatt in Werfen werden Schiffe in Asien oft an Stränden auseinandergenommen. Die Arbeits- und Lohnbedingungen sowie Umweltverschmutzung, die von diesen Abwrackorten ausgeht, stehen schon länger international in der Kritik. Mit dem Hong Kong- Übereinkommen von 2009 über das sichere und umweltgerechte Recycling von Schiffen hat die IMO Vorgaben und Regelungen geschaffen, das Recycling von Schiffen sicherer und umweltgerechter zu gestalten.

Naquib Hossain, https://www.flickr.com/photos/naq/4114723979/, Lizenz cc-by-sa-2.0

Das Übereinkommen findet keine Anwendung auf Schiffe unter 500 BRZ und solche Schiffe, die während ihrer gesamten Lebensdauer in nationaler Fahrt betrieben wurden. Diese Schiffe sollen aber ebenso nachhaltig und umweltschonend abgewrackt werden.

Sowohl die EU-Schiffsrecycling-Verordnung (EU SRR) als auch das deutsche Gesetz zur Ratifizierung des Übereinkommens sollen dazu beitragen, dass sich noch mehr Flaggenstaaten diesem Thema widmen und sich dem Übereinkommen anschließen. Das Übereinkommen wird erst in Kraft treten, wenn mindestens 15 Vertragsparteien mit insgesamt 40% der Welthandelstonnage das Übereinkommen ratifiziert haben und ihre Tonnage an recycelten Schiffen pro Jahr mindestens 3% der weltweiten Gesamttonnage an recycelten Schiffen ausmacht.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit der Durchsetzung des Übereinkommens in Deutschland und auf deutschflaggigen Schiffen betraut.

Die Dienststelle Schiffssicherheit wird zukünftig auf der Grundlage von Besichtigungen eine Bescheinigung ausstellen, mit der ein vorhandenes, den IMO-Vorgaben entsprechendes Bestandsverzeichnis bescheinigt wird. Das Bestandsverzeichnis enthält eine Auflistung aller gefährlichen Materialien im Schiffskörper und in der Ausrüstung, ihr Standort und ihre Menge. Das Verzeichnis muss während der gesamten Betriebsdauer des Schiffes auf einem aktuellen Stand gehalten werden.

Vor der Fahrt zur Recyclingeinrichtung führt die Dienststelle Schiffssicherheit eine abschließende Besichtigung durch und erklärt das Schiff mit einem weiteren Zeugnis als abwrackfähig. Bei Hafenstaatkontrollen wird das Schiff ebenfalls auf die Einhaltung des Übereinkommens hin überprüft.

Das BSH wird für die Zulassung nationaler Recyclingeinrichtungen zuständig sein. Vor dem Abwracken eines Schiffes erstellt die (deutsche) Recyclingeinrichtung einen Schiffsrecyclingplan, der vom BSH genehmigt wird.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO feiert am 27. Weltschifffahrtstag ihr 70-jähriges Bestehen. Die Bundesbehörden in den Hafenstädten hissen zur Feier des Tages ihre Flaggen.

Der 27. Weltschifffahrtstag am 27. September 2018 steht unter dem Motto "IMO 70: Our Heritage – Better Shipping for a Better Future". Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation feiert dieses Mal das 70-jährige Jubiläum der Annahme des IMO-Übereinkommens.

Die IMO ist eine fachbezogene Einrichtung der Vereinten Nationen, die die internationale Seeschifffahrt wie keine andere Organisation prägt. Zu den wichtigsten Regelwerken der IMO zählen Übereinkommen wie SOLAS, MARPOL, MLC und STCW sowie die verschiedensten Codes (IMSBC, Polar-Code, Code über Intaktstabilität, Code für Brandsicherheitssysteme, Rettungsmittel-Code, u.v.m.).

Die mittlerweile 173 Mitgliedsstaaten der IMO haben sich verpflichtet, die über 50 internationalen Regelwerke einzuhalten und für eine sicherere, nachhaltigere, umweltverträglichere und effizientere Seeschifffahrt zu sorgen.

Über 80% des Welthandels findet auf See statt. Die IMO schafft dafür einheitliche Wettbewerbsbedingungen und behält die Auswirkungen im Auge. Sie legt internationale Standards unter anderem zu Schiffbau und -ausrüstung, Befähigung von Seeleuten, sicheren Navigation und Verhütung von Umweltverschmutzung durch Schiffe fest.

Das Handbuch See der BG Verkehr ist inzwischen ein gefragtes Standardwerk für alle Fragen der Sicherheit an Bord von Seeschiffen. Zusätzlich zur Papierversion ist jetzt auch eine prämierte digitale Version für mobile Endgeräte verfügbar.

Auf fast jedem deutschen Seeschiff ist das Handbuch "Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Seeschifffahrt und Fischerei" inzwischen an Bord. In 69 Modulen wird mit wenigen Worten und "sprechenden" Bildern dargestellt, worauf Seeleute bei der Arbeit an Bord achten müssen, um weder sich selbst noch andere zu gefährden. Bei einer Unterweisung zu bestimmten Tätigkeiten kann das entsprechende Modul als Grundlage für Erläuterungen genutzt werden. Das Nachschlagewerk gibt es jetzt auch als digitale Version für mobile Endgeräte.

App Handbuch-See (klein)

Gewinner des "eLearning Award 2018"

Die Umsetzung des bewährten Handbuchs in elektronischer Form kommt den besonderen Bedingungen der Seefahrt entgegen. Unabhängig von Zeit und Ort und von einer Internetverbindung stehen den Nutzern die wesentlichen Informationen für die Online- und Offline-Nutzung zur Verfügung. Dabei kann der Nutzer zwischen Deutsch und Englisch umschalten. Eine Stichwortsuche ermöglicht das schnelle Auffinden der Inhalte. Als zusätzliche Neuheit kann man Daten wie Fotos und Notizen, zum Beispiel zu Personenschäden oder Sachschäden und Beinaheunfällen, dokumentieren und ablegen.

Die vielen nützlichen Funktionalitäten überzeugten auch auf der Bildungsmesse didacta. Dort wurde die BG Verkehr für ihre App mit dem "eLearning Award 2018" in der Kategorie Wissensmanagement ausgezeichnet.

Die App steht ab sofort in den App-Stores für Android-und iOS-Betriebssysteme zum kostenlosen Download bereit.

Überblick über Wissenswertes zur Umsetzung und praktische Beispiele

In unserem Informationsblatt erhalten Sie wissenswerte Informationen zu den Regelungen des Ballastwasseraustauschs und der Ballastwasserbehandlung. Wir erklären, was der D-1- und D-2-Standard ist und wann welcher zum Tragen kommt.

Außerdem erklären wir in unserem Informationsblatt die Sonderregelungen für die Ostsee und Nordsee und zeigen anhand praktischer Beispiele, in welchen Situationen was gilt. Auf einer neuen Karte wird die Ballastwasseraustausch-Zone in der Nordsee dargestellt.

Diese und weitere Informationen finden Sie in unseren FAQs und der Rubrik "Umweltschutz / Ballastwasser".

175x400 Ballastwassereinleitug in einem Dock bei Nacht © Stephan Gollasch

Lange galt Asbest als Wundermittel: Das natürliche Mineral ist feuerfest, isolierend, leicht zu verarbeiten und zudem noch günstig. Doch Asbest macht krank und kann Krebs verursachen. Die BG Verkehr hat nun zusammengefasst, was Reedereien bei einer Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes beachten müssen.

Wer in der Vergangenheit mit Asbest arbeitete, atmete häufig den Staub und damit die feinen Asbestfasern ein. Die mögliche Folge: bösartige Krebstumore oder Veränderungen des Lungenfells. Die Berufsgenossenschaften erkennen die berufsbedingte Staublungenerkrankung durch Asbest, die sogenannte Asbestose, als Berufskrankheit an. Asbest ist bei den tödlich verlaufenden Berufskrankheiten die häufigste Todesursache. Zwischen der Arbeit mit Asbest und dem Ausbruch der Krankheit können mehrere Jahrzehnte liegen. Im Mittel liegt die Latenzzeit bei 38 Jahren.

 

Seit 1993 darf Asbest in Deutschland nicht mehr hergestellt oder verwendet werden, auf europäischer Ebene seit 2005. Ab 2019 müssen alle Schiffe unter einer EU-Flagge ab 500 BRZ über ein Gefahrstoffverzeichnis verfügen, in dem auch Asbest erfasst sein muss. Mit dieser Verpflichtung aus der Verordnung EU/1257/2013 will die EU die Vorgaben aus der Schiffsrecyling-Konvention („Hong Kong Convention“) in ihr Recht umsetzen.

 

Weltweit gibt es dagegen kein Asbest-Verbot. Auf älteren Seeschiffen kann daher noch Asbest vorhanden sein. Flaggt ein solches Schiff unter die deutsche Flagge ein, muss der Reeder unter anderem eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, ein Asbest-Kastaster erstellen und für Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen für seine Seeleute sorgen. Der Geschäftsbereich Prävention der BG Verkehr hat eine „Zusammenstellung der Pflichten eines Reeders bei der Einflaggung eines asbestbelasteten Schiffes“ erstellt.

 

Die deutsche Flagge ist rund um die Uhr an 365 Tagen für Sie da. Unter der Telefon-Nummer +49 40 3190-7777 erreichen Sie unsere Fachleute für alle Fragen rund um die Seeschifffahrt unter deutscher Flagge.

Die Maritime 24/7-Hotline wird vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) angeboten. Zusätzlich können Sie auch den Bereitschaftsdienst der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr nutzen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik Ansprechpartner.

Hotline (klein)

Sie mögen keine Fälschungen? Wir auch nicht! Seediensttauglichkeits-Zeugnisse können jetzt schnell und einfach auf Ihre Echtheit überprüft werden.

Unser kostenloser Verifikations-Service erhöht die Sicherheit und bietet zusätzlichen Betrugsschutz.

Sie können sich für das Verfahren in wenigen Schritten und jederzeit online registrieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik Verifikation.

 

Der neue Leitfaden der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) und der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS) soll zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen von Seeleuten beitragen. Die Autoren erklären die verschiedenen sozialen Aspekte für eine einheitliche Umsetzung der Maritime Labour Convention.

Mit dem Internationalen Seearbeitsübereinkommen (MLC) hat die Internationale Arbeitsorganisation ILO verbindliche und weltweite Vorgaben festgelegt, mit denen Seeleute ein Recht auf angemessenes Arbeiten und Leben an Bord von Seeschiffen erhalten. Mit dem neuen englischsprachigen Leitfaden zu den sozialen Aspekten der MLC folgt nun eine praktische Anleitung für die Umsetzung der sozialen Vorgaben.

In dem Leitfaden wird erläutert, welche soziale Unterstützung zum Wohlergehen der Seeleute beiträgt. Eine wichtige Rolle im Alltag der Seeleute spielt die Nutzung des Internets an Bord und in den Häfen. Der Schutz von Minderjährigen und eine verlässliche Heuerzahlung - auch im Krankheitsfall - sind weitere Vorgaben, die unmittelbare Auswirkungen für die Seeleute haben.

Für Seeleute sind ihre Schiffe nicht nur ein Arbeitsort, sondern über große Zeiträume auch Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen. Seeleute aus den verschiedensten Nationen arbeiten und leben zusammen auf begrenztem Raum fern ab von Freunden und Familie. Der Leitfaden erläutert, dass diese schwierige Situation durch eine angemessene Unterkunft (z.B. gute Ausstattung, Lüftung, Heizung, adäquate Trennung des Schiffsbetriebs von den Schlafräumen), die Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards (medizinische Ausstattung, sanitäre Anlagen, usw.) und die Rücksichtnahme auf persönliche Bedürfnisse (dazu zählen auch Orte für religiöse Tätigkeiten und Erholungs- und Freizeiträumlichkeiten) erleichtert werden kann. Auch der gesunden und ausgewogenen Ernährung und der Arbeitssicherheit muss an Bord Rechnung getragen werden.

Da Seeleute in der Regel nur kurze Zeit mit ihrem Schiff in einem Hafen verbleiben, ist es wichtig, dass ihnen die Orientierung an den immer neuen und fremden Orten erleichtert wird. Die Erreichbarkeit der städtischen Einrichtungen, z. B. Banken, Ärzte, Beratungsstellen, Einkaufsorte oder Freizeiteinrichtungen sowie soziale Einrichtungen (z. B. Seemannsmissionen) hat sich als wichtig erwiesen. Die Mitgliedsstaaten der ILO sollten daher die Finanzierung und Organisation der Sozialeinrichtungen an Land unterstützen.

Deutschland ist dem Seearbeitsübereinkommen (MLC) im Jahr 2013 verbindlich beigetreten. Mit dem deutschen Seearbeitsgesetz hat der Gesetzgeber die Vorgaben des Übereinkommens im deutschen Recht verankert. Für alle Beteiligten der Umsetzung dieser Vorgaben hat die deutsche Flaggenstaatverwaltung ebenfalls einen ausführlichen und jüngst überarbeiteten Leitfaden zum Seearbeitsgesetz herausgebracht. Auf den Seiten der Rubrik "Besatzung" können Sie sich außerdem weiter zu diesem Thema informieren.