Nachrichten 2022

Jedes Jahr am 25. Juni findet der internationale Tag des Seefahrers statt. Die IMO hatte diesen Aktionstag 2011 ins Leben gerufen, um die Aufmerksam der Öffentlichkeit auf die Belange der weltweit 1,2 Millionen Seeleute zu lenken und deren Arbeit zu würdigen. Auch in diesem Jahr sind alle Interessierten eingeladen, online oder auf einer der zahlreichen Präsenzveranstaltungen tief in das Thema einzutauchen. (14.06.2022)

Der Tag des Seefahrers steht dieses Jahr unter dem Motto: "Your voyage – then and now, share your journey". ("Deine Seereise – damals und heute: Teile Deine Reise").  Die IMO organisiert ihre Kampagne so wie jedes Jahr hauptsächlich in den Sozialen Medien und die Sache mit dem Teilen ist wörtlich gemeint: Unter dem Hashtag # SeafarerJourney lädt sie dazu ein, eigene Seefahrtsfotos von früher und heute hochzuladen und zu kommentieren: Was ist anders geworden? Einzelheiten zur Social Media-Kampagne gibt’s auf der Website der IMO.

Viele Seemannsmissionen planen für den 25. Juni Grillfeste oder andere gemeinsame Feiern, auch in einigen deutschen Städten finden Veranstaltungen statt. Hervorgehoben sei in diesem Zusammenhang eine Konferenz in Bremerhaven: Bei der Veranstaltung "Fair übers Meer" dreht sich alles um die Arbeitsbedingungen von Seeleuten – denn die sind längst nicht überall so, wie sie sein sollten. Im Anschluss an verschiedene aufschlussreiche Vorträge wird es für alle Teilnehmenden die Möglichkeit geben, sich an einer offenen Diskussion über die Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten zu beteiligen.

Der Beruf des Seefahrers – und der Seefahrerin – ist systemrelevant. Umso wichtiger, dass er für möglichst viele junge Menschen ein Traumberuf bleibt. Auch dazu soll dieser Aktionstag beitragen.

Anlässlich des „Internationalen Tags der Umwelt“ am 5. Juni 2022 fordert die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, Dr. Karin Kammann-Klippstein, eine höhere Achtsamkeit für die Meere. Der „Internationale Tag der Umwelt" steht in diesem Jahr unter dem Motto „Natürlich Klima schützen: Moore, Wälder und Meere erhalten!" (04.06.2022)

Anlässlich des ersten “Internationalen Tags der Frauen in der Seeschifffahrt“ weist Dr. Karin Kammann-Klippstein, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), auf die Bedeutung von Frauen für die Zukunft der Seeschifffahrt hin. (18.05.2022)

Schiffe wurden schon in der Antike als weiblich angesehen. Selbst wenn sie männliche Namen tragen, wie die Gorch Fock, spricht man von ihnen in der weiblichen Form, auch auf Englisch heißt ein Schiff „she“.  Auch wenn sich nicht wirklich ermitteln lässt, warum das so war und ist, lässt sich feststellen, dass die Besatzung noch immer zu weit über 90 Prozent männlich ist.

Tag der Frauen in der SchifffahrtDoch die Schifffahrt wandelt sich. Die Branche wird komplexer. Auf den Schiffen hält die Automatisierung bis hin zur autonomen Schifffahrt Einzug, unterstützt durch künstliche Intelligenz. „Die Fähigkeit, in Netzwerken zu arbeiten, Informationen zu sammeln, zusammenzuführen und zu teilen“, so die Präsidentin der zentralen maritimen Behörde, „ist heute auf den Schiffen ebenso gefragt wie ein kooperativer Führungsstil und zukünftig sogar die Fähigkeit, auf Distanz zu führen. Zunehmend sind in dieser global agierenden Branche Fähigkeiten gefragt, die besonders Frauen auszeichnen“.

Die Schifffahrt entwickle sich zu einer immer spannenderen, offenen, bunten und experimentierfreudigen Branche, die vor allem im Bereich der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit durch Innovationen von sich reden mache. An Bord ändern sich die Anforderungen. Zunehmende Automatisierung soll es den Besatzungen zukünftig ermöglichen, für einen beschränkten Zeitraum das Schiff einem „autonomen Wachoffizier“ zu übergeben. Dies führe zu einer Entlastung für die Schiffsbesatzungen. Mit dem zunehmenden Einsatz autonomer maritimer Systeme könnte für die Seeleute auch die Notwendigkeit abnehmen, permanent an Bord sein zu müssen. Das alles seien Entwicklungen, unter denen die Schifffahrt sich auf dem stark umkämpften Nachwuchskräftemarkt besser behaupten könne. Dafür sei es auch notwendig, dass Barrieren abgebaut werden, die Frauen von der Entscheidung für einen Beruf in der Schifffahrt abhalten, und ein Arbeitsumfeld geschaffen werde, das die berufliche Teilnahme aller an der maritimen Branche ermögliche.

„Durch Innovation und fortschreitende Automatisierung der Systeme entstehen auch landseitig zunehmend Arbeitsplätze, z.B. an den Schnittstellen zwischen Schiff, Land und Hafen,“ so Dr. Kammann-Klippstein.

Nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder arbeiten an Bord der deutschen Handelsflotte rund 6.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Lediglich sechs Prozent von ihnen sind Frauen. Nach dem aktuellen Bericht über die Belegschaft der Seeleute 2021 (Seafarer Workforce Report 20219) des Ostseeischen und Internationalen Schifffahrtsrats (The Baltic and International Maritime Council – BIMCO) und der Internationalen Schifffahrts-Kammer (International Chamber of Shippung – ICS) seien lediglich 1,2 Prozent der rund 1,9 Millionen Seeleute weltweit Frauen.

Um den Anteil von Frauen in der Schifffahrt zu erhöhen, hat die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization – IMO) den 18. Mai zum „Internationalen Tags der Frauen in der Seeschifffahrt“ ernannt.

Wie können die Meere besser geschützt und nachhaltig genutzt werden? Es geht unter anderem um Meeres- und Klimaschutz, Offshore-Windenergie und nachhaltige Schifffahrt. (12.05.2022)

Mit der "Nils Holgersson" hat die Lübecker TT-Line ein neues umweltfreundliches Fährschiff für den Schiffsverkehr zwischen Deutschland und Schweden in Dienst gestellt. Das 230m lange Schiff unter deutscher Flagge wird mit Gas (LNG) betrieben und bietet auf dem Fahrzeugdeck 32 Ladestationen für Elektroautos. (04.05.2022)

Nils-Holgerson-tt-lines.jpgDie "Nils Holgersson" ist das erste Schiff der Green-Ship-Baureihe. Die auf der chinesischen Werft Nanjing Jinling gebaute RoPax-Fähre wird mit Flüssigas (Liquefied Natural Gas/LNG) betrieben, das im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen erheblich sauberer ist. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr förderte den umweltfreundlichen Gasantrieb der "Nils Holgersson" im Rahmen ihres LNG-Förderprogrammes. Die Reederei TT-Line bezeichnet die "Nils Holgersson" als die umweltfreundlichste Fähre in ihrer Unternehmensgeschichte.

Die neue Fähre bietet Platz für 800 Passagiere in 239 Kabinen. Auf 4.000 Lademetern können bis zu 300 Trailer geladen werden. Das Schiff ist mit 56.138 BRZ vermessen und hat einen Tiefgang von 6,70m. Die Geschwindigkeit beträgt bis zu 22 Knoten.

Eine Besonderheit an Bord sind die 32 Ladestationen für Elektroautos. PKW-Fahrer können so ihre E-Autos während der Überfahrt aufladen. Dafür stehen zwei verschiedene Ladesäulen-Typen zur Verfügung. Das Laden eines E-Autos kann online vor der Überfahrt dazugebucht werden.

Nils-Holgerson-1-tt-lines.jpgDas Schiff ist nach der Hauptfigur "Nils Holgersson" aus einer Kindergeschichte der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf benannt.

Die Fähre wird unter anderem auf der Route Travemünde-Trelleborg eingesetzt. Der Heimathafen des deutschflaggigen Schiffes ist Rostock.

Mehr Informationen über das Schiff und seine Technik ist auf der Website der Reederei TT-Line zu finden.

Um den Einsatz regelkonformer Schiffskraftstoffe zu überwachen, führt die EMSA gemeinsam mit dem BSH erstmals von Fehmarn aus über der deutschen Ostsee eine Kampagne zur Messung von Schiffsabgasen mit einer Drohne durch. Betrieben werden die Drohnenflüge im Auftrag der EMSA durch die norwegische Firma Nordic Unmanned. Die Sensorik für die Emissionsmessungen liefert das dänische Unternehmen Explicit. (27.04.2022)

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die DMT GmbH & Co. KG Prüfstelle für Brandschutz in Essen als deutsche benannte Stelle zur Konformitätsbewertung von Schiffsausrüstung gemäß der Richtlinie 2014/90/EU anerkannt. Seit dem 13.03.2022 darf sie entsprechende Schiffsausrüstung im Rahmen der Notifizierung zulassen. (14.03.2022)

In Deutschland gibt es insgesamt acht dieser notifizierten Stellen, die vom BSH überwacht werden. Sie decken einen erheblichen Marktanteil bei der Zulassung von Schiffsausrüstung in Europa ab.

Die Stellen sind:

  • Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft, Post-Logistik, Telekommunikation, Hamburg,
  • DNV GL SE, Hamburg,
  • Phoenix Testlab GmbH, Blomberg,
  • TÜV Nord Systems GmbH & Co. KG, Hamburg,
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), DGUV Test, Prüf- und Zertifizierungsstelle des Fachbereiches „Persönliche Schutzausrüstungen“, Haan
  • Lloyd’s Register Deutschland GmbH, Hamburg,
  • Lloyd’s Register Marine GmbH, Hamburg und
  • DMT GmbH & Co. KG Prüfstelle für Brandschutz, Essen.

Das BSH ist die zentrale maritime Behörde Deutschlands. An den beiden Dienstsitzen in Hamburg und Rostock sowie auf 5 Schiffen arbeiten rund 1.000 Beschäftigte aus über 100 Berufen. Im Mittelpunkt der Aufgaben stehen u.a. die Förderung, Sicherheit und Überwachung der Seeschifffahrt, Forschung und Erhebung langer Datenreihen im Bereich der Ozeanographie und Meereschemie, der Wasserstandsvorhersagedienst sowie die nautische Hydrographie, im Rahmen derer amtliche Seekarten erstellt werden. Ein in letzter Zeit stetig anwachsender Bereich ist die Zuständigkeit als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde für Offshore-Windenergieanlagen. Als deutsche Flaggenstaatsverwaltung und Dienstleister für die maritime Wirtschaft unterstützt das BSH diese mit Genehmigungen, Haftungsbescheinigungen, Produktprüfungen, Zulassungen und Bereitstellung von Daten.

Um die Vereinbarkeit von Schutz und Nutzung der Meere kontinuierlich zu verbessern und das Wissen über die Meere kontinuierlich zu vertiefen, arbeitet das BSH in der maritimen anwendungsorientierten Forschung und an der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Untersuchungen und Bereitstellung von Daten zu Seegangsmessungen in Offshore-Windparks und sowie der Aufbau von Schallmessnetzen in Nord- und Ostsee und die Bereitstellung von Daten und technischen Informationen zu Impulsschall im Meer sind Beispiele dafür. Auch die Entwicklung von Technologien zur Messung von Schiffsemissionen in der Luft gehört dazu. Mit dem BSH Systemlabor Navigation und Kommunikation steht eine Testumgebung für komplexe Navigations- und Kommunikationssysteme zur Verfügung.

Für Rückfragen:

Susanne Kehrhahn-Eyrich
Pressesprecherin (BSH)
Tel.: 040/3190-1010
Mobil: 0151/11588574


Merle Mansfeld
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel.: 040/3190-1015
presse@bsh.de    

Der Krieg in der Ukraine hat auch spürbare Auswirkungen auf die Schifffahrt. Im Fokus der Sozialpartner der deutschen Seeschifffahrt steht vor allem die Unterstützung der Seeleute. Gerade für ukrainische und russische Seeleute wird die Heimschaffung immer schwieriger. Besonders wichtig ist derzeit die Kommunikation der Seeleute mit ihren Familien zu Hause. (03.03.2022)

Internationale Seeleute © Kirk WilliamsWelche Auswirkungen in der Praxis hat der Ukraine-Krieg auf die Seeleute auf den Schiffen der deutschen Handelsflotte? Welche Unterstützung ist jetzt am dringendsten? Können russische und ukrainische Seeleute noch friedlich zusammen an Bord arbeiten? Diesen und anderen Fragen widmen sich derzeit der Verband Deutscher Reeder, ver.di, ITF, Seemannsmissionen und weitere maritime Partner mit Hochdruck.

Bereits jetzt ist klar: Der Ukraine-Krieg hat Auswirkungen auf viele Seeleute. Direkt betroffen sind die Besatzungen der Seeschiffe der deutschen Handelsflotte, die sich im Schwarzen Meer befinden und es nicht mehr rechtzeitig aus dem Kriegsgebiet herausgeschafft haben.

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Reeder leisten rund 5.000 Seeleute aus Russland und der Ukraine ihren Dienst an Bord von Schiffen deutscher Reeder – häufig gemeinsam als Teil der internationalen Schiffsbesatzungen. Bis jetzt scheint es an Bord noch keine größeren Konflikte zwischen russischen und ukrainischen Seeleuten wegen des Kriegs gegeben zu haben. Dennoch hat die Deutsche Seemannsmission vorsorglich Empfehlungen erarbeitet, wie sich mit entsprechenden Konflikten an Bord umgehen ließe. Die Ratgeber sind in russischer Sprache und in englischer Sprache hier verfügbar. 

Mitarbeitende des Seemannsclubs "Duckdalben" berichten, dass sich mehrere russische Kapitäne solidarisch mit ukrainischen Seeleute gezeigt und ihr Unverständnis über den Krieg in der Ukraine deutlich gemacht hätten. Allerdings gebe es auch ukrainische Seeleute, die ihren Dienst an Bord beenden wollen, um in ihrer Heimat gegen die russischen Truppen zu kämpfen. Andere Seeleute aus der Ukraine hoffen wiederum, länger an Bord bleiben zu können und setzen auf die Verlängerung ihrer Heuerverträge.

Für russische Seeleute wird die Heimreise nach ihrem Dienst an Bord wegen der Sperrung des EU-Luftraums für russische Flugzeuge erheblich schwieriger werden. Offen ist dabei, ob die Schengen-Visa für russische Seeleute über die üblichen 90 Tage hinaus verlängert werden, wenn diese Seeleute nicht so schnell in ihre Heimat zurückkehren können. Auch der Ausschluss mehrerer russischer Banken vom SWIFT-System könnte zukünftig die Heuerzahlung und das Abheben von Bargeld für russische Seeleute erschweren.

Besonders wichtig ist es derzeit, ukrainischen Seeleuten den Kontakt zu ihren Familienangehörigen in der Heimat zu ermöglichen. Die deutschen Reeder setzen dabei vor allem auf eine gute Internetanbindung an Bord, die aber gerade auf See nicht immer realisierbar ist.

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat eine weitere Klassifikationsgesellschaft (auch Anerkannte Organisation, RO) zugelassen. Die Klasse China Classification Society (CCS) wird für die deutsche Flaggenstaatverwaltung Aufgaben im Bereich Schiffssicherheit und Meeresumweltschutz wahrnehmen. Zu den flaggenstaatlichen Aufgaben gehören vor allem:

  • Vorprüfung von Plänen und Unterlagen,
  • Besichtigungen von Schiffen, vor allem im Ausland,
  • Ausstellen von vorläufigen Schiffssicherheitszeugnissen und Dokumenten.

Voraussetzung für die Zulassung durch die Deutsche Flagge ist die Anerkennung nach Verordnung (EG) Nr. 391/2009, welche durch die Europäische Kommission erfolgt. CCS gehört der International Association of Classification Society (IACS) an.

Weitere Informationen zu den Aufgaben der jetzt insgesamt neun Klassifikationsgesellschaften für die Deutsche Flagge finden Sie in der Rubrik "Flagge · Register".

Die Flotte der Reederei Baltrum-Linie GmbH hat kürzlich umweltfreundlichen Zuwachs bekommen. Das Ro/Ro-Frachtschiff MS Baltrum V wird in Zukunft den Frachtverkehr der Reederei im Bereich der ostfriesischen und nordfriesischen Inseln und des Niedersächsischen Wattenmeers ergänzen. Das umweltfreundliche Design des Schiffes wurde mit dem Umweltsiegel "Blauer Engel" ausgezeichnet und wird mit dem schwefelfreien und umweltfreundlichem Brennstoff Gas-to-Liquid (GtL) betrieben. (15.2.2022)

Die Reederei Baltrum-Linie GmbH hatte bisher bereits neben seinen vier Fahrgastschiffen, die MS Baltrum III als Kombi-Fahrgast- und Frachtschiff zur Ladungsbeförderung im Einsatz. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde jetzt die Flotte erweitert. Die MS Baltrum V wurde von den Schiffswerften Diedrich und der Fosenyard über zwei Jahre gebaut. Nach der erfolgreichen Probefahrt am 5. Dezember 2021 folgte die Taufe der MS Baltrum V am 3. Februar 2022.

Baltrum VDie MS Baltrum V ist 53 Meter lang und hat trotz des geringen Tiefgangs von bis zu 1,70 Metern eine Ladekapazität von 340 Tonnen. Die flache Bauweise ermöglicht es ihr, in Wattengebieten trocken zu fallen. In den geplanten Einsatzgebiet im Niedersächsischen Wattenmeer und dem Bereich der ost- und nordfriesischen Inseln ein wichtiges Kriterium. Ein besonderes Merkmal der Baltrum V ist die am Bug positionierte Klapprampe, deren drei Elemente mithilfe von Hydraulikzylindern zügig aus- und einklappen und trotzdem von der Brücke eine guten Sichtraum bietet.

Ein besonderes Anliegen der Reederei war es, den "Blauen Engel" für ein umweltfreundliches Schiffsdesign zu erhalten. Damit ein Schiff das Umweltsiegel tragen darf, muss es verbindliche Umweltvorgaben unter anderem zum Schutz bei möglichen Havarien, zur Emissionsbegrenzung, zum Abfall- und Abwassermanagement und zu Kältemitteln bei Klimaanlagen einhalten. Über ein Punktesystem wird außerdem bewertet, ob zusätzliche optionale Umweltschutzlösungen den Ansprüchen des Umweltsiegels RAL- UZ 141 "Blauer Engel" für das "Umweltfreundliche Schiffsdesign" genügen. Das hierzu notwendige Abschlussgutachten zur Erfüllung dieser Anforderungen wurde von dem Fachreferat Maschine der Dienststelle Schiffssicherheit erstellt.

Ein wichtiger Umweltfaktor der BALTRUM V ist die Verwendung des Brennstoffs Gas-to-Liquid (GtL). Diese Brennstoffmethode wandelt Erdgas nach Zugabe von Sauerstoff und Wasserdampf in einen synthetischen Kraftstoff um, der schwefelfrei und auch sonst emissionsärmer als ursprünglicher Kraftstoff ist. GtL wird auch auf den anderen Schiffen der Flotte erfolgreich eingesetzt.

Mit der Baltrum V flaggt ein neues umweltfreundliches Ro/Ro-Frachtschiff unter deutscher Flagge ein.

Die Reederei Boluda hat heute ihren Ankerziehschlepper "Bremen Fighter“ unter die deutsche Flagge gebracht. Das 48,81m lange Schiff fuhr bisher unter Flagge von Antigua und Barbuda und ist seit letztem Jahr als Notschlepper in Sassnitz auf Rügen stationiert.

Bremen FighterDie "Bremen Fighter" wurde 2003 unter dem Namen "Primus" bei der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven zusammen mit zwei Schwesterschiffen für die Hamburger Reederei Harms Bergung gebaut. Seit 2011 gehörte der Schlepper zur URAG, die 2017 von der Boluda Towage-Gruppe übernommen wurde. Die "Bremen Fighter" hat eine Maschinenleistung von 5820 kW und leistet damit einen Pfahlzug von 104 Tonnen.

Der heutige Wechsel zu deutschen Flagge in Sassnitz lief reibungslos. Boris Szczesik, Geschäftsführer der Boluda Towage Deutschland GmbH, sagt dazu: "Wir danken allen Beteiligten, dass die Einflaggung so gut geklappt hat. Die Deutsche Flagge steht für hohe Qualität und exzellentes maritimes Know-How. Wir freuen uns, dass wir unseren Teil dazu beitragen können."

Die Boluda-Firmengruppe ist mit ihren Schleppern in den Häfen Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven, Nordenham, Brake, Bremen, Wilhelmshaven und Rostock aktiv. Der Sitz der Boluda Towage Deutschland GmbH ist Bremen.

Die "Bremen Fighter" hatte letztes Jahr das Vergabeverfahren der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für die Charterung eines Notfallschleppers für die Ostsee gewonnen. Der Schlepper sorgt damit im Rahmen des Notfallschleppkonzeptes des Bundes für mehr Sicherheit in der östlichen Ostsee.

In ihrem Jahresbericht 2021 zum Seearbeitsrecht stellt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr auf einen Blick dar, wie sie im letzten Jahr das Einhalten der Vorgaben des Seearbeitsgesetzes überprüft hat. Bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes hilft der Leitfaden zu dem Thema Arbeiten und Leben an Bord. (09.02.2022)

Mit dem Seearbeitsgesetz wird seit 2013 das internationale Seearbeitsübereinkommen (MLC) auf Schiffen unter deutscher Flagge umgesetzt. Mit ihnen sind verbindliche und umfassende Regelungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten festgelegt. Wichtige Punkte wie Arbeits- und Ruhezeiten, Verpflegung, Urlaub, Lohnzahlung, Gesundheitsschutz an Bord und vieles mehr sind klar geregelt und werden regelmäßig überprüft.

Für die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr überprüfen 39 MLC-Inspektoren Schiffe im In- und Ausland darauf, ob die Anforderungen des Übereinkommens eingehalten werden. Die Seearbeitszeugnisse und Fischereiarbeitszeugnisse werden mittlerweile standardmäßig als elektronische Zeugnisse ausgestellt.

Die Mitarbeiter des Referats ISM/ILO kümmern sich um Beschwerden zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten, lassen private Arbeitsvermittler zu und gewährleisten, dass Reedereien unter deutscher Flagge über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert sind. Jetzt hat das Referat ISM/ILO seinen Jahresbericht 2021 herausgegeben.

Mit einem Leitfaden unterstützt das Referat ISM/ILO bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. Dieser Leitfaden steht mit einem QR-Code immer parat auf Ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Für die Küstenfischerei, die kleine Hochseefischerei und die Ausflugsschifffahrt an der Küste gelten besondere Arbeitszeitregelungen. An Bord dieser Schiffe dürfen Seeleute im Vergleich zur sonstigen Handelsschifffahrt länger arbeiten. Der Grund dafür ist unter anderem, dass die Küstenfischerei und die Ausflugsschifffahrt häufig nur saisonal betrieben werden und die Mehrarbeit durch Freizeitausgleich in der Nebensaison ausgeglichen werden kann.

In zwei Allgemeinverfügungen regelt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr diese Sonder-Arbeitszeiten:

 Die Allgemeinverfügungen wurden gerade für weitere zwei Jahre erlassen.

Weitere Informationen zur Arbeits- und Ruhezeiten für Seeleute finden Sie in unserer Rubrik "Besatzung".

Das erste Einsatzjahr des Vermessungs-, Wracksuch-und Forschungsschiffes (VWFS) ATAIR, die Große Sommeraufnahme, Weiterentwicklungen im Bereich der automatisierten Navigation und Schiffssteuerung, Kooperation zur Abwehr von Cyberangriffen und anderen äußeren Gefahren im maritimen Bereich, Entwicklungen in der Offshore-Windenergie und der maritimen Raumordnung sowie das neue Seekartennull sind einige Themen, die das BSH 2021 beschäftigten. (20.01.2022)

Das kürzlich veröffentlichte Infoblatt der BG Verkehr rund um die COVID-19-Impfung ist jetzt auch in sechs weiteren Sprachen erhältlich. Eine davon – für die Seeschifffahrt am wichtigsten – ist Englisch. Auf der Webseite der Berufsgenossenschaft lassen sich die Flyer mit einem Klick kostenlos downloaden. (11.01.2022)

Impf-Aufklärung BG VerkehrDer vierseitige Info-Flyer der BG Verkehr informiert über alle maßgeblichen Erkenntnisse zur COVID-19-Impfung: Schutzwirkung, Impfreaktionen, Nebenwirkungen sowie welche Gründe am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld für die Impfung sprechen. Außerdem widerlegt der Flyer im Faktencheck fünf gängige Impf-Mythen, die oft für Verunsicherung sorgen: Aussagen wie „Impfstoffe machen unfruchtbar und verändern das menschliche Erbgut" oder „Als junger Mensch ohne Vorerkrankungen übersteht man eine COVID-19-Infektion problemlos“ sind – wissenschaftlich erwiesen - falsch.

Impfungen mindern das Risiko einer Infektion deutlich. Geimpften Personen sind in einem hohen Maße vor schweren und schwersten Krankheitsverläufen geschützt. Durch die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten über die Gefahren einer Erkrankung und die Möglichkeit einer Schutzimpfung zu unterweisen. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass diese Aufklärung häufig nicht ausreicht: Noch immer sind nicht alle Beschäftigten vom Sinn einer Impfung überzeugt. Der leicht verständliche Flyer der BG Verkehr hilft Betrieben bei der Überzeugungsarbeit.

Das Infoblatt ist als pdf-Dokument in den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch, Tschechisch, Polnisch, Rumänisch und Türkisch als Download frei verfügbar.

Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr können den Flyer und ein Poster in gedruckter Form außerdem kostenfrei auf der Website der BG Verkehr bestellen - dies allerdings nur in deutscher Sprache.  

Für Arbeitgeber liegt es neben der Fürsorgepflicht auch im eigenen Interesse, dass möglichst viele Beschäftigte vom Sinn und Nutzen der COVID-19-Impfung überzeugt sind. Denn Personalausfälle durch Erkrankungen oder Quarantänemaßnahmen treffen immer das gesamte Unternehmen.

2010 fusionierte die See-BG mit der BG Verkehr. Nach 12-jähriger Übergangsphase wird von 2022 an die Höhe der Unfallversicherungs-Beiträge von Seefahrtsunternehmen nach Gefahrtarif berechnet. Wir erklären, was sich ändert und wie ihr Seefahrtsunternehmen mit gutem Arbeitsschutz und Prävention von Unfällen den Beitrag verringern kann.

Arbeitssicherheit bei InstandhaltungsarbeitenJede Branche birgt andere und unterschiedlich hohe Risiken. Mit ihren Gefahrtarifen berücksichtigt die BG Verkehr diese unterschiedlichen Risiken in ihrer Beitragsberechnung. Das ist in der Unfallversicherung schon sehr gängige Praxis. Für die Seeschifffahrt galt bisher aber noch eine andere Art der Beitragsberechnung, weil nach der Fusion der ehemaligen See-BG mit der ehemaligen Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen zur BG Verkehr im Jahr 2010 noch eine Übergangsphase vorgesehen war. Zum Jahr 2022 gilt der Gefahrtarif nun auch für Seefahrtsunternehmen, aufgeteilt in Einrichtungen an Land und auf See und für bezuschusste Unternehmen in der Fischerei. Die gute Nachricht ist: Die Änderung lohnt sich für das Unternehmen, da in den meisten Fällen die Beiträge etwas sinken.

Bereits vorher "fiktive" Gefahrtarifstellen

Um das Ganze vorzubereiten, wurden bereits seit einigen Jahren "fiktive" Gefahrtarifstellen eingeführt, zu denen die Seefahrtsunternehmen ihre Lohnsummen zugeordnet und gemeldet haben. Diese zwölf "fiktiven" Gefahrtarifstellen wurde jetzt zu drei Gefahrtarifstellen zusammengeführt; dabei bleibt die frühere Unterteilung in auf See und an Land Beschäftigte sowie bezuschusste Fischereiunternehmen bestehen:

  • Die "fiktiven" Gefahrtarifstellen 1 bis 5 werden Gefahrtarifstelle 880
  • die "fiktiven" Gefahrtarifstellen 6 bis 11 werden Gefahrtarifstelle 890.1
  • die "fiktive" Gefahrtarifstelle 12 wird Gefahrtarifstelle 890.2

Was muss man als Arbeitgeber denn nun an Beiträgen zahlen?

Mit dieser Formel lässt sich der Unfallversicherungsbeitrag für Unternehmen errechnen:

(Entgelte x Gefahrklasse x Beitragsfuß) : 1.000 = Beitrag

Die Entgelte ergeben sich aus den Durchschnittsheuern und bei den gesetzlich versicherten Küstenfischern und Küstenschiffern aus dem Durchschnittsjahreseinkommen. Diese Beträge sind in der Beitragsübersicht der BG Verkehr aufgelistet. Entgelt meint auch die Versicherungssumme der gesetzlich oder freiwillig versicherten Unternehmer.

Die Gefahrklasse des jeweiligen Gefahrtarifs spiegelt den Risikograd der Berufsgruppe wider. Dafür werden Unfälle und Berufskrankheiten aus sechs Jahren ausgewertet und zu einem Faktor für die Beitragsberechnung zusammengefasst. Weil das Berufsrisiko an Land geringer ist als auf See, ist die Gefahrklasse entsprechend geringer, nämlich 1,71 im Vergleich zu 10,14.

Der Beitragsfuß wird jährlich von der BG Verkehr festgelegt. Für den Vorschuss wird voraussichtlich 3,15 als Beitragsfuß angesetzt.

Hier die Aufteilung in der Übersicht:

Gefahrentarifstelle Gewerbezweig Gefahrklasse
880 Unternehmen und Einrichtungen von Seefahrtsunternehmen an Land 1,71
890,1 Seefahrtsunternehmen (Besatzungsmitglieder in der Personen-, Handels-, Offshore-, Bäder- und Fährschifffahrt, in Schlepp-, Bergungs- und Tauchunternehmen, in der Großen Hochseefischerei, in Segelschulen und auf Privat-Yachten und Kanalsteurer sowie in der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei ohne Länderzuschuss) 10,14
890,2 Seefahrtsunternehmen mit Länderzuschuss (Kleine Hochsee- und Küstenfischerei sowie Fischer ohne Fahrzeug) 10,14* Die Reduzierung des Beitrags durch den Länderzuschuss wird nicht durch die Gefahrklasse abgebildet, sondern erfolgt im Zuge der Beitragsberechnung. 

Die Entgelte der Beschäftigten werden ab dem Jahr 2022 übrigens nur noch mit dem digitalen Lohnnachweis (LNdigital) an die BG Verkehr übermittelt. Das Seefahrtsunternehmen trägt darin für jeden Beschäftigten je nach Tätigkeit die passende Gefahrtarifstelle ein. Dazu hat die BG Verkehr Ihnen einen kurzen Erklärfilm erstellt.

Vorschüsse und Beitragsbescheid

Die Beiträge werden wie bisher in Vorschüssen ratenweise bezahlt. Neu ist, dass die BG Verkehr die Höhe dieser Vorschüsse festlegt und Ihnen in Vorschussbescheiden mitteilt. Dies gilt ab dem 01.01.2022 auch für die Unternehmerversicherung. Durch die Vorschüsse kann die BG Verkehr das ganze Jahr über die Deckung der anfallenden Versicherungsleistungen gewährleisten. Die Vorschüsse werden nach Ermittlung des tatsächlichen Jahresbeitrags im April des Folgejahres verrechnet und im Beitragsbescheid berücksichtigt.

Haben Sie dazu noch Fragen? Die BG Verkehr beantwortet die häufigsten Fragen auf ihrer Website.

Guter Arbeitsschutz lohnt sich

Die BG Verkehr möchte ihre Mitgliedsunternehmen bei der Prävention von Unfällen und Berufskrankheiten unterstützen. Deshalb ist mit Einführung des Gefahrtarifs jetzt auch für Seefahrtsunternehmen ein Beitragsnachlass von bis zu 5% – bei der Unternehmerversicherung bis zu 25% – unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Das Unternehmen bzw. der oder die Versicherte gehört seit mindestens drei vollen Umlagejahren zur BG Verkehr,
  • es liegt eine unterdurchschnittliche Unfallbelastung durch das jeweilige Unternehmen vor – dies wird jährlich von der BG Verkehr ermittelt – und
  • der Mindestbeitrag von 62 Euro wird durch die Nachlassgewährung nicht unterschritten.

Der Anteil des Nachlasses verringert sich je mehr Arbeitsunfälle ein Unternehmen meldet. Bei einer zu hohen Anzahl Arbeitsunfälle kann es auch weiterhin zu einem Zuschlag kommen. Die Unternehmensgröße ist hier ein entscheidender Faktor dafür, wie viele Arbeitsunfälle mit dem Grundbeitrag abgedeckt sind.

Wir haben für Sie darüber hinaus eine Übersicht aller Beiträge und Rechengrößen der Sozialversicherung für das Jahr 2022 zusammengestellt.