Nachrichten 2022

Die Flotte der Reederei Baltrum-Linie GmbH hat kürzlich umweltfreundlichen Zuwachs bekommen. Das Ro/Ro-Frachtschiff MS Baltrum V wird in Zukunft den Frachtverkehr der Reederei im Bereich der ostfriesischen und nordfriesischen Inseln und des Niedersächsischen Wattenmeers ergänzen. Das umweltfreundliche Design des Schiffes wurde mit dem Umweltsiegel "Blauer Engel" ausgezeichnet und wird mit dem schwefelfreien und umweltfreundlichem Brennstoff Gas-to-Liquid (GtL) betrieben. (15.2.2022)

Die Reederei Baltrum-Linie GmbH hatte bisher bereits neben seinen vier Fahrgastschiffen, die MS Baltrum III als Kombi-Fahrgast- und Frachtschiff zur Ladungsbeförderung im Einsatz. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde jetzt die Flotte erweitert. Die MS Baltrum V wurde von den Schiffswerften Diedrich und der Fosenyard über zwei Jahre gebaut. Nach der erfolgreichen Probefahrt am 5. Dezember 2021 folgte die Taufe der MS Baltrum V am 3. Februar 2022.

Baltrum VDie MS Baltrum V ist 53 Meter lang und hat trotz des geringen Tiefgangs von bis zu 1,70 Metern eine Ladekapazität von 340 Tonnen. Die flache Bauweise ermöglicht es ihr, in Wattengebieten trocken zu fallen. In den geplanten Einsatzgebiet im Niedersächsischen Wattenmeer und dem Bereich der ost- und nordfriesischen Inseln ein wichtiges Kriterium. Ein besonderes Merkmal der Baltrum V ist die am Bug positionierte Klapprampe, deren drei Elemente mithilfe von Hydraulikzylindern zügig aus- und einklappen und trotzdem von der Brücke eine guten Sichtraum bietet.

Ein besonderes Anliegen der Reederei war es, den "Blauen Engel" für ein umweltfreundliches Schiffsdesign zu erhalten. Damit ein Schiff das Umweltsiegel tragen darf, muss es verbindliche Umweltvorgaben unter anderem zum Schutz bei möglichen Havarien, zur Emissionsbegrenzung, zum Abfall- und Abwassermanagement und zu Kältemitteln bei Klimaanlagen einhalten. Über ein Punktesystem wird außerdem bewertet, ob zusätzliche optionale Umweltschutzlösungen den Ansprüchen des Umweltsiegels RAL- UZ 141 "Blauer Engel" für das "Umweltfreundliche Schiffsdesign" genügen. Das hierzu notwendige Abschlussgutachten zur Erfüllung dieser Anforderungen wurde von dem Fachreferat Maschine der Dienststelle Schiffssicherheit erstellt.

Ein wichtiger Umweltfaktor der BALTRUM V ist die Verwendung des Brennstoffs Gas-to-Liquid (GtL). Diese Brennstoffmethode wandelt Erdgas nach Zugabe von Sauerstoff und Wasserdampf in einen synthetischen Kraftstoff um, der schwefelfrei und auch sonst emissionsärmer als ursprünglicher Kraftstoff ist. GtL wird auch auf den anderen Schiffen der Flotte erfolgreich eingesetzt.

Mit der Baltrum V flaggt ein neues umweltfreundliches Ro/Ro-Frachtschiff unter deutscher Flagge ein.

Die Reederei Boluda hat heute ihren Ankerziehschlepper "Bremen Fighter“ unter die deutsche Flagge gebracht. Das 48,81m lange Schiff fuhr bisher unter Flagge von Antigua und Barbuda und ist seit letztem Jahr als Notschlepper in Sassnitz auf Rügen stationiert.

Bremen FighterDie "Bremen Fighter" wurde 2003 unter dem Namen "Primus" bei der Mützelfeldtwerft in Cuxhaven zusammen mit zwei Schwesterschiffen für die Hamburger Reederei Harms Bergung gebaut. Seit 2011 gehörte der Schlepper zur URAG, die 2017 von der Boluda Towage-Gruppe übernommen wurde. Die "Bremen Fighter" hat eine Maschinenleistung von 5820 kW und leistet damit einen Pfahlzug von 104 Tonnen.

Der heutige Wechsel zu deutschen Flagge in Sassnitz lief reibungslos. Boris Szczesik, Geschäftsführer der Boluda Towage Deutschland GmbH, sagt dazu: "Wir danken allen Beteiligten, dass die Einflaggung so gut geklappt hat. Die Deutsche Flagge steht für hohe Qualität und exzellentes maritimes Know-How. Wir freuen uns, dass wir unseren Teil dazu beitragen können."

Die Boluda-Firmengruppe ist mit ihren Schleppern in den Häfen Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven, Nordenham, Brake, Bremen, Wilhelmshaven und Rostock aktiv. Der Sitz der Boluda Towage Deutschland GmbH ist Bremen.

Die "Bremen Fighter" hatte letztes Jahr das Vergabeverfahren der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung für die Charterung eines Notfallschleppers für die Ostsee gewonnen. Der Schlepper sorgt damit im Rahmen des Notfallschleppkonzeptes des Bundes für mehr Sicherheit in der östlichen Ostsee.

In ihrem Jahresbericht 2021 zum Seearbeitsrecht stellt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr auf einen Blick dar, wie sie im letzten Jahr das Einhalten der Vorgaben des Seearbeitsgesetzes überprüft hat. Bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes hilft der Leitfaden zu dem Thema Arbeiten und Leben an Bord. (09.02.2022)

Mit dem Seearbeitsgesetz wird seit 2013 das internationale Seearbeitsübereinkommen (MLC) auf Schiffen unter deutscher Flagge umgesetzt. Mit ihnen sind verbindliche und umfassende Regelungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten festgelegt. Wichtige Punkte wie Arbeits- und Ruhezeiten, Verpflegung, Urlaub, Lohnzahlung, Gesundheitsschutz an Bord und vieles mehr sind klar geregelt und werden regelmäßig überprüft.

Für die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr überprüfen 39 MLC-Inspektoren Schiffe im In- und Ausland darauf, ob die Anforderungen des Übereinkommens eingehalten werden. Die Seearbeitszeugnisse und Fischereiarbeitszeugnisse werden mittlerweile standardmäßig als elektronische Zeugnisse ausgestellt.

Die Mitarbeiter des Referats ISM/ILO kümmern sich um Beschwerden zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten, lassen private Arbeitsvermittler zu und gewährleisten, dass Reedereien unter deutscher Flagge über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert sind. Jetzt hat das Referat ISM/ILO seinen Jahresbericht 2021 herausgegeben.

Mit einem Leitfaden unterstützt das Referat ISM/ILO bei der Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge. Dieser Leitfaden steht mit einem QR-Code immer parat auf Ihrem Smartphone:

QR-Code MLC-Leitfaden

Das erste Einsatzjahr des Vermessungs-, Wracksuch-und Forschungsschiffes (VWFS) ATAIR, die Große Sommeraufnahme, Weiterentwicklungen im Bereich der automatisierten Navigation und Schiffssteuerung, Kooperation zur Abwehr von Cyberangriffen und anderen äußeren Gefahren im maritimen Bereich, Entwicklungen in der Offshore-Windenergie und der maritimen Raumordnung sowie das neue Seekartennull sind einige Themen, die das BSH 2021 beschäftigten. (20.01.2022)

Das kürzlich veröffentlichte Infoblatt der BG Verkehr rund um die COVID-19-Impfung ist jetzt auch in sechs weiteren Sprachen erhältlich. Eine davon – für die Seeschifffahrt am wichtigsten – ist Englisch. Auf der Webseite der Berufsgenossenschaft lassen sich die Flyer mit einem Klick kostenlos downloaden. (11.01.2022)

Impf-Aufklärung BG VerkehrDer vierseitige Info-Flyer der BG Verkehr informiert über alle maßgeblichen Erkenntnisse zur COVID-19-Impfung: Schutzwirkung, Impfreaktionen, Nebenwirkungen sowie welche Gründe am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld für die Impfung sprechen. Außerdem widerlegt der Flyer im Faktencheck fünf gängige Impf-Mythen, die oft für Verunsicherung sorgen: Aussagen wie „Impfstoffe machen unfruchtbar und verändern das menschliche Erbgut" oder „Als junger Mensch ohne Vorerkrankungen übersteht man eine COVID-19-Infektion problemlos“ sind – wissenschaftlich erwiesen - falsch.

Impfungen mindern das Risiko einer Infektion deutlich. Geimpften Personen sind in einem hohen Maße vor schweren und schwersten Krankheitsverläufen geschützt. Durch die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihre Beschäftigten über die Gefahren einer Erkrankung und die Möglichkeit einer Schutzimpfung zu unterweisen. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass diese Aufklärung häufig nicht ausreicht: Noch immer sind nicht alle Beschäftigten vom Sinn einer Impfung überzeugt. Der leicht verständliche Flyer der BG Verkehr hilft Betrieben bei der Überzeugungsarbeit.

Das Infoblatt ist als pdf-Dokument in den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch, Tschechisch, Polnisch, Rumänisch und Türkisch als Download frei verfügbar.

Mitgliedsunternehmen der BG Verkehr können den Flyer und ein Poster in gedruckter Form außerdem kostenfrei auf der Website der BG Verkehr bestellen - dies allerdings nur in deutscher Sprache.  

Für Arbeitgeber liegt es neben der Fürsorgepflicht auch im eigenen Interesse, dass möglichst viele Beschäftigte vom Sinn und Nutzen der COVID-19-Impfung überzeugt sind. Denn Personalausfälle durch Erkrankungen oder Quarantänemaßnahmen treffen immer das gesamte Unternehmen.