Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)
Dienststelle Schiffssicherheit
Brandstwiete 1
20457 Hamburg

Seeärztlicher Dienst

Dr. Philipp Langenbuch
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Jörg Abel
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Jörg Labrenz
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Jan Schultz
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Annelie Ewen
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Marina Staude
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Medizinische Ausstattung und Räumlichkeiten

Optimale medizinische Ausstattung an Bord von deutschen Seeschiffen

Nach dem internationalen Seearbeitsübereinkommen haben Seeleute einen Anspruch darauf, an Bord eines Seeschiffes soweit wie möglich einen vergleichbaren medizinischen Standard wie "im Allgemeinen den Arbeitnehmern an Land" vorzufinden.

Schiffsoffiziere sind für medizinische Betreuung zuständig

Bis auf wenige Ausnahmen - zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe - sind auf Seeschiffen keine Schiffsärzte an Bord. Die medizinische Betreuung wird entweder durch den Kapitän oder bei größeren Schiffen durch einen nautischen Schiffsoffizier wahrgenommen. Die medizinische Ausstattung an Bord ist daher darauf ausgerichtet, dass auch medizinische Laien mit einer gewissen medizinischen Grundausbildung erkrankte oder verletzte Personen an Bord medizinisch versorgen können.

Aktueller Stand der medizinischen Ausstattung an Bord

Die medizinische Ausstattung auf Seeschiffen unter deutscher Flagge ist optimal auf die Bedürfnisse von Seeleuten ausgerichtet. Die Ausstattung variiert je nach Fahrtgebiet und Personenzahl an Bord und wird laufend an den medizinischen Fortschritt angepasst.

Medizinischen Ausstattung

 

Fachausschuss legt medizinische Ausstattung fest

Der Stand der medizinischen Ausstattung wird vom "Ausschuss für medizinische Ausstattung in der Seeschifffahrt" festgelegt. Der Ausschuss (genaue Zusammensetzung) besteht aus allen wichtigen Experten der maritimen Medizin in Deutschland sowie Nautikern und einem Juristen. Weitere Informationen über den Ausschuss finden Sie in einem Flyer des Bundesverkehrsministeriums.

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Was gehört zur medizinischen Ausstattung?

Zur medizinischen Ausstattung an Bord gehören:

  • Arzneimittel, Medizinprodukte und Hilfsmittel,
  • Betäubungsmittelbuch,
  • Krankenbuch,
  • Ärztliches Berichtsformular.
  • Medizinischer Leitfaden: "Anleitung zur Krankenfürsorge auf Kauffahrteischiffen".

Die "Anleitung zur Krankenfürsorge auf Kauffahrteischiffen" ist das Lehrbuch für die medizinische Ausbildung von Schiffsoffizieren und zugleich Handlungsanleitung für die medizinische Betreuung auf Schiffen ohne Schiffsarzt.

Bild Buch Krankenfürsorge

See-Berufsgenossenschaft (Hrsg.):
Anleitung zur Krankenfürsorge auf Kauffahrteischiffen
Leitfaden für Kapitäne und Schiffsoffiziere
556 Seiten, mit CD-Rom
5. Auflage 2007; 124,60€
ISBN 978-3-87166-050-4

Das Buch ist auch in englisch verfügbar. Der „German Medical Guide for Ships“ hat seit seiner Veröffentlichung inzwischen auch international eine hohe Wertschätzung erreicht und wird daher bereits auf zahlreichen Seeschiffen unter nicht-deutscher Flagge – einschließlich der als vorbildlich geltenden deutschen Bordapotheken-Ausrüstung – gefahren.

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Medizinische Räumlichkeiten sind auf Ausstattung abgestimmt

Größere Schiffe, die längere Reisen unternehmen, müssen einen Behandlungsraum mit einer Schiffsapotheke an Bord haben. Die Einrichtung dieses Raumes ist auf die medizinische Erst- und Wiederholungsausbildung von Nautischen Offizieren abgestimmt.

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Behandlungsraum zur medizinischen Versorgung

Nach § 22 der See-Unterkunftsverordnung ist ein Behandlungsraum (im englischen als hospital accomodation bezeichnet) vorgeschrieben für:

  • alle Schiffe in der weltweiten Fahrt,
  • Schiffe mit 15 oder mehr Personen an Bord mit einer Reisedauer von mehr als drei Tagen,
  • Fahrgastschiffe in weltweiter Fahrt und in der Europäischen Fahrt (in § 46 Absatz 1 des Seearbeitsgesetzes näher beschrieben) und
  • Fischereifahrzeuge in der Großen Hochseefischerei.

In dem Behandlungsraum werden Personen an Bord medizinisch betreut. Mit Hilfe einer Kommunikationsausrüstung wird eine direkte funk- oder satellitenfunkärztliche Beratung ermöglicht. Behandlungsräume sind leicht zugänglich und auf dem Stand der Technik. Der Apothekenschrank (Bordapotheke) muss in dem Behandlungsraum aufgestellt sein; die Arzneimittel müssen nach einem vorgegebenen Stauplan (wird durch den Fachausschuss festgelegt) einsortiert werden.

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Zusätzlicher Krankenraum dient der Separierung erkrankter Personen

Schiffe mit Behandlungsraum müssen – mit Ausnahme von Fahrgastschiffen in der Europäischen Fahrt mit weniger als 12 Stunden Reisedauer – zusätzlich über einen Krankenraum verfügen. Damit sollen Erkrankte mit ansteckenden Krankheiten separiert werden können, um die Weiterverbreitung der Krankheitserreger zu verhindern.

In dem Ein- oder Zweibett-Krankenraum befinden sich ein Handwaschbecken, entweder eine Badewanne oder eine Dusche und ein separater Toilettenraum.  Beide Räume sind mit Telefon oder Rufanlage ausgestattet. Auf Schiffen mit bis zu 30 Personen kann auf den Krankenraum verzichtet werden, wenn all dies in Einzelschlafräumen mit abgeteilter Sanitärzelle vorhanden ist.

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