Webcode für diesen Inhalt: 19541077

Nachrichten 2019

Vom 23. - 24. September findet der 4. Bremer Kongress für Nachhaltigkeit in der Schifffahrt statt. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des „greenports Award 2019‟ der bremischen Häfen, der das umweltfreundlichste Schiff und die "grünste" Reederei kürt. Es sind noch Plätze frei.

Auf dem Kongress werden die aktuellen Strategien zur Emissionsreduktion in der Seeschifffahrt vorgestellt. Eine emissionsfreie Schifffahrt ab 2050 gilt als möglich und wird von der Weltschifffahrtsorganisation IMO als Idealfall angestrebt. Und so werden Fragen diskutiert wie: Was und wer treibt diese Entwicklung? Wie sehen konkrete technische Lösungen aus? Und, welche Rolle und Verantwortung kommt dabei den Häfen zu? Der maritime Austausch steht dabei im Mittelpunkt. Gleich zu Anfang des Kongresses am Abend des 23. Septembers lädt der Bremer Senat zu einem Empfang im Fly Deck Bremen ein, auf dem sich ausgetauscht werden kann.

Kongress Nachhaltige Schifffahrt 2019

Der Haupttag des Kongresses ist der 24. September. Er beginnt mit einigen Keynote-Vorträgen zum Thema Sustainable Shipping. Unter anderem spricht Guy Platten, der Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer ICS, und Martin Dorsman, Generalsekretär des europäischen Reedereiverbands ECSA. Bis zur Mittagspause werden in drei Workshops die Themen „Zero Emission Shipping – Strategien zur Zielerreichung‟, „Ökologischer Fußabdruck der Schifffahrt" und „Nachhaltige Schifffahrt – Anforderungen an die Häfen‟ behandelt. Am Nachmittag werden die Ergebnisse der Workshops vorgestellt. Außerdem findet die Verleihung der „greenports Awards‟ der bremischen Häfen 2019 statt. Mit diesem Award werden das umweltfreundlichste Schiff und die "grünste" Reederei gekürt.

Der Kongress wird von der Freien Hansestadt Bremen, dem Maritimen Cluster Norddeutschland und der Hochschule Bremen veranstaltet.

Weitere Informationen, das Programm und die Anmeldung finden Sie auf der Website des Maritimen Clusters Norddeutschland.

Am 17. und 18. Oktober diskutieren Experten und Politiker im Seegerichtshof in Hamburg über das Internationale Seerechtsübereinkommen und seine Zukunft. Veranstalter sind die Hamilton Lugar School of Global and International Studies der Universität Indiana, die Universität Hamburg und die Internationale Stiftung des Seerechts. Interessenten können sich noch zu der Veranstaltung anmelden.

Vor 25 Jahren verabschiedete die internationale Weltgemeinschaft das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Aus diesem Anlass findet in Hamburg eine internationale UNCLOS-Konferenz statt. UNCLOS steht für die englische Bezeichnung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen – United Nations Convention on the Law of the Sea.

Der Konferenzort ist der internationale Seegerichtshof in Hamburg-Nienstedten. Die weiße Altbauvilla und der Neubau in einem weitläufigen Park mit Blick auf die Elbe ist Deutschlands einziges internationales Gericht. Seit 1996 urteilen die 21 Richter des Seegerichtshofes über Streitigkeiten zur Auslegung des Seerechtsübereinkommens.

© ITLOS photo

Das Seerechtsübereinkommen entstand 1994 nach neun Jahren Verhandlungen als Reaktion auf einen lange währenden Disput über die Größe des Gebiets der Küstengewässer. Diese Fragen wurden und werden immer wichtiger, da viele Länder Ressourcen aus dem Meer nutzen und ihre Fischerei- und Ölfördergebiete vergrößern wollen. 165 Staaten haben das Übereinkommen bisher ratifiziert; die USA gehören übrigens nicht dazu.

Zu den wichtigsten Inhalten des Seerechtsübereinkommens zählen die Festlegung der Zwölf-Seemeilen-Zone als Küstengewässer sowie die weitere 12 Seemeilen umfassende Anschlusszone. In den Küstengewässern kann der Küstenstaat Verstöße ahnden, für die sich seewärts anschließende Anschlusszone kann er Zoll-, Gesundheits- oder Einreisevorschriften erlassen. Weiterhin regelt das Übereinkommen die Rechte und Pflichten in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) sowie die Nutzung der hohen See und des Meeresbodens.

Auf der Konferenz in Hamburg werden die Experten über den Zustand und die Zukunft des Seerechtsübereinkommens sprechen. Am ersten Tag steht die Rechtsprechung über die Nutzung von Meeresgebieten und die Beilegung von Streitigkeiten im Fokus. Als prominentester Redner wird der frühere US-Verteidigungsminister Chuck Hagel über die praktische Anwendung der insgesamt 320 Artikel des Übereinkommens sprechen. Mit Blick auf die Zukunft wird es am zweiten Tag unter anderem darum gehen, wie neue Technologien die Meerespolitik verändern.

Mehr Informationen unter: https://hls.indiana.edu/unclos/

Die Jens-Peter und Betsy Schlüter-Stiftung für Schifffahrt und Umweltschutz lädt am 10. September 2019 in Hamburg zu einem internationalen Symposium zum Thema "Anthropogener Unterwasserschall" ein. Führende Experten internationaler Organisationen und akademischer Institutionen werden zu den Quellen und Auswirkungen des durch Menschen verursachten Unterwasserschalls berichten und mit dem Publikum diskutieren, wie der Lärm reduziert werden kann.

Unter Wasser gibt es viele Lärmquellen: Einerseits natürliche wie Wellenschlag oder Kommunikationslaute von Unterwassertieren, andererseits aber auch durch Menschen versurachte. Der von Handelsschiffen ausgehende Unterwasserschall ist beträchtlich und kann die Meerestierwelt, insbesondere Meeressäugetiere, schädigen. Schiffspropeller, aber auch die Maschinen an Bord, verursachen einen konstanten Schall im Wasser. Dieser stört die Kommunikation und Echolokalisierung der Tiere untereinander und anderer Objekte, was zu Zusammenstößen führen kann. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz hat sich der Unterwasserlärm während der letzten 35 Jahre pro Jahrzehnt verdoppelt.

Auf einem von der IMO unterstützen internationalen Symposium rückt dieses immer wichtiger werdende Umwelt-Thema in den Fokus. Am 10. September 2019 beschäftigen sich Fachleute verschiedenster Branchen der Schifffahrt mit dem Phänomen des Lärms im Meer. Am Vormittag werden die Experten über die Quellen und Auswirkungen anthropogenen Unterwasserschalls berichten. Am Nachmittag geht es dann um Lösungen: Wie kann der durch Menschen verursachte Unterwasserlärm verringert werden?

Das Symposium wird auf Englisch gehalten. Weitere Informationen, das Programm und die Anmeldung finden Sie auf der Website der Jens-Peter und Betsy Schlüter-Stiftung für Schifffahrt und Umweltschutz.

anthropogenic-underwater-noise-10.Sept-2019.jpg

Um die Handlungsfähigkeit von Häfen bei Großschadensereignissen zu verbessern, unterstützt das Bundesministerium für Forschung und Bildung das auf zwei Jahre angelegte interdisziplinäre Forschungsprojekt ARMIHN (Adaptives Resilienz-Management im Hafen).

Projekt ARMIHN

Ein terroristischer Angriff mit Biowaffen auf einem Kreuzfahrtschiff. Passagiere, die bei Landausflügen mit verschiedensten Erregern in Kontakt gekommen sind und diese an andere weitergeben. Das sind zwei Notfallszenarien, die Häfen vor besondere Herausforderungen stellen.

Das Projekts ARMIHN soll dazu beitragen, dass Häfen handlungsfähig bleiben, wenn eine Vielzahl von Erkrankten aufgrund einer Notfallsituation versorgt werden müssen oder wenn es um hochinfektiöse Patientinnen und Patienten geht. Es sollen ein Konzept zur Bewältigung einer Großschadenslage und Trainingsmodule entwickelt und im Hamburger Hafen erprobt werden.

Weitere Informationen

Der Bremer Senat will sich für mehr Schiffe unter deutscher Flagge von Bremer Reedern einsetzen. Das hat die neue Bremer Regierungskoalition in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt. Zugleich wollen SPD, Grüne und Linke die seemännische Ausbildung stärken.

Rund fünf Wochen nach der Bürgerschaftswahl stellten Vertreterinnen und Vertreter der neuen Bremer Regierungskoalition ihre "Vereinbarung zur Zusammenarbeit in einer Regierungskoalition" vor. Auf über 140 Seiten werden die politischen Ziele von Rot-Grün-Rot in Bremen für die 20. Wahlperiode beschrieben.

Im Bereich "Häfen" unter der Überschrift "Ausbildung Seeleute" bekennen sich die Koalitionsparteien zum Erhalt des seemännischen Know-Hows für die maritime Wirtschaft. In enger Kooperation mit den norddeutschen Nachbarn und dem Bund will man die seemännische Ausbildung stärken.

Schifffahrtsunternehmen sollen durch vorteilhafte Standortbedingungen an den Standort Bremen gebunden und neue Unternehmen hinzugewonnen werden. Dann folgt ein klares Votum für die deutsche Flagge. Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag: "Wir setzen uns dafür ein, dass Bremer Reedereien wieder vermehrt unter deutscher Flagge fahren."

Der Bremer Senat will sich zudem beim Bundesverkehrsministerium für eine Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung stark machen. Ziel sei es, wieder mehr Seeleute aus EU-Mitgliedstaaten auf den Schiffen einzusetzen.

Die Parteitage der drei an der Regierung beteiligten Parteien müssen dem Koalitionsvertrag noch zustimmen.

Über 30 Vertreter der europäischen und nordamerikanischen Hafenstaatkontrollbehörden sind auf Einladung der BG Verkehr zu einem dreitägigen Seminar in Hamburg zusammengekommen. Die Besichtiger und Koordinatoren informierten sich über aktuelle Herausforderungen der Hafenstaatkontrolle.

Die Vertreter der Hafenstaatkontrollbehörden im Bereich der Pariser Vereinbarung zur Hafenstaatkontrolle (ParisMoU), zu denen neben den europäischen Staaten auch Russland und Kanada gehören, kommen zweimal im Jahr zu Arbeitsseminaren zusammen. Dieses Jahr war Deutschland der Gastgeber des Seminares.

Schwerpunkt des "Train-the-Trainer"-Seminars war die für September bis November 2019 geplante Schwerpunktkampagne ("Concentrated Inspection Campaign") der Hafenstaatkontrolle zum Thema "Notsysteme und Verfahren". Die Hafenstaatkontrolleure der Dienststelle Schiffssicherheit erläuterten mit ihren ausländischen Kolleginnen und Kollegen einheitliche Vorgehensweisen, nach denen die Kampagne durchgeführt werden soll.

Die dreitägige, auf Englisch durchgeführte Arbeitssitzung wurde abgerundet durch Gastvorträge zu den Aufgaben des deutschen Havariekommandos, den Erfahrungen mit Hybridfähren, zur Rettung von Überbordgefallenen aus dem Meer und zur Ballastwasserbehandlung.

PSC Session

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH (W.D.R.) hat ihr neuestes Schiff unter deutscher Flagge in Dienst gestellt. Unter dem Namen "Adler Rüm Hart" fährt der Katamaran unter der Langzeitcharter für die Insel- und Halligreederei Adler-Schiffe.

Der 34,40m lange und 10,80m breite und aus Aluminium bestehende Schiffsneubau ist mit einem Tiefgang von nur 1,50m perfekt an die flachen Fahrwasser des Wattenmeeres angepasst. Er bietet 150 Plätze für Fahrgäste im Innenbereich und 100 Plätze auf dem Außendeck. Mit seinen zwei Antriebsanlagen erreicht das Schiff auch bei der teilweise starken Tidenströmung in den Wattfahrwassern eine Geschwindigkeit von 16 Knoten.

Wattenmeer-Katamaran

Das niederländische Ingenieurbüro Conoship International BV mit Sitz in Groningen entwarf das Design des modernen Schiffes. Der 247 BRZ vermessende Katamaran wurde auf der Werft Thecla Bodewes Shipyards gebaut und im westfriesischen Harlingen endausgerüstet.

Die MS "Adler Rüm Hart" verkehrt zwischen Föhr, Amrum, Hooge, Langeneß und Dagebüll. Das Schiff ist barrierefrei; die Einschiffung erfolgt im Regelbetrieb über den Bug, der an die bestehenden Fährbrücken angeschlossen werden kann.

Am 15. Mai taufte Anna-Katharina Peetz, Assistentin des W.D.R. Geschäftsführers Axel Meynköhn, den Katamaran im Innenhafen von Wyk auf Föhr auf den Namen "Rüm Hart". Direkt danach trat das Schiff die Langzeitcharter für die Adler-Reederei an.

Fotos vom Schiff sind auf der Website der Adler-Reederei zu finden. Auf YouTube ist ein Film von der Taufe der "Rüm Hart" eingestellt.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO lenkt jedes Jahr am 25. Juni mit dem „Day of the Seafarer‟ die Aufmerksamkeit auf die weltweit 1,2 Millionen Seeleute und ihre Belange. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto "Gleichstellung der Geschlechter". Die IMO organisiert ihre Kampagne dazu hauptsächlich in den sozialen Medien. Einige Seemannsmissionen feiern den Tag gemeinsam mit den Seeleuten.

Dieses Jahr steht die maritime Welt ganz im Zeichen der Frauen. So thematisiert der diesjährige Weltschifffahrtstag (World Maritime Day) die Stärkung der Frauen in der maritimen Gemeinschaft. Auch das Motto für den Tag des Seefahrers am 25. Juni passt dazu: "I Am On Board with gender equality". Die IMO ruft dazu auf, sich unter dem Hashtag #IamOnBoard auf den Twitter-, Facebook- und Instagramm-Seiten der IMO einzubringen und interaktiv mitzuerleben wie dieses Thema von der Gemeinschaft aufgegriffen wird.

Außerdem können Interessierte auf der IMO-Website Vorschläge zur besseren Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Seeschifffahrt einbringen.

Day of the Seafarer 2019

Einige Seemannsmissionen in Deutschland nehmen den "Day of the Seafarer" zum Anlass, mit Veranstaltungen auf die harte Arbeit von Seeleuten aufmerksam zu machen. So veranstaltet zum Beispiel die Seemannsmission Cuxhaven ein Grillfest ab 17 Uhr (Voranmeldung bis 21.6. cuxhaven@seemannsmission.org) und die Seemannsmission Bremerhaven feiert ein Fest im Seemannsclub Welcome ab 17 Uhr mit unter anderem einem von Cheerleadern angefeuerten Basketballspiel und Essen vom Grill.

Sabine Zeller ist seit dem 1. Juni neue Geschäftsführerin der Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS). Sie hat zuvor an Land und auf See viel praktische Erfahrung mit der Ausbildung von Seeleuten gesammelt. Diese bringt sie nun in ihre zukünftige Arbeit bei der BBS mit ein. Sie löst Holger Jäde ab, der nach elf Jahren bei der BBS zum Havariekommando wechselt.

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e.V. (BBS) mit Sitz in Bremen ist zuständig für die Berufsausbildung in der deutschen Seeschifffahrt. Ihre Aufgaben sind vergleichbar mit denen der der Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern nach dem Berufsbildungsgesetz, jedoch ist die BBS für ganz Deutschland zuständig.

Die Berufsbildungsstelle See informiert und berät angehende Auszubildende und Reedereien über die Ausbildung zum Schiffmechaniker sowie zum nautischen und technischen Offizier. Die Mitarbeiter der BBS überwachen die Berufsausbildung und führen die Prüfungen zum Schiffmechaniker durch. Bei ihr wird ein Verzeichnis aller Berufsausbildungsverhältnisse geführt und Ausbildungsstätten erhalten ihre Anerkennung von ihr. Die BBS wirkt außerdem mit bei der Regelung der Ausbildung von Seeleuten.

Mitglieder der BBS sind:

  • der Bund unter der Federführung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur,
  • die fünf Küstenländer: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein,
  • der Verband Deutscher Reeder,
  • die Seeleutegewerkschaft ver.di
  • sowie die Bundeslotsenkammer.

Sabine Zeller

Sabine Zeller hat nun zum 1. Juni die Geschäftsführung von Holger Jäde übernommen. An ihrem Werdegang lässt sich gut erkennen, wie vielseitig der Schifffahrtsbereich ist: Nach ihrem Abitur begann Sabine Zeller ihre Karriere als Praktikantin in der Seefahrt. Anschließend folgte ein Nautik-Studium in Warnemünde. Während ihrer Seefahrtszeit als Offizierin arbeitete sie an den Safety Management Systemen verschiedener Schiffe mit und betreute Auszubildende und Praktikanten. Nach ihrem Wechsel an Land war sie zunächst als nautische Sachverständige tätig. Anschließend wechselte sie als Dozentin zum Maritimen Kompetenzzentrum Elsfleth und bringt damit in ihren neuen Position bei der BBS viel Erfahrung in der maritimen Ausbildung mit.

Der Verband Deutscher Reeder lädt ein zum "Tag der Ausbildung" am 6. Juni 2019 ab 14 Uhr. Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Reedereivertreter, Ausbilder und an der seemännischen Ausbildung interessierte Unternehmensvertreter, die sich dort über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten und -einrichtungen informieren können.

Erfahren Sie mehr im Rundschreiben des Verbands Deutscher Reeder.

Reflektierende Hitzeschutzanzüge müssen EN 1488 oder ISO 15538 erfüllen

Sicherheitshinweise zu reflektierenden Hitzeschutzanzügen für die Brandbekämpfung nach MED/3.3

Hitzeschutzanzüge für die Brandbekämpfung als Schiffsausrüstung im Anwendungsbereich der europäischen Schiffsausrüstungsrichtlinie 2014/90/EU (hiernach: MED) müssen vor der Bereitstellung auf dem europäischen Binnenmarkt und der anschließenden Verwendung an Bord eines EU-Schiffes im Sinne der MED ein ordnungsgemäßes Konformitätsbewertungsverfahren („EU-Zulassung“) erfolgreich durchlaufen.

Die für das Konformitätsbewertungsverfahren einschlägigen Prüfnormen ergeben sich aus den Vorgaben der jeweils aktuellen Durchführungsverordnung der Europäischen Kommission über Entwurfs-, Bau- und Leistungsanforderungen sowie Prüfnormen für Schiffsausrüstung. Dabei werden in der Durchführungsverordnung – derzeit Verordnung (EU) 2018/773 – unter dem Item „MED/3.3 Brandschutzausrüstung: Schutzkleidung (Hitzeschutzanzug)“ als Prüfnormen die EN 469 (2005), die EN 1486 (2007) sowie die ISO 15538 (2001) aufgeführt.

In einem Urteil vom 20. Oktober 2017 (Aktenzeichen 3 Bf 152/16) hat das Hamburgische Oberverwaltungsgericht rechtskräftig festgestellt, dass für reflektierende Hitzeschutzanzüge beziehungsweise für Hitzeschutzanzüge mit einer reflektierenden Außenoberfläche im Rahmen des MED - Konformitätsbewertungsverfahrens ausschließlich die Prüfnormen EN 1486 oder ISO 15538 anzuwenden sind. Die Prüfnorm EN 469 ist für diese Art der Hitzeschutzanzüge nicht einschlägig und darf entsprechend nicht dem „EU-Zulassungsverfahren“ zugrunde gelegt werden.

Für reflektierende Hitzeschutzanzüge, welche ausschließlich gegen die EN 469 geprüft werden, fehlen die Durchführung eines ordnungsgemäßen Konformitätsbewertungsverfahrens und der Nachweis, dass die Anzüge den geltenden gesetzlichen Anforderungen an das Produkt entsprechen und somit als MED-konform bezeichnet und mit dem Steuerrad-Kennzeichen versehen werden dürfen.

Gemäß § 7a Absatz 1, Absatz 3 des Gesetzes über die Aufgaben des Bundes auf dem Gebiet der Seeschifffahrt (SeeAufgG) in Verbindung mit den §§ 5 Absatz 1, 6 Absatz 1 der Schiffsausrüstungsverordnung (SchAusrV) besteht im Falle der Nutzung einer nicht einschlägigen Prüfnorm in Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahrens das gesetzliche Verbot, die Schiffsausrüstung auf dem deutschen Markt in Verkehr zu bringen und auf Schiffen unter deutscher Flagge, welche mit MED-Schiffsausrüstung auszustatten sind, zu verwenden.

Alle Wirtschaftsakteure, insbesondere Hersteller und Händler, sind gesetzlich verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass durch sie keine reflektierenden Hitzeschutzanzüge, welche ausschließlich gegen die EN 469 geprüft worden sind, als MED-konforme Produkte auf dem deutschen Markt bereitgestellt und letztendlich verwendet werden.

Das BSH als die zuständige Marktüberwachungsbehörde behält sich ausdrücklich vor, bei der Feststellung eines Verstoßes gegen das gesetzliche Verbot die notwendigen behördlichen Maßnahmen gegen die betroffenen Wirtschaftsakteure einzuleiten.

Bei Rückfragen steht Ihnen die Marktüberwachung gerne zur Verfügung.

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg

Marktüberwachung

Mail: marktueberwachung@bsh.de

Ingolf Eckert
Telefon: +49 40 3190-7110
Fax: +49 40 3190-5000
Mail: ingolf.eckert@bsh.de

Die Bundesregierung hat im Vorfeld der 11. Nationalen Maritimen Konferenz den Sechsten Bericht über die Entwicklung und Zukunftsperspektiven der maritimen Wirtschaft herausgegeben. Damit kommt die Regierung dem Auftrag des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2007 nach, jeweils zwei Monate vor der Konferenz einen Sachstandsbericht vorzulegen.

Die 11. Nationale Maritime Konferenz wird am 22. und 23. Mai 2019 in Friedrichshafen am Bodensee unter dem Titel "Deutschland maritim global ∙ smart ∙ green" stattfinden. Im Vorfeld der Konferenz beschreibt die Bundesregierung in ihrem Bericht die aktuelle Lage der deutschen maritimen Wirtschaft.

Neben der Maritimen Agenda 2025 und der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der maritimen Wirtschaft erläutert die Bundesregierung die aktuellen Herausforderungen der Branche in den Bereichen Maritime Wirtschaft, Offshore-Windenergie, Seeschifffahrt, Klima- und Umweltschutz im Seeverkehr, Häfen und Meeresforschung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Themen Handelsstreit und Protektionismus, Digitalisierung sowie Umweltschutz und Energiewende.

Der Bericht fasst die verschiedenen Maßnahmen der Bundesregierung für die deutsche Handelsflotte, eine starke deutsche maritime Wirtschaft und eine attraktive und zukunftsgerichtete deutsche Flagge zusammen. Das "Maritime Bündnis", dass sich aus der Bundesregierung, den Küstenbundesländern und dem Verband Deutscher Reeder zusammensetzt, soll mit wichtigen Impulsen die Richtung weisen.

Bericht der Bundesregierung

Die Bundesregierung verweist in ihrem Bericht auf das in den letzten Jahren beschlossene umfangreiche Entlastungspaket zur Stärkung und Zukunftssicherung der deutschen Flagge. Dadurch sei die deutsche Flagge innerhalb Europas wettbewerbsfähig geworden, so die Regierung. Der 100%ige Lohnsteuereinbehalt, die passgenaue Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge an die Reeder und flexiblere Vorgaben bei der Schiffsbesetzung seien ein Anreiz, sich wieder für die deutsche Flagge zu entscheiden.

Die deutsche Flaggenstaatverwaltung ist auf gutem Weg in Sachen digitale Verwaltung. Schon jetzt werden Schiffszeugnisse und Haftungsbescheinigungen elektronisch ausgestellt und an Bord völlig papierlos von der Hafenstaatkontrolle überprüft. Die elektronische Antragsstellung wird auf Grundlage des E-Government-Gesetzes innerhalb der nächsten Jahre umgesetzt werden.Der deutsche Flaggenstaat setzt sich außerdem stark für eine umweltbewusste Seeschifffahrt ein. Die Bundesregierung war einer der Initiatoren bei der Überarbeitung der der Anlage VI des MARPOL-Übereinkommens. Nord- und Ostsee sind bereits SECAs (Schwefelemissions-Überwachungsgebiete) mit einem Grenzwert von 0,1 Prozent und ab 2021 NECAs (Überwachungsgebiet für Stickoxid-Emissionen von Schiffen). Die Ostsee ist außerdem Abwassersondergebiet mit strengen Einleitbedingungen für Fahrgastschiffe. Der Kraftstoffverbrauch wird überwacht und soll stetig gesenkt werden. Dafür wird die Entwicklung alternativer Brennstoffe von der Bundesregierung gefördert.

Außerdem unterstützt die Bundesregierung die Ausbildung zum Schiffsmechaniker und als Nautischer oder Technischer Offiziersassistent finanziell. Nach Angaben der Regierung befinden sich derzeit 350 angehende Schiffsmechaniker sowie mehr als 1.000 Schülerinnen/Schüler und Studierende in den Fachrichtungen Nautik und Schiffsbetriebstechnik in der Ausbildung.

Die Schiffahrtsgesellschaft Oltmann aus Stade und Martin Jung von der Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft aus Hamburg sind die Preisträger der Auszeichnung „Exzellenter Ausbildungsbetrieb und Exzellenter Ausbilder 2019“. Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) vergab den Preis im Rahmen des 13. Bremer Schifffahrtskongresses.

Die Redner der Veranstaltung machten deutlich, wie wichtig eine fundierte und praxisnahe Ausbildung gerade in der Seeschifffahrt sei. Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne lobte die hohe Qualität der dualen Ausbildung zum Schiffsmechaniker. Das Land Niedersachsen werde weiter in die berufliche Bildung investieren und damit die Grundlagen für eine "Karriere mit Lehre" schaffen. Für die Küstenländer sei die seemännische Ausbildung "eine Herzensangelegenheit", so der Minister.

Hilde Kammerer, Referatsleiterin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, verwies auf das Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Stärkung der deutschen Flagge. Sie machte deutlich, dass Reedereien mit einer eigenen Ausbildung einen echten Mehrwert schaffen würden, und appellierte an die deutschen Reedereien, mehr auszubilden: "Es dürften gerne mehr Ausbildungsstellen in der Seeschifffahrt sein".

© Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt e.V. www.berufsbildung-see.de / Fotografin Ann Gabrysch

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt (BBS) verlieh den Preis "Exzellenter Ausbildungsbetrieb" dieses Jahr zum fünften Mal. Mit der Schiffahrtsgesellschaft Oltmann aus Stade würdigt die BBS eine traditionsreiche Reederei, die immer großen Wert auf die Ausbildung junger Menschen gelegt hat. Die Reederei Oltmann existiert seit 1836 und wird inzwischen von der sechsten Familiengeneration geleitet. Die Reederei betreibt drei Schiffe unter deutscher Flagge und beweist damit - genau wie die Preisträger der vergangenen Jahre -, dass Ausbildung und deutsche Flagge zusammengehören.

Zum zweiten Mal ehrte die BBS einen Ausbilder für sein persönliches Engagement. Martin Jung von der Bugsier-Reederei erhielt die Auszeichnung für sein persönliches Engagement bei der Ausbildung. „In der heutigen Zeit übernehmen nicht mehr viele Menschen die Verantwortung für junge Auszubildende“, so der Vorsitzende der BBS, Erik Hirsch in seiner Laudatio.

Holger Jäde, Geschäftsführer der BBS, dankte allen an der Ausbildung Beteiligten an Bord und an Land für ihr besonderes Engagement. "Die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte ist für mich einer der Schlüssel zur Sicherung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen maritimen Wirtschaft", so Jäde.

In der jährlich veröffentlichten Leistungstabelle der Flaggenstaaten der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS) können sich Reeder einen schnellen Überblick über die Qualität der weltweit insgesamt 117 Flaggenstaaten verschaffen. Die deutsche Flagge ist seit langem auf allen Gebieten vorbildlich unterwegs und belegt auch dieses Jahr wieder einen Spitzenplatz im ICS-Ranking.

In ihrer Leistungstabelle der Flaggenstaaten ("Flag State Performance Table") veröffentlicht die Die Handelsschifffahrtsorganisation
International Chamber of Shipping (ICS) in übersichtlicher Form, wie gut die Flaggenstaaten im letzten Jahr ihre Flotte organisiert haben. Die Leistungstabelle hilft Reedereien bei der Wahl einer zuverlässigen und sicheren Flagge.

In dem ICS-Ranking steht eine grüne Kennzeichnung für eine positive Leistung in dem jeweiligen Kriterium, rot für Nichterfüllung. Wie in den Vorjahren auch steht bei der deutschen Flagge alles auf "grün". Damit gehört Deutschland zu den 22 besten Flaggenstaaten unter insgesamt 117 Flaggen, die von der ICS unter die Lupe genommen wurden.

Deutschland hat alle wichtigen Seeschifffahrts-Übereinkommen ratifiziert und arbeitet aktiv in und mit der IMO zusammen. Die deutschflaggigen Schiffe schneiden bei den Hafenstaatkontrollen gut ab und das Durchschnittsalter der Flotte ist vergleichsweise jung. Die anerkannten Organisationen, die für die deutsche Flagge tätig sind, weisen ebenfalls gute Resultate auf. Deutschland steht auf der STCW-"White List" für qualitativ hochwertige Ausbildung des Seeleutenachwuchses und überzeugt durch angemessene Arbeits- und Lebensbedingungen auf deutschflaggigen Schiffen.

Auch in diesem Jahr gilt: Auf die Qualität der deutschen Flagge ist Verlass!

Flag State Performance

Der Hersteller Eversafe Extinguisher SDN BHD hat einen Sicherheitshinweis zu möglichen Korrosionsschäden an den Feuerlöschermodellen

  • Brude EEF-9s und
  • Brude EEW-9s

veröffentlicht. Die Seriennummern der potentiell betroffenen Modelle sind benannt. Bitte beachten Sie insbesondere die Hinweise des Herstellers auf Seite zwei zur jährlichen Wartung und den Einschränkungen bzgl. Sonneneinstrahlung und Wärme.

Die Berufsbildungsstelle Seeschifffahrt ruft auf zu einem Filmwettbewerb. Gesucht werden kurze, kreative Videos von Auszubildenden über die Faszination der Seefahrt. Mit den Filmen sollen andere junge Menschen für eine Ausbildung in der Seeschifffahrt begeistert werden.

Filmwettbewerb Ausbildung in der Seeschifffahrt

Der beste Film soll öffentlichkeitswirksam auf der Nationalen Maritimen Konferenz Ende Mai in Friedrichshafen am Bodensee gezeigt werden. Der 1. Platz ist mit 1.000,- EUR dotiert, der 2. Platz mit 500,- EUR und der dritte Sieger erhält 250,- EUR.

Einsendeschluss ist der 30. April 2019

Teilnahme-Unterlagen für den Filmwettbewerb:

Eine überzeugende Sicherheitskultur an Bord zu etablieren, kann nur gelingen, wenn alle Besatzungsmitglieder an ihr aktiv beteiligt sind. Gefahren lauern immer da, wo Sicherheitsvorschriften nur halbherzig beachtet werden. Mit ihren neuen Sicherheits-Bulletins gibt die Dienststelle Schifssicherheit der BG Verkehr praktische Tipps für eine gute Sicherheitskultur an Bord.

Den Auftakt der neuen Sicherheits-Bulletins macht das Thema Gefährliche Räume. Zu Anfang zeigt ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag an Bord, wann und wo es zu Gefährdungen kommen kann. Denn gerade, wenn etwas tagtäglich gemacht wird, schleicht sich leicht eine Unachtsamkeit ein. Außerdem weisen die Beispiele anhand realer Vorkommnisse auf eventuell vorhandene Schwachpunkte in den Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen bei bestimmten Betriebsabläufen hin.

KW-Sicherheitskultur.jpg

Die Sicherheitshinweise erscheinen in Bulletinform, weil eine überzeugende und erfolgreiche Sicherheitskultur ein fortwährender Prozess ist. Die Bulletins sollen anregen, die bestehenden Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen an Bord immer wieder gemeinsam zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Das heißt die Besatzung und die Reederei müssen zusammenarbeiten, damit die Sicherheitsmaßnahmen für den Betriebsalltag tauglich sind und gleichzeitig die Rechts- und Unternehmens-Vorgaben erfüllen. Dort wo sich eine Sicherheitsmaßnahme nicht bewährt, muss gemeinsam erarbeitet werden, wie man die Sicherheit auf eine andere Art und Weise umsetzen kann. Nur wenn alle hinter dem Schutzkonzept an Bord stehen, wird es auch konsequent umgesetzt.

Lesen Sie mehr dazu, wie Sie an Bord eine überzeugende Sicherheitskultur entwickeln können, in unserer Rubrik "Arbeitssicherheit".

Die Reederei F. Laeisz G.m.b.H. hat ihr Gastankschiff POLAR in Taiwan unter die deutsche Flagge gebracht. Der Gastanker ist ein Schwesterschiff des bereits unter deutscher Flagge fahrenden Schiffs PAZIFIK. Die Traditionsreederei erweitert damit ihre Flotte unter schwarz-rot-gold.

Reederei F. Laeisz G.m.b.H.

Die POLAR wurde in 2004 von der Werft Hyundai Heavy Industries Co. aus Korea fertiggestellt. Zuletzt fuhr der LPG-Tanker unter der Flagge Gibraltars. Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 16 kn. Das Schiff hat eine Tragfähigkeit von 42.854 t und einen Tiefgang von 11,90 m. Die Länge über Alles liegt bei knapp 205 m und die Breite bei 32,2 m.

Die familiengegründete Reederei gibt es mittlerweile schon seit über 190 Jahren. Heute sind für sie über 800 Besatzungsmitglieder auf See unterwegs und an Land arbeiten etwa 80 weitere Mitarbeiter für das Schifffahrtsunternehmen. Die Flotte der Reederei ist mit Containerschiffen, Massengutschiffen, Autotransportern, Gastankern und Forschungsschiffen breit aufgestellt. Mit dem Massengutfrachter "Peene Ore" betreibt die Traditionsreederei das größte Schiff der deutschen Handelsflotte.

In ihrem Jahresbericht 2018 zum Seearbeitsrecht stellt die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr auf einen Blick dar, wie sie im letzten Jahr das Einhalten der Vorgaben des Seearbeitsgesetzes überprüft hat. Seit letztem Jahr stellt die BG Verkehr Seearbeitszeugnisse und Fischereiarbeitszeugnisse elektronisch aus. Außerdem brachte die Dienststelle Schiffssicherheit ihren MLC-Leitfaden in einem vollständig überarbeiteten Format neu heraus.

Mit dem Seearbeitsgesetz wird seit 2013 das internationale Seearbeitsübereinkommen (MLC) auf Schiffen unter deutscher Flagge umgesetzt. Mit ihnen sind verbindliche und umfassende Regelungen zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten festgelegt. Wichtige Punkte wie Arbeits- und Ruhezeiten, Verpflegung, Urlaub, Lohnzahlung, Gesundheitsschutz an Bord und vieles mehr sind klar geregelt und werden regelmäßig überprüft.

Für die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr überprüfen 40 MLC-Inspektoren internationale Schiffe im In- und Ausland darauf, ob die Anforderungen des Übereinkommens eingehalten werden. Die Mitarbeiter des Referats ISM/ILO kümmern sich um Beschwerden zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Seeleuten, lassen private Arbeitsvermittler zu und gewährleisten, dass Reedereien unter deutscher Flagge über Neuigkeiten in diesem Bereich informiert sind. Jetzt hat das Referat ISM/ILO seinen Jahresbericht 2018 herausgegeben.

MLC-Jahresbericht

Die Deutsche Flagge stellt seit letztem Jahr auch Seearbeits- und Fischereiarbeitszeugnisse als elektronische Zeugnisse aus. Mit einer Zeugnisidentifikationsnummer kann die Gültigkeit von Schiffszeugnissen auf dieser Website elektronisch nachgeprüft werden.

Mitte 2018 erschien der vollständig überarbeitete Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes. Im Vergleich zur Vorgängerversion haben die Fachleute der Dienststelle Schiffssicherheit die Themenbereiche Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung inhaltlich komplett überarbeitet. Neu sind die Informationen zu Trinkwasser auf Seeschiffen sowie Karten zu den Fahrtgebieten für die medizinische Ausstattung. Außerdem bietet der Leitfaden jetzt eine Anleitung zur Auswertung der Arbeits- und Ruhezeiten. Für die Fischerei enthält der Leitfaden erstmals spezifische Informationen zu Heuerverträgen und Arbeits- und Ruhezeiten.

Mit diesem QR-Code haben Sie den Leitfaden zur Umsetzung des Seearbeitsgesetzes auf Schiffen unter deutscher Flagge immer auf ihrem Smartphone parat:

QR-Code MLC-Leitfaden

Die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr hat ihre Zulassungspraxis bei Unterwasserbesichtigungen (In-Water Surveys) von deutschflaggigen Schiffen geändert. Die Kontrolle der Schiffsböden kann ab sofort auch dann im Wasser erfolgen, wenn ein Schiff kein Klasse-Zusatzzeichen für Unterwasser-Bodenbesichtigungen (z. B. "BIS", "IW") hat.

Nach dem SOLAS-Übereinkommen (Kap. I, Teil B, Regel 10a) müssen bei Seeschiffen zwei Bodenbesichtigungen innerhalb eines 5-Jahres-Zeitraumes durchgeführt werden. Bei Frachtschiffen, die jünger als 15 Jahre sind, braucht jeweils die erste der beiden Besichtigungen nicht zwingend auf dem Trockenen (im Dock) absolviert zu werden, sondern kann auch im Wasser durch Taucher erfolgen.

Die Deutsche Flagge hatte bis jetzt für Unterwasser-Bodenbesichtigungen ein Klasse-Zusatzzeichen (z. B. "BIS", "IW") oder die entsprechenden baulichen Voraussetzungen dafür gefordert - unter anderem fest angebrachte Markierungen am Unterwasserschiff und für den Taucher gefahrlos zugängliche Seekästen, Ruderlager und Stopfbuchsen.

Andere Flaggenstaaten oder Klassifikationsgesellschaften orientieren sich an der derzeit gültigen IACS UR Z 3 Rev. 7 von Januar 2018 (das Kürzel "UR" steht für "Unified Requirements"). Die Dienststelle Schiffssicherheit hat ebenfalls beschlossen, für Seeschiffe unter deutscher Flagge ab sofort die Regeln der International Association of Classification Societies (IACS) zu berücksichtigen.

In-Water-Survey

Unterwasser-Bodenbesichtigungen sind unter anderem unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Besichtigung in geschützten Gewässern, vorzugsweise in Bereichen mit wenig Tidenströmung;
  • die Sichtverhältnisse im Wasser und die Sauberkeit des Rumpfes unterhalb der Wasserlinie müssen so gut sein, dass der Besichtiger und die für die Besichtigung beauftragte Firma den Zustand der Bodenbeplattung, der Anhänge und der Schweißverbindungen sicher beurteilen können;
  • die Taucherbesichtigung ist durch eine von der zuständigen Klassifikationsgesellschaft zugelassene Firma im Beisein und zur Zufriedenheit des Klassenbesichtigers durchzuführen;
  • werden bei der Unterwasser-Bodenbesichtigung Schäden entdeckt, kann der Klassebesichtiger eine Bodenbesichtigung auf dem Trockenen (im Dock) anordnen.

Weitere Einzelheiten sind dargestellt in:

Die neue Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 84 "Seeschifffahrt" ist am 01. April 2018 in Kraft getreten und hat die bisherige UVV See abgelöst. Die DGUV Vorschrift 84 ist die erste Unfallverhütungsvorschrift, die nach dem Inkrafttreten des Unfallversicherungsmodernisierungsgesetzes erstellt und genehmigt worden ist. Sie weicht inhaltlich und hinsichtlich der Formulierungen erheblich von dem gewohnten Aufbau der bisherigen UVV See ab.

Rückmeldungen aus den Reedereien zeigten uns deutlich, dass Informationsbedarf zu der neuen Unfallverhütungsvorschrift und deren praxisgerechten Umsetzung besteht. Am 03.09.2018 fand deshalb erstmals eine Informationsveranstaltung zur neuen Unfallverhütungsvorschrift statt, auf der

  • die Hintergründe der DGUV Vorschrift 84 und deren Vorschriften erklärt,
  • Besonderheiten diskutiert,
  • neue Vorschriften vorgestellt und
  • Hinweise zur Umsetzung in der Praxis gegeben wurden.

Für alle Interessierten, die nicht an der ersten Veranstaltung teilnehmen konnten, möchten wir einen zweiten (inhaltsgleichen) Termin anbieten:

Wann: 25. März 2019, 13:00 – ca. 17:00 Uhr
Wo: Hauptverwaltung der BG Verkehr, Ottenser Hauptstraße 54, 22765 Hamburg
Anmeldefrist: 
13. März 2019
Anmeldeformular

Auf der Veranstaltung werden Ihnen Experten der BG Verkehr, die an der Erstellung und dem Ge-nehmigungsverfahren der DGUV Vorschrift 84 "Seeschifffahrt" beteiligt waren, für einen regen Aus-tausch zur Verfügung stehen und Ihre Fragen zeit- und praxisnah beantworten.

Im März letzten Jahres hat das BSH den ersten maritimen Galileo Satellitennavigationsempfänger weltweit für die Verwendung an Bord geprüft.

Im März letzten Jahres hat das BSH im Rahmen einer EU-Zulassung den ersten maritimen Galileo Satellitennavigationsempfänger weltweit für die Verwendung an Bord geprüft. Dieser Empfänger der Firma Fugro Norway AS mit der Bezeichnung Fugro Oceanstar hatte zuvor bereits die Zulassung als Empfänger für GPS und das russische System GLONASS. 

Für die Prüfung greift das BSH neben dem realen Satellitenumfeld auch auf eine umfangreiche Satellitensimulation zurück. Die Simulation ermöglicht die nahezu beliebige Zusammenstellung aller zivil nutzbaren Signale der Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS und Galileo. Die Zulassung nach der erfolgreichen Prüfung erfolgte durch die DNVGL-Gruppe.

Die Deutsche Flaggenstaatverwaltung wird immer digitaler. Neben elektronischen Zeugnissen, Online-Anträgen und vielen weiteren interaktiven Anwendungen auf der Website wird jetzt das Schiffsregister Hamburg als erstes Schiffsregister Deutschlands digitalisiert. Ein nutzerfreundliches und zeitsparendes Verfahren wird so die Registrierung der Schiffe für Reeder und Verwaltungsangestellte deutlich vereinfachen.

"Zeit ist Geld" – dies gilt in der Schifffahrtsbranche ungemein, denn jeden Tag, den ein Schiff sich nicht im Transit befindet, kostet es den Reeder Geld anstatt es zu verdienen. Bisher kann eine Schiffsregistrierung bis zu einer Woche dauern. Dabei durchlaufen die Unterlagen viele Arbeitsschritte, mehrere Abteilungen und eine sorgfältige Rechtsprüfung.

Um diesen bürokratischen Aufwand deutlich abzubauen, hat sich das Schiffsregister Hamburg für eine umfassende Digitalisierung entschieden. Am 1. Januar 2020 wird das erste digitale Schiffsregister Deutschlands dann mit Online-Anträgen, automatischen Prozessen, wie der Rufzeichenvergabe oder der Prüfung von Namensdoppelungen, und digitalen Akten in weniger als der Hälfte der Zeit Registereintragungen und -änderungen durchführen können.

Kirk Williams

Das Schiffregister Hamburg ist mit knapp 7.000 Eintragungen, von denen 4.866 auf Hochseeschiffe fallen, das größte in Deutschland. Im vergangenen Jahr gab es 420 Neueintragungen und 3.500 Änderungsanträge. Eine Schiffsregistrierung erfolgt bei einem Schiffsneubau oder einem Flaggenwechsel bei dem Amtsgericht, das für den Heimathafen des Schiffes zuständig ist. Änderungsanträge müssen gestellt werden, wenn das Schiff z.B. umgebaut oder umbenannt wird. Mit dem Online-Antrag können diese dann unabhängig von den Öffnungszeiten der Behörde von überall auf der Welt eingereicht werden. Auch für eine Akteneinsicht braucht man dann nicht mehr vor Ort zu erscheinen, denn diese kann vom Schreibtisch aus erfolgen.

Einige andere Schiffsregister haben ebenfalls bereits Interesse an diesem Digitalisierungsprojekt verkündet. Eine Digitalisierung der anderen Schiffsregister Deutschlands würde eine Zusammenarbeit zukünftig vereinfachen. Die Digitalisierung des Schiffsregisters ist für den Schifffahrts- und Rechtsstandort Hamburg ein echter Zugewinn und für den Reeder ein Service, der sich lohnt.

Mit der Inbetriebnahme der Stationen Bremerhaven und Kiel treibt das BSH den Ausbau des Schiffsemissionsmessnetzes an den Küsten von Nord- und Ostsee voran.

Mit der Inbetriebnahme der Stationen Bremerhaven und Kiel treibt das BSH den Ausbau des Schiffsemissionsmessnetzes an den Küsten von Nord- und Ostsee voran. Neben Bremerhaven und Kiel kontrolliert das BSH in Wedel die Emissionen vorbeifahrender Schiffe. Ergeben die Messungen einen Verstoß gegen die bestehenden Grenzwerte für den Anteil von Schwefel in den Schiffsemissionen, unterrichtet das BSH in Nahe-Echtzeit die Wasserschutzpolizei über die ermittelten Werte. Die Verstöße werden in enger Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei geahndet. 99 Prozent der erfassten Schiffe verwenden regelkonformen Treibstoff. „Die meisten Schiffe halten die international festgelegten Grenzwerte ein – zum Schutz der Meeresumwelt“, freut sich die BSH-Präsidentin. In diesem Zusammenhang wies sie auf die internationalen Entwicklungen zur Reduktion der Umweltbelastungen durch die Schifffahrt hin: „Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organisation – IMO) hat 2018 eine Strategie zur Reduktion auch der CO2-Emissionen der internationalen Seeschifffahrt beschlossen. Sie sieht eine Minderung der Emissionen bis 2030 um mindestens 40% Prozent, bis 2050 um sogar 70% bezogen auf das Basisjahr 2008 vor.“

Dr. Andreas Weigelt (BSH)

Ein besonderes Augenmerk richtet das BSH auf die Umweltfreundlichkeit der eigenen Flotte. Das neue, im Bau befindliche Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff ATAIR entspricht den Vorgaben des Blauen Engels für Schiffsdesign. „Auch die Ersatzbauten für die DENEB, die 24 Jahre alt ist, und das 28 Jahre alte Forschungsschiff WEGA werden die gleichen Kriterien erfüllen wie die neue ATAIR: LNG-Antrieb und geräuscharm. Die Planungen beginnen 2020“, so Dr. Kammann-Klippstein. Für den Liegeplatz der DENEB hat das BSH 2018 in Rostock den ersten Landstromanschluss für ein Forschungsschiff in Deutschland eingerichtet.

Als Treibstoff für die fünf Schiffe verwendet das BSH inzwischen den im Betrieb umweltschonenderen Treibstoff GtL – Gas-to-Liquids. Der Treibstoff ist schwefelfrei, die Abgaswerte sind besser als bei herkömmlichen Dieselkraftstoffen.

Ausbildungs-Berichtsheft

Am 31.12.2018 ist die neue Richtlinie für Elektrotechnische Offiziersassistenten (ETOA-Richtlinie - Regel III/6 Absatz 2 Nummer 2 der Anlage zum STCW-Übereinkommen) in Kraft getreten. Danach müssen Seefahrtzeiten als Elektrotechnischer Offiziersassistent entsprechend der neuen Richtlinie abgeleistet und als praktische Seefahrtzeit anerkannt werden.

Die ETOA-Richtlinie gibt in Artikel IV vor, dass jeder ETOA ein Ausbildungsberichtsheft (TRB) führen muss. Dieses Berichtsheft, das vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie herausgegeben wird, erhalten Sie im Handel unter der ISBN: 978-3-86987-909-3.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu diesem Ausbildungsberichtsheft.

Hier finden Sie die Veröffentlichung der Richtlinie im Bundesverkehrsblatt (Heft 24 vom 31. Dezember 2018 auf Seite 883 ff).