Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Bernhard-Nocht-Straße 78
20359 Hamburg

Dr. Liliane Rossbach
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Dokumente und Zeugnisse


Continuous Synopsis Record (CSR)

Die lückenlose Stammdatendokumentation / Continuous Synopsis Record (CSR) stellt den Lebenslauf eines Schiffes von der ersten Indienst- bis zur endgültigen Außerdienststellung dar. Sie erfasst die schiffsrelevanten Daten wie Name, Eigentümer, Reeder, Bareboat-Charterer und deren Änderungen lückenlos und macht sie damit nachvollziehbar.

Auf jedem Schiff in der internationalen Fahrt, welches unter Teil A Kapitel I des SOLAS-Übereinkommens fällt, muss die lückenlose Stammdatendokumentation im Original vorliegen und zu jeder Zeit für Prüfungen verfügbar sein. Wenn Sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Ein CSR wird bei jeder Änderung der Inhalte sowie jedem Flaggenwechsel ausgestellt. Für die Ausstellung zu ändernder Dokumente gilt eine Frist von drei Monaten nach dem Ereignis.

Ausstellung eines CSR

Ein CSR ist beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zu beantragen, wenn

  • Ihr Schiff in das deutsche Schiffsregister eingetragen wurde,
  • das Schiff in ein Bareboat-Register oder
  • ein anderes ausländisches Flaggenregister wechselt oder aus diesem zurückkehrt,
  • sich das CSR inhaltlich ändert.

Folgende Unterlagen sind einzureichen:

  • Antrag auf Ausstellung eines CSR, inkl. Anlage,
  • eine Kopie des Schiffsregister-Auszuges und
  • Kopien aller bisher ausgestellten CSR für das Schiff, inkl. des Closing-CSR der vorherigen Flagge.

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Änderung der Angaben im CSR

Korrigieren der Kapitän oder das Unternehmen das CSR, weil sich Stammdaten geändert haben, so müssen sie diese Änderungen in einem Änderungsblatt (Amendment) dokumentieren. Das gilt z.B. für den Flaggenwechsel; eine Änderung des Namens, des Heimathafens, der Angaben des Eigners und der Reederei (Unternehmen, welches das ISM-Management betreibt). Das Änderungsblatt wird den CSR-Unterlagen beigefügt und die Verwaltung über die Änderungen informiert.

Bitte beachten Sie:
Bei Änderungen muss immer ein von Kapitän oder Unternehmen signiertes Änderungsblatt an Bord vorliegen. Bis das neu beantragte und vom Flaggenstaat ausgestellte CSR eintrifft, ersetzt das Änderungsblatt in einer Übergangszeit von max. drei Monaten hilfsweise das Original-CSR. Das BSH empfiehlt dringend, die jeweils ausgefertigten Änderungsblätter dauerhaft für eventuelle Kontrollen an Bord aufzubewahren.

Amendments Word / PDF

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte den im Verkehrsblatt veröffentlichten IMO-Entschließungen A.959(23) und MSC 198(80). Bitte beachten Sie auch die Erfordernisse des Flaggenrechts sowie unseren Hinweis zu den Company- und Registered Owner-Identifikationsnummern am Ende der Seite.

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International Ship Security Certificate (ISSC)

Die ISPS-Bestimmungen sind u.a. anzuwenden auf Handelsschiffe mit einer Tonnage ab 500 BRZ und Passagierschiffe, die in internationaler Fahrt eingesetzt werden. Diese Schiffe müssen ein International Ship Security Certificate (ISSC) an Bord mitführen. Mit dem ISSC bescheinigt der Flaggenstaat, dass das Gefahrenabwehrsystem überprüft worden ist, das Schiff den Vorschriften entspricht und über einen vom jeweiligen Flaggenstaat genehmigten Gefahrenabwehrplan (SSP) verfügt. Die Vorlage des ISSC wird regelmäßig bei Kontrollen im Hafen verlangt. Ein fehlendes oder ungültiges Zeugnis kann empfindliche Sanktionen zur Folge haben.

Verfahren

Ein endgültiges ISSC kann erst ausgestellt werden,

  • nachdem der genehmigte Gefahrenabwehrplan (SSP) mindestens 30 Tage an Bord umgesetzt wurde und
  • eine vom BSH anerkannte Klassifikationsgesellschaft für Gefahrenabwehr (Recognised Security Organisation, RSO) im Rahmen einer Erstüberprüfung (Initial-Verification) kontrolliert hat, ob das Schiff den einschlägigen Vorschriften entspricht.

Bei Schiffsneubauten und Schiffen, die eingeflaggt werden, wird daher ein vorläufiges ISSC (Interim-ISSC) mit einer Laufzeit von höchstens sechs Monaten ausgestellt. Das Interim-ISSC darf nicht verlängert werden! Ein neues Folge-Interim-ISSC wird nur in Ausnahmefällen ausgestellt.

Die Ausstellung eines (Interim-) ISSC ist beim BSH zu beantragen. Bitte reichen Sie hierfür folgende Unterlagen ein:

  • ausgefülltes Antragsformular inkl. Anlage,
  • Kopie des bisher verwendeten Interim -/ISSC unter ausländischer Flagge,
  • letzter Verifikationsbericht einer RSO oder des Flaggenstaates zum bisherigen Ship Security Plan (SSP) der alten Flagge,
  • Bestätigung der RSO, dass der SSP eingegangen ist (neue = deutsche Flagge) und an Bord vorliegt,
  • Kopie des Auszuges aus dem Schiffsregister,
  • Nachweis eines funktionsfähigen Ship Security Alert Systems (SSAS) an Bord (= Protokoll eines Testalarms nach Einflaggung).

Bei einem Schiffsneubau, Managementwechsel oder bei einer Einflaggung müssen Sie zusätzlich die Bestätigung einer RSO einreichen, dass eine Interim-Verifikation (Pre-Audit) durchgeführt wurde.

Frühestens 30 Tage nachdem der Gefahrenabwehrplan genehmigt und an Bord gegeben wurde, kann eine Erstüberprüfung (Initial-Verification) durch eine RSO auf dem Schiff erfolgen. Diese dient dazu, das Gesamtsystem zur Gefahrenabwehr an Bord detailliert zu prüfen. Ist die Prüfung erfolgreich, informiert die RSO das BSH direkt, das daraufhin das ISSC mit einer Laufzeit von fünf Jahren ausstellt. Damit das Zeugnis während der gesamten Laufzeit gültig bleibt, ist zwischen dem zweiten und dritten Jahrestag der Ausstellung eine Zwischenüberprüfung (Intermediate Verification) durch eine RSO durchführen zu lassen.

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Wichtiger Hinweis

Am 1. Januar 2009 wurde das Company und Registered Owner Identification Number Scheme in allen Mitgliedsstaaten der IMO eingeführt. Das bedeutet insbesondere, dass

  • die Company- und die Registered Owner-ID-Nummer verbindlicher Bestandteil der Stammdatendokumentation (CSR) sind;
  • die Company-ID-Nummer verbindlicher Bestandteil des (vorläufigen) Internationalen Zeugnisses über die Gefahrenabwehr an Bord eines Schiffes (Interim-/ISSC) ist.

Die bisherigen Zertifikate behalten bis zu einer relevanten Änderung (CSR) beziehungsweise bis zu ihrem vorgesehenen Ablauf (ISSC) ihre Gültigkeit. Beide Identifikationsnummern sind einzigartig und können kostenlos über die Website der im Auftrag der IMO tätigen Lloyd’ s Register – Fairplay Ltd. angefordert werden. Bitte prüfen Sie, ob nicht bereits Nummern für Sie vergeben wurden, bevor Sie Identifikationsnummern beantragen. Geben Sie die entsprechenden Identifikationsnummern bitte mit an, wenn Sie beim BSH die Ausstellung eines CSR oder eines Interim-/ISSC beantragen.

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Declaration of Security (DoS)

In der Sicherheitserklärung müssen die Verantwortlichkeiten zwischen einem Schiff und einer Hafenanlage oder einem anderen Schiff festgelegt werden. Dies gilt insbesondere bei der Verlagerung von Verantwortlichkeiten, unterschiedllichen Gefahrenstufen sowie im Verkehr mit Schiffen oder Hafenanlagen, die nicht den ISPS-Vorschriften unterliegen. Dabei müssen die Vorgaben des ISPS-Codes eingehalten werden.

Der deutsche Flaggenstaat macht in § 9 Abs. 1 SeeEigensicherungsverordnung (SeeEigensichV) verbindlich Vorgaben zur Sicherheitserklärung; siehe DoS-Übersicht. Die folgenden Muster entsprechen den Vorgaben aus dem Verkehrsblatt 13/2004.

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