KuNo kommt
Ende Dezember überreichte Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, in Leer die Förderbescheide über
10 Millionen Euro für das Projekt "ZukunftsKutter Nordsee – KuNo". Mit dem Geld wird die Entwicklung, Bau und Erprobung eines Prototyps des neuen Fischkutters sowie einer Methanol-Tankstelle finanziert. Außerdem sollen umweltschonende Fangmethoden und weitere Einsatzmöglichkeiten über den Krabbenfang hinaus erprobt werden.
Das Verbundvorhaben wird von der Hochschule Emden/Leer zusammen mit dem Thünen-Institut für Seefischerei sowie der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer umgesetzt.
Der Baubeginn des neuen Fischkutters ist für 2027, die Erprobung in der Nordsee ab 2029 geplant. Für die Ostsee ist ein vergleichbares Projekt geplant. Der Kutter wird unter Deutscher Flagge fahren.
So soll der "ZukunftsKutter Nordsee" aussehen:
- Der Kutter wird 19,5 m lang und 5,90 m breit sein und einen Tiefgang von 2 m haben. Der Kutter ist bewusst groß konzipiert worden, damit die Fischer auch weiter auf See hinausfahren können.
- Das Ruderhaus ist vorne. Die Projektverantwortlichen versprechen sich dadurch mehrere Vorteile: Im Nachtbetrieb werden Blendungen des Schiffsführers durch die Beleuchtung des Arbeitsdecks vermieden. Der Wetterschutz ist auf dem Achterdeck besser. Das Steuerhaus und die technischen Komponenten sind räumlich eng beieinander positioniert.
- Die Unterkünfte an Bord sind im Vordeck angeordnet. Unterkünfte und Fischereibetrieb sind voneinander getrennt.
- Der Laderaum soll etwa 330 Standard-Fischkisten umfassen.
- Das Schiff soll umweltfreundlich mit Methanol angetrieben werden (daher auch der lange Entlüftungs-Mast). Ein Elektromotor mit zwei großen und einem kleinen Stromgenerator (zu- und wegschaltbar) soll in einem gesonderten Raum untergebracht werden.
- Die Konzept-Design des Fischkutters ist bewusst multifunktional gehalten, damit das Schiff später vielfältig einsetzbar ist und damit eine bessere Finanzierung möglich wird.
Mit KuNo wird eine Empfehlung der Zukunftskommission Fischerei (ZKF) umgesetzt. Die Fördergelder für das auf fünf Jahre angesetzte Projekt KuNo stammen aus der Fischereikomponente des Windenergie-auf-See-Gesetzes.
Derweil geht der Umbau der deutschen Küstenfischereiflotte weiter. Der Bund hat über die Fischereikomponente Fördergelder für das Stilllegen älterer Fischkutter bereitgestellt. Die Krabbenfischerei-Flotte soll entsprechend der Empfehlungen der Zukunftskommission Fischerei um 30 % reduziert werden.

